FLÜELEN / BOGOTÁ: «Ich will wissen, wo ich hingehöre»

Acht Monate war Milena Epp alt, als sie von einem Flüeler Ehepaar adoptiert wurde. 26 Jahre später reist sie nach Kolumbien – und sucht nach ihren Wurzeln.

Drucken
Teilen
Zeigt Flagge: Milena Epp mit der Fahne ihres Geburtslandes. (Bild Sven Aregger/Neue UZ)

Zeigt Flagge: Milena Epp mit der Fahne ihres Geburtslandes. (Bild Sven Aregger/Neue UZ)

Leicht fällt Sigrid Epp der Abschied nicht. Ein halbes Jahr wird ihre Tochter weg sein, weit weg. Zum ersten Mal verreist die 26-Jährige heute für längere Zeit auf eigene Faust: nach Kolumbien. Jede Mutter würde dieser Situation mit Nervosität entgegensehen. Doch Milenas Reise wird kein Ferienabenteuer: «Es geht um die Antwort auf meine Lebensfragen», sagt die junge Frau. Sie fliegt nach Kolumbien, um an den Ort ihrer Geburt zurückzukehren. Den Ort, an dem ihre Eltern sie als drei Wochen altes Baby im Armenspital zurückliessen.

Im «Haus für Mutter und Kind» wurde das kleine Mädchen zur Adoption freigegeben und mit acht Monaten von Sigrid und Werner Epp aus Flüelen als eigenes Kind angenommen. Ein Glücksfall für alle, sind sich Mutter und Tochter einig. Und doch: «Die leibliche Mutter kann man nie ganz ersetzen», glaubt Sigrid Epp. Deshalb hat sie volles Verständnis für den Wunsch ihrer Tochter, «eine Reise zu ihren Ursprüngen zu wagen». «Mein Leben lang war ich unruhig», sagt Milena Epp. «Nun will ich wissen, wo ich hingehöre. Meine Herkunft ist Teil meiner Identität, und diesen Teil möchte ich kennen lernen.»

Das Gefühl, anders zu sein
An ihre ersten Lebensmonate in Bogotá, der Hauptstadt des südamerikanischen Staats Kolumbien, kann sich Milena Epp natürlich nicht erinnern. Wie ihr älterer Bruder Martino wurde auch sie bereits als Kleinkind adoptiert. Daraus haben Sigrid und Werner Epp nie ein Geheimnis gemacht: Von klein auf wussten Milena und Martino Bescheid.«Schon als Kind habe ich mich sehr für meine Vergangenheit und für mein Geburtsland interessiert», erzählt die temperamentvolle junge Frau. Oft sei sie mit der Situation überfordert gewesen, traurig und aggressiv. «Ich hatte häufig das Gefühl, anders zu sein.»

Manuela Kalbermatten

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Urner Zeitung.