Erstfeld: Live-Übertragung aus der Fledermaus-Kolonie

In der Jagdmattkapelle in Erstfeld lassen sich Mütter und Junge der Fledermausart Grosses Mausohr beobachten.

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Die Fledermäuse kann man in Erstfeld hautnah erleben (Bild: PD)

Die Fledermäuse kann man in Erstfeld hautnah erleben (Bild: PD)

(pd/ml) Das Grosse Mausohr ist eine der grössten einheimischen Fledermausarten. In der Jagdmattkapelle in Erstfeld werden zu dieser Jahreszeit die Jungen geboren. Nach rund vier bis sechs Wochen sind die Jungen ausgewachsen und werden von den Müttern nicht mehr gesäugt. Am kommenden Samstag, 29. Juni, gibt es eine kommentierte Live-Übertragung der Kolonie.

Die Mausohrwochenstube in Erstfeld ist die einzige des Kantons. Sie wird seit langer Zeit von Pius Inglin betreut. Erstmals konnte er 300 Grosse Mausohren im Dachstock nachweisen. Die Wochenstube gilt als eine Mischkolonie vom Grossen und Kleinen Mausohr. Eine Überprüfung vor zwei Jahren zeigte, dass die immer in geringer Anzahl anwesenden Kleinen Mausohren nun gar mehr nachgewiesen werden konnten. Der stete geringe Zuwachs der Grossen Mausohren lässt trotzdem zuversichtlich stimmen, so Inglin.

Jagd mit Ultraschall oder einfach gut lauschen

Das Grosse Mausohr ernährt sich von Maikäfern. Nach zwei bis drei Jahren verpuppt sich der Maikäfer-Engerling und wird zum Käfer. Dieser überwintert in einer Erdhöhle. Das Grosse Mausohr kann rund 40 Maikäfer pro Nacht verspeisen. In der langen Zeit ohne Maikäfer fressen die Mausohren andere grosse Käfer, welche sie auf dem Boden ergreifen. Den Mausohren stehen zwei Möglichkeiten für die Jagd zur Verfügung: Entweder sie machen dies auf die klassische Art und nutzen ihr Ultraschallsystem, um die Beute zu orten. Eine andere Möglichkeit ist das Lauschen. Dabei nutzen sie die Tatsache, dass Insekten oder im Fall des Mausohrs Laufkäfer Geräusche produzieren. Allerdings darf die Umgebung keine Nebengeräusche aufweisen. Auch die Mausohren selber müssen ihre Lautstärke der Echoortung von Hindernissen reduzieren.

Die Live-Übertragung in der Jagdmattkapelle am Samstag, 29. Juni, beginnt um 21 Uhr. Die Veranstaltung dauert bis zirka 22.30 Uhr und findet bei jeder Witterung statt.