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FILM: Urner Schauspieler steht vor grossem Karrieresprung

Peter Zgraggen hat sich mit Werbungen und Theater bekannt gemacht. Jetzt spielt der Urner erstmals eine Hauptrolle in einer Sitcom, die ganz speziell verbreitet wird.
Florian Arnold
Peter Zgraggen (links) bespricht mit Regisseur Eric Andreae die Szene. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Peter Zgraggen (links) bespricht mit Regisseur Eric Andreae die Szene. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Sein Gesicht kennt man aus der Werbung: In Spots von Ikea, Swiss, Coop oder der Bank Clientis ist er regelmässig im TV zu sehen. Daneben wirkte er schon in diversen Theater- und Musicalproduktionen mit – wie etwa der «Niederdorfoper», «Z wie Züri», «Ost Side Story» oder «Mein Name ist Eugen». Jetzt steht der Urner Peter Zgraggen vor einem weiteren Karrieresprung. In der neuen Sitcom «Die Lehrer» spielt er erstmals eine Hauptrolle in einer Serie (siehe Box): Den gescheiterten Musiker Remo Zberg, der nun als Musiklehrer sein Geld verdient. Unsere Zeitung hat Zgraggen auf dem Filmset in Adliswil besucht.

Peter Zgraggen, sind Sie gerne zur Schule gegangen?

Peter Zgraggen: Nicht allzu gerne. Wenn ich heute aber zurückdenke, dann war es die Zeit vor dem harten Leben, in der man noch unbefangen ist, ohne Verpflichtungen. Einzelne Fächer habe ich dort halt einfach nicht begriffen. Das würde mein Französisch-Lehrer bestätigen.

Jetzt spielen Sie selber einen Lehrer. War es schwierig, sich in diese Rolle hineinzuversetzen?

Zgraggen: Nein. Die Regisseure haben nach einem speziellen Modell gesucht, dem ich entsprochen habe. Ich bin wie meine Rolle: Ein tollpatschiger Typ, der das Gefühl hat, er sei «huärä cool», es aber einfach nicht ist. In der Sitcom geht es darum, sich möglichst natürlich zu geben, als wäre es ein Dokumentarfilm.

Als Lehrer Remo müssen Sie «Züri-Tütsch» sprechen. Hat man Ihnen den Urner Dialekt verboten?

Zgraggen: Ich spreche ein Gemisch zwischen Zürcher und Urner Dialekt. Beim Casting habe ich vorgeschlagen, alles auf «Ürnertyytsch» zu machen. Nach fünf Minuten haben die Regisseure aber gesagt, sie würden nichts verstehen. Dann haben wir uns auf ein Gemisch geeinigt. Das finde ich gut.

Für Sie ist es das erste Mal, dass Sie in einer Sitcom eine Hauptrolle spielen. Was bedeutet Ihnen das?

Zgraggen: Das ist eine grosse Ehre, aber auch eine grosse Aufgabe. Nach der Freude, dass ich den Job erhalten habe, kam der ‹Schiss›, ob ich es auch wirklich gut machen werde. Auf dem Set ist niemand laut und böse, sondern alle sitzen im selben Boot und arbeiten konzentriert. Ich bin nicht um einen Status höher als die Frau, die mich schminkt. Wir sind alles Kollegen. Ich glaube, das Produkt wird dadurch extrem lustig.

Viele können sich nicht vorstellen, wie so ein Dreh abläuft.

Zgraggen: Für mich als Schauspieler ist es etwas viel anderes, als wenn ich bei einem Theaterstück mitmache, das man von A bis Z erzählt. Denn beim Drehen der Sitcom geht man nicht chronologisch vor. Wir drehen zuerst sämtliche Szenen, die sich im selben Raum abspielen. Das bedeutet, dass man sich immer wieder umziehen und umschminken muss. Vor allem muss man sich vorstellen, was vorher geschah, was man aber vielleicht noch gar nicht gedreht hat. Es braucht hohe Konzentration, damit später alles zueinander passt.

Wie sind Sie da vorgegangen?

Zgraggen: Man muss einfach top vorbereitet sein. Nur so wird man allen anderen auch gerecht, die hier arbeiten.

Sie haben also immer alle acht Folgen im Kopf?

Zgraggen: Das ist so. Kurz vor jeder Szene hat man Zeit, sich mit der Regie abzusprechen. Und wenn ich mit dem Zug aufs Set fahre, schaue ich mir alle Szenen an, die an diesem Tag dran sind.

Die Rolle in der Sitcom könnte für Sie zu einem Sprungbrett werden. Hoffen Sie darauf?

Zgraggen: (lacht) Ein Sprungbrett wird es. Die Frage ist nur, wohin. Für mich ist es ein extremes Privileg, dass ich mit meinem Job seit sechs, sieben Jahren Geld verdienen kann. Viele gute Schauspieler in der Schweiz schaffen das nicht. Mir geht es nicht ums berühmt werden. Aber es wäre schön, wenn ich durch diese Rolle wieder einen anderen Job erhalten würde.

Welcher Traum ist noch unerfüllt?

Zgraggen: Ich bin nicht böse, wenn plötzlich ein Telefon von Übersee kommt. Aber ich lebe heute schon meinen Traum: Ich spiele Theater, trete in Musicals auf und kann in Filmen und Werbungen mitspielen. Ich bin mitten in dem, was ich machen will. Möglich, dass ich einmal Theatermacher statt nur ein Theaterspieler werde und so den Traum anderer verwirklichen kann.

Ab Herbst online

Im Schulhaus Kronenwiese in Adliswil war diesen Sommer so viel los wie selten: Die beiden Filmemacher Adrian Aeschbacher und Eric Andreae aus Zürich drehten hier die neue Sitcom «Die Lehrer». Die Firma B&B Endemol Shine produziert die Serie im Auftrag von UPC, welche die acht Folgen ab Spätherbst auf der Streamingplattform Myprime zur Verfügung stellen wird. Andreae und Aeschbacher sind nicht nur die Regisseure, sondern auch die Autoren des Drehbuchs.

Pilotfolge bereits 2012 gedreht

Lehrerfilme und Serien sind im Trend: Fack ju Göhte (2013) feierte riesige Erfolge, und «Der Lehrer» auf RTL läuft seit Monaten. Die Idee zu ihrer Lehrerserie hatten die beiden Regisseure aber schon vor dem deutschen Kinohit. 2012 produzierten sie eine Pilotfolge. «Wir haben es immer spannend gefunden, was im und ums Lehrerzimmer passiert», sagt Eric Andreae. «Zum einen sollten Lehrer immer Vorbilder sein, zum andern sind sie halt auch nur Menschen, die alle ihre Fehler haben», sagt Adrian Aeschbacher.
Richtig fertig sei das Drehbuch erst mit dem Schnitt. «Es werden noch laufend Dinge angepasst.» Vieles komme auch noch von den Schauspielern. So auch von Peter Zgraggen. «Er hat ein gutes Gespür für Komik», sagt Aeschbacher. «Manchmal reicht nur ein Blick, um einer Szene mehr Witz zu verleihen.»

Florian Arnold

Hinweis

Mehr Informationen finden Sie unter: www.peterzgraggen.ch

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