Urner Flüchtlingstag soll Bevölkerung sensibilisieren

Der Urner Flüchtlingstag vom 15. Juni macht legale Fluchtwege für gefährdete Menschen zum Thema. Mit verschiedenen Attraktionen im Dorfkern soll das Bewusstsein für die Anliegen der Flüchtlinge gestärkt werden.

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Bereits im vergangenen Jahr stiess der Flüchtlingstag auf viele offene Ohren. (Bild: PD)

Bereits im vergangenen Jahr stiess der Flüchtlingstag auf viele offene Ohren. (Bild: PD)

(pd/RIN) Abnehmende Flüchtlingszahlen in Europa täuschen darüber hinweg, dass aufgrund einer Vielzahl von kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit so viele Menschen auf der Flucht sind wie noch nie. Die Flüchtlinge seien mehr denn je gezwungen, Zuflucht in überlasteten Lagern in den unmittelbaren Nachbarländern der Krisenherde zu suchen, wie der Asyl- und Flüchtlingsdienst Uri in einer Mitteilung schreibt.

So werden Menschen durch diese Situation immer mehr zu einer Flucht auf illegalem Weg gezwungen. Damit würden sie sich Schlepperbanden und dem Risiko von Ausbeutung, Sklaverei, Vergewaltigung und Folter aussetzen. Legale Fluchtwege und die Bereitschaft, Flüchtlinge verstärkt im Rahmen von Kontingenten aufzunehmen, würde somit jedem zugutekommen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Kollegischüler haben Plakate gestaltet

Der Tag des Flüchtlings ist die wichtigste Sensibilisierungskampagne in der Schweiz im Bereich Flucht, Asyl und Integration. Es bietet sich die Chance, Fragen rund um Flüchtlinge und ihre Rahmenbedingungen in der Schweiz zu diskutieren. Auch der Kanton Uri nimmt daran teil. Am diesjährigen Urner Flüchtlingstag vom 15. Juni in Altdorf steht das Anliegen sicherer Fluchtwege im Zentrum.

Schüler des Kollegiums Altdorf haben sich bereits im Vorfeld intensiv mit der Thematik befasst und mit Unterstützung der Lehrperson Marc Ochsner und der Urner Grafikerin Anja Wild ausdrucksstarke Plakate für den Flüchtlingstag in Uri gestaltet.

Am Flüchtlingstag gibt es auf dem Unterlehn zwischen 8 und 12 Uhr einen Stand, an dem sich Interessierte über das Urner Asyl- und Flüchtlingswesen sowie über verschiedene Begegnungsprojekte im Kanton Uri informieren können. Von der Schweizerischen Flüchtlingshilfe erstellte Erfahrungsberichte von geflüchteten Menschen geben einen Einblick in das Erlebte von vielen Betroffenen.

Viel Kulinarisches und Musikalisches zu entdecken

Zwischen 14 und 22 Uhr wird das Programm im Mehrzweckgebäude Winkel in Altdorf weitergeführt. Dort will der Flüchtlingstag auch ein Begegnungsfest sein und die Kontakte zwischen Einheimischen und Menschen aus dem Flüchtlingsbereich fördern. Im Rahmen eines «Streetfoodfestivals» werden kulinarische Köstlichkeiten aus Somalia, Eritrea, Afghanistan, Syrien, Türkei, Sri Lanka und Tibet angeboten. Verschiedene Urner Bands – organisiert durch «Urband» – präsentieren ein musikalisches «Potpourri» im Zusammenspiel mit in Uri lebenden Flüchtlingen. Auf einem orientalischen Bazar können sich die Besucher von diversen handwerklichen und künstlerischen Attraktionen überraschen lassen.

Ergänzend können sich Interessierte im vor Ort stationierten Informationsbus der Internationalen Organisation für Migration (IOM) interaktiv über Fluchtbedingungen und Menschenhandel informieren.

Das Schweizerische Rote Kreuz, Fachbereich Asyl- und Flüchtlingsdienst Uri, welches den Urner Flüchtlingstag wiederum gemeinsam mit dem Hilfswerk der Kirchen Uri geplant und organisiert hat, freut sich auf viele interessierte Teilnehmer und auf einen erlebnisreichen Tag.

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