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FISCHEREI: Kevin Epp fängt im Seelisbergsee zwei Rekord-Egli

50 und 52 Zentimeter messen die Prachtexemplare aus dem Seelisbergsee. Mit dieser kapitalen Fangdoublette schafft es der Altdorfer Kevin Epp auf die Rekordliste des Fischermagazins «Petri Heil».
Remo Infanger
Kevin Epp mit dem 52 Zentimeter langen Egli, den er aus dem Seelisbergersee gezogen hat. (Bild: PD (Seelisberg, 24. Mai 2017))

Kevin Epp mit dem 52 Zentimeter langen Egli, den er aus dem Seelisbergersee gezogen hat. (Bild: PD (Seelisberg, 24. Mai 2017))

Remo Infanger

redaktion@urnerzeitung.ch

Kevin Epp ist etwas gelungen, wovon andere Fischer nur träumen. Der 24-jährige Altdorfer zog ein 50 Zentimeter langes Egli aus dem Seelisbergsee. Glücklicher Zufall, würden böse Zungen behaupten. Umso mehr erstaunt es, wenn der gleiche Fischer am Tag danach ein noch um 2 Zentimeter grösseres Exemplar dieses beliebten Speisefisches am Haken hat. Liegt es also doch eher am Know-how als nur am Glück?

«Ab 15 Zentimetern darf man das Egli nehmen, bei 20 bis 30 Zentimetern spricht man bereits von einem schönen Exemplar», sagt Epp. «Ich war wirklich baff, als ich den Fang nachgemessen habe. So etwas habe ich wirklich noch nie erlebt.» Doch nur gerade einen Tag später doppelte er nach – wiederum im Seelisbergsee. Diesmal war das kapitale Egli sogar 52 Zentimeter lang. «Da darf man schon von einer kleinen Sensation sprechen», meint der Altdorfer. Als Köder hatte er übrigens einen 10 Zentimeter langen Gummifisch verwendet.

Langjährige Fischererfahrung

Mit dem 52 Zentimeter langen Prachtexemplar schafft es Kevin Epp in das renommierte Fischermagazin «Petri-Heil». Auf der «Fischparade 2017» werden die bisherigen Rekordfänge aller einheimischen Fischarten des laufenden Jahres aufgelistet.

«Am liebsten fische ich in den Fliessgewässern», so Epp. «Von Juli bis September bin ich beinahe täglich an der Reuss.» In dieser Zeit würden nämlich die Seeforellen zum Laichen flussaufwärts schwimmen.

«Die Seeforelle ist mein eigentlicher Zielfisch, auf den ich mich in den vergangenen Jahren spezialisiert habe», erklärt der Jungfischer. Entdeckt hat er sein grosses Hobby vor sechzehn Jahren. Seither hat er natürlich viel Erfahrung sammeln und auch seine Technik verbessern können. «Es kommt beispielsweise sehr darauf an, wie man den Köder führt», erklärt der gelernte Galvaniker. Früher sei es mehr ein willkürliches Auswerfen der Schnur gewesen. Heute werfe er den Köder gezielter Richtung vielversprechende Stellen.

Fischen ist im Trend – besonders bei den Jungen. Das weiss auch Fischereiinspektor Werner Tresch. «Pro Jahr kommen im Durchschnitt mehr als 90 Jung- und Neufischer im Kanton Uri dazu. Es scheint, als sei das Hobbyfischen beliebter denn je.» Das Fischen sei in Uri generell sehr attraktiv. Besonders die Fliessgewässer würden sich auch bei auswärtigen Fischern grosser Beliebtheit erfreuen. Das verdanke man unter anderem der guten Zusammenarbeit mit dem Urner Fischereiverein und der Fischereiverwaltung.

Speziell, aber nicht unwahrscheinlich

Auch Tresch gratuliert Kevin Epp zu den beiden Rekordfängen. «Solch grosse Trophäen-­Egli sind ein spezielles Ereignis, aber nicht ganz unwahrscheinlich», erklärt der Fischereiinspektor. Besonders in Bergseen könne man sogenannte Peaks immer wieder beobachten. Man spreche dabei von zeitlichen Abständen, bei denen im Fischbestand eines Sees besonders viele und auch grosse Exemplare vorkommen. «Dazu müssen aber von Natur aus einige Gegebenheiten stimmen», so Tresch. Wenn verschiedene Faktoren wie etwa eine hohe Fortpflanzungsrate oder genügend Nahrung zusammenspielen, begünstige dies das Wachstum. «Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Befischungsdruck. Wird in einem See nicht so viel gefischt, dann hat der Fisch auch eine höhere Chance, gross zu werden.»

«Das ist nicht zwingend negativ»

Der Befischungsdruck auf den Seelisbergsee dürfte nun ansteigen. «Es spricht sich natürlich herum, wenn in kurzer Zeit so grosse Egli aus dem Wasser gezogen werden», sagt Tresch. Das sei aber nicht zwingend negativ. «Für die Fischerei ist das Werbung, und nicht zuletzt kommt das auch dem Tourismus zugute», meint Tresch.

Seine Geheimtricks oder die besten Plätzchen möchte Epp nicht verraten. «Das ist wohl so wie bei den Pilzsammlern», sagt er mit einem spitzbübischen Schmunzeln. «Aber es gehört auch die nötige Prise Glück dazu.»

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