Schweizer Berghilfe unterstützt 18 Urner Projekte

Die Schweizer Berghilfe hat 2019 einen Rekord bei den Unterstützungsbeiträgen verzeichnet – das begünstigt auch den Kanton Uri.

Philipp Zurfluh
Drucken
Teilen
Das Unkraut Hahnenfuss auf der Alp Hinterfeld ist der Alpgenossenschaft ein Dorn im Auge. Im Rahmen eines Projekts untersucht nun eine Agrarbiologin das Gebiet.

Das Unkraut Hahnenfuss auf der Alp Hinterfeld ist der Alpgenossenschaft ein Dorn im Auge. Im Rahmen eines Projekts untersucht nun eine Agrarbiologin das Gebiet.

Bild: Yannick Andrea 

Von der Schweizer Berghilfe sind im vergangenen Jahr 800'100 Franken in den Kanton Uri geflossen. Damit konnten 18 Projekte unterstützt werden. Das Geld soll es Familien, Firmen und Genossenschaften ermöglichen, in die Zukunft zu investieren. «Investitionen, die Bestehendes erhalten, oft aber auch neue Perspektiven gaben, neue Ideen ermöglichten und neue Arbeitsplätze schafften», wie die Schweizer Berghilfe in einer Medienmitteilung zum Jahresbericht 2019 schreibt.

Voraussetzung für die Unterstützung ist das Einbringen von Eigenkapital sowie die Ausschöpfung der übrigen Finanzierungsmöglichkeiten. Die Berghilfe stellt den fehlenden Restbetrag und ebnet so den Weg für Vorhaben, die in den Bergregionen Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Zukunft schaffen, heisst es im Jahresbericht.

Agrarbiologin untersucht Unkraut im Meiental

Eines der Urner Forschungsprojekte, welches von der Schweizer Berghilfe unterstützt wurde, waren die Feldversuche auf der Alp Hinterfeld im Meiental zur Bekämpfung des Unkrauts Hahnenfuss durch eine Agrarbiologin des Beratungsbüros Alpe. Ein leuchtend gelber Blütenteppich überzieht im Juli die Wiesen auf der Alp Hinterfeld im Meiental. Wanderer erfreuen sich an seinem Anblick, der Alpgenossenschaft ist er hingegen ein Dorn im Auge. Denn der Hahnenfuss, Verursacher der gelben Pracht, ist giftig.

Die Kühe fressen ihn nicht gern, und so kann er sich ungestört ausbreiten – auf Kosten der anderen Pflanzen. «Je mehr Gräser, Klee und Kräuter der Hahnenfuss verdrängt, umso schlechter wird der Futterwert der Weide. Und das kann auf Dauer die Qualität der Alpmilch und des Käses beeinträchtigen», weiss Helen Willems vom Beratungsbüro Alpe. Die Meientaler Alpgenossenschaft hat sich an die Agrarbiologin gewandt, um die Situation auf der Alp Hinterfeld zu untersuchen.

Dreifache kontinentale Wasserscheide erschlossen

Im vergangenen Jahr wurde auch die Weiterführung des Vier-Quellen-Wegs von Paul Dubacher von der Schweizer Berghilfe unterstützt. Im Gotthardmassiv auf 3025 Meter über Meer liegt eine der unbekanntesten Weltattraktionen: die dreifache kontinentale Wasserscheide. Nun kommt man auch ohne Klettererfahrung rauf. Vier Sommer lang war Paul Dubacher und seine Helfer an der Arbeit.

Um um das Wegnetz zur dreifachen kontinentalen Wasserscheide zu errichten, packen auch Zivilschützer tatkräftig mit an.

Um um das Wegnetz zur dreifachen kontinentalen Wasserscheide zu errichten, packen auch Zivilschützer tatkräftig mit an.

Bild: Isabel Plana

Unterstützung im Kanton Uri erhielt auch ein klassisches, landwirtschaftliches Projekt beziehungsweise eine Unterstützung einer Bergbauernfamilie: Familie Arnold aus Spiringen muss das höher gelegene Haus ihres zweistufigen Landwirtschaftsbetriebes dringend sanieren. Das obere «Heimet» auf 1600 Meter über Meer ist in einem so schlechten Zustand, dass es nur im Sommer bewohnbar ist. Eigentlich sollten Arnolds aber bis in den Winter hinein dort wohnen können, denn Futter fürs Vieh fällt oben mehr an. Im November vergangenen Jahres hat die Berghilfe dieses Projekt als Monatsprojekt ausgewählt und zur speziellen Unterstützung aufgerufen.

Sammelergebnis aus Jubiläumsjahr übertroffen

Schweizweit betrugen die Unterstützungsbeiträge insgesamt 35,3 Millionen Franken. Dies ist ein Rekord und eine Zunahme von über neun Millionen gegenüber dem Vorjahr. Die Zunahme ist gemäss Jahresbericht auf die aussergewöhnlich stark gewachsene Nachfrage aus den Bereichen Tourismus und Gewerbe zurückzuführen. Die Gelder kamen 613 Projekten zugute. Mit 35,6 Millionen Franken aus Spenden und Zuwendungen konnte das Sammelergebnis des Jubiläumsjahres 2018 leicht übertroffen werden.

Die Unterstützungsbeiträge gehen schweizweit grösstenteils in die Land- und Alpenwirtschaft, aber auch in den Tourismus oder das Gewerbe und die Verarbeitung. Die Berghilfe unterstützt Klein- und Kleinstunternehmer derzeit bezüglich der Digitalisierung. Sie steuert 50 Prozent an die Kosten einer Weiterbildung im digitalen Bereich bei. Der Schweizerische Verband für Weiterbildung stellt hierfür seine Kursplattform zur Verfügung.