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FILM: Drehort Isenthal: Film sorgt für viel Gesprächsstoff

Die Geschichte über einen Bauern, der sich eine Thailänderin bestellt, erregte die Gemüter. An die Isenthaler Beizen hat der Regisseur aber gute Erinnerungen.
Elias Bricker
«Gekauftes Glück» wurde unter anderem in Isenthal gedreht. (Bild: pd)

«Gekauftes Glück» wurde unter anderem in Isenthal gedreht. (Bild: pd)

Gedreht wurde in Isenthal und in Oberrickenbach im Kanton Nidwalden. Trotzdem wurde der Spielfilm «Gekauftes Glück» von Urs Odermatt kein Heimatfilm à la «Heidi» oder «Ueli der Knecht». Stattdessen erregte der Film im Herbst 1989 die Gemüter und sorgte in der Schweiz ordentlich für Gesprächsstoff. Er lancierte eine wochenlange Mediendebatte über Prostitution, Menschenhandel und Ehen mit gekauften Frauen aus dem Katalog. Das Schweizer Fernsehen widmete der Thematik der gekauften Ehefrauen sogar eine ganze «Zischtigsclub»-Sendung, die regelrecht ausartete.

Gnädingers Dialekt synchronisiert

Doch um was geht es im Film überhaupt? Die Geschichte spielt im fiktiven Nidwaldner Dorf Oberrickenthal – eine Wortkonstruktion aus den beiden Drehorten Isenthal und Oberrickenbach. Der Bauer Windleter lebt alleine auf seinem Bergheimet. Die Mutter ist kürzlich gestorben. Das war halb Befreiung, halb Schmerz. Doch ein Leben ohne Frau sei eben auch kein Zustand, meint er. Also bestellt er sich bei einem Frauenhändler eine Thailänderin. Während zwischen dem Bauern und der Thailänderin trotz Sprachbarriere Liebe entsteht, verbündet sich das ganze Tal gegen die beiden.

Im Kinofilm spielten nicht nur Schweizer mit, sondern Schauspieler aus dem ganzen Sprachraum – darunter etwa auch bekannte Gesichter wie der Österreicher Wolfram Berger, der Deutsche Werner Herzog oder der Schweizer Charakterdarsteller Mathias Gnädinger. Während der Film in Deutschland und Österreich auf Hochdeutsch lief, synchronisierte der Regisseur den Film für die Schweizer Kinoversion mit Mitgliedern des Theaters und des Kirchenchors von Buochs in urchigstes Nidwaldnerdeutsch.

Isenthaler liessen Frauen zu Hause

Die Dreharbeiten in Isenthal dauerten rund sechs Wochen. Die Crew verliess das Tal während dieser Zeit kein einziges Mal. «Die Leute in Isenthal haben uns sehr gastlich empfangen», erinnert sich Regisseur Urs Odermatt. «Und wir haben während der sechs Wochen wohl die beiden Weinkeller im ‹Urirotstock› und im ‹Tourist› geleert und ab und zu auch ein bisschen Enzianschnaps probiert.» Gedreht wurde unter anderem im Dorf sowie in weiteren Heimwesen.

Als der Film fertig war, lud Odermatt die Isenthaler Bevölkerung zu einer Vorführung ins Cinema Leuzinger nach Altdorf. «Ich hatte das Gefühl, dass der Film ihnen gefallen hat», sagt der gebürtige Stanser. «Mir fiel aber auf, dass viele Männer ohne ihre Frauen kamen. Es stellte sich dann aber heraus, dass halt jemand zu Hause bleiben musste, damit jemand ‹seilen› konnte.»

«Beleidigung des Bauernstandes»

«Gekauftes Glück» war 1989 der erfolgreichste Schweizer Film überhaupt – und dies trotz eines relativ kleinen Budgets. Rund 75 000 Personen sahen den Streifen im Kino. Zudem lockte der Film alleine in Altdorf 2160 Personen ins Kino. Doch dass der Film aufgrund der Thematik nicht allen Zuschauern gefiel, versteht sich von selbst. So schrieb ein erboster Bürger denn auch in einem Leserbrief in der Urner Presse: «Je länger der Film lief, desto weniger traute ich meinen Augen, was diese zu sehen bekamen. War das noch mein Isenthal?» Denn der Film sei ein Ärgernis und mit vielen «obszönen» Worten gespickt. «Ich sehe diesen Film als ein Zerrbild, als eine Beleidigung des Bauernstandes.» Der Spielfilm war eben wirklich kein romantisierter Heimatfilm mit Geissen und Bergen im Abendglühen. «Doch der Film erzählte eine damals sehr aktuelle Geschichte», sagt Odermatt. «Deshalb sorgte er auch für so viel Gesprächsstoff und war so erfolgreich.»

Elias Bricker

Hinweis

Der Film «Gekauftes Glück» erscheint im August auf DVD. Der Film wird im Internet unter www.theodermattshop.ch erhältlich sein.

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Das Urner Bergdorf schaffte es sogar aufs Filmplakat. (Bild: pd)

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