FILMEMACHER FREDI M. MURER: «Jugendzeit in Uri prägt meine Filme»

Fredi M. Murer hat die Urner Bergler auf die Leinwand gebracht. Jetzt wird ein Klassiker neu aufgelegt. Murer spricht im Interview über seine Wurzeln und den Wandel in den Alpen.

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Der Schweizer Filmemacher und Produzent Fredi M. Murer. Bild Keystone

Der Schweizer Filmemacher und Produzent Fredi M. Murer. Bild Keystone

Fredi M. Murers Dok-Film über Urner Bergler erscheint erstmals auf DVD. Seine 34-jährigen Aufnahmen für dieses Projekt bezeichnet er als historisches Dokument.
Diese Grundlagenforschung nutzte Murer 10 Jahre später bei «Höhenfeuer».

Ihr Film «Wir Bergler in den Bergen...» erscheint erstmals auf DVD. Sind die Aufnahmen aus dem Jahr 1974 nicht veraltet?

Murer: In den vergangenen 34 Jahren hat sich bestimmt vieles verändert, eine neue Generation ist herangewachsen, aber inhaltlich und emotional hat der Film an Strahlkraft nichts eingebüsst. Aus heutiger Sicht ist der Film ein rares, historisches Dokument über die Urner Berglandwirtschaft. Und für alle, die im Film vorkommen und deren Verwandte und Bekannte bleibt er ein kostbares Stück Erinnerung. Darüber hinaus ist es ein Film, der internationale Anerkennung gefunden hat.

Was hat sich aus Ihrer Sicht in den Alpen vor allem verändert?

Murer: Ich glaube, die alpine Welt verändert sich langsamer als die städtische. Dennoch ist alles im Wandel. Viele Heimwesen und Alpen, die damals nur zu Fuss erreichbar waren, sind heute mit Strässchen erschlossen, und wo ein Kräutergärtchen war, sind heute Parkplätze. In meinen Ohren hat sich auch der Urner Dialekt verändert. Der Film ist darum auch eine Art Gedächtnisspeicher über die schöne und archaische Ausdrucks- und Erzählweise der damaligen Zeitzeugen.

Hätten Sie Lust, eine neue Version zu drehen?

Murer: Das wäre interessant, aber das müsste ein jüngerer Filmemacher tun. Er könnte meinen Spuren folgen und aufzeigen, was sich alles verändert hat. Selber habe ich nicht das Bedürfnis danach. Der Film war damals auch wichtig für mich selber, weil ich mich mit meiner eigenen Biografie beschäftigte.

Lesen Sie das ganze Interview von Markus Zwyssig in der Neuen Urner Zeitung vom Samstag, 24. Mai.