FLÜELEN: Das «Edelweiss» wird zum Zankapfel

Ein Unternehmen will in Flüelen Bowlingbahnen und Luxuswohnungen bauen. Eine Einsprache verzögert die Realisierung. Nun ist das Verfahren beim Kanton.

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Noch ist das Hotel Edelweiss in Flüelen geschlossen. Im Oktober soll es neu eröffnet werden. (Bild Sven Aregger/Neue UZ)

Noch ist das Hotel Edelweiss in Flüelen geschlossen. Im Oktober soll es neu eröffnet werden. (Bild Sven Aregger/Neue UZ)

Klaus Herger und seine Frau Michaela wollen Flüelen attraktiver gestalten.  Aus diesem Grund kauften sie mit ihrer Herger Invest GmbH vor zwei Jahren das Restaurant Gotthard, das Hotel Edelweiss und das dazugehörige Bauland. In Eigenregie verwandelten sie das «Gotthard» von einer Dorfbeiz in ein nobleres Restaurant.

Auch das «Edelweiss» im Ausserdorf soll bald in neuem Glanz erstrahlen. Im Oktober wird die Beiz als Steakhouse wieder eröffnet. «Das ?Edelweiss? muss eine Dorfbeiz bleiben», sagt Michaela Herger. Doch das Restaurant soll künftig nicht nur Stammtischbesucher anziehen. Klaus und Michaela Herger planen sechs Bowlingbahnen, ein Pub mit Spielsaloon und eine Tiefgarage mit 40 Parkplätzen. Und damit nicht genug: Auf der Liegenschaft hinter dem Restaurant sind drei Mehrfamilienhäuser mit Luxuswohnungen geplant. Für alle Projekte will die Firma insgesamt über 8 Millionen Franken investieren.

Ungleicher Messpunkt und der Gemeinderat bewilligt
Im Februar hätte der Spatenstich erfolgen sollen. Doch eine Einsprache von Privatpersonen, die namentlich nicht genannt werden wollen, verhinderte den Startschuss. Die Klägerschaft kritisiert, dass die Häuser höher gebaut werden als in dieser Zone zugelassen sei. Und weiter bemängeln sie, dass die Baukommission die Mindestbauabstände unterirdisch des Höhenwegs nicht einhält.

Im ersten Punkt wurde festgestellt, dass die beiden Parteien nicht vom gleichen Messpunkt in der Liegenschaft ausgehen, die ein Gefälle aufweist. Im zweiten Punkt blitzten die Kläger bei der Baukommission und beim Gemeinderat ab: Da der Höhenweg der Gemeinde gehört, findet der Gemeinderat, dass er eine Bewilligung für ein unterirdisches Vorhaben erteilen kann.

Das Projekt ist gefährdet, ziehen die Kläger die Einsprach weiter
Die Kläger geben aber nicht auf. Sie zogen die Einsprache weiter zum kantonalen Beschwerdedienst. Demnächst muss der Regierungsrat darüber entscheiden. «Falls der Regierungsrat die Einsprache abblitzen lässt und die Kläger ihre Einsprache nochmals weiterziehen, dürfte das Bauprojekt gestorben sein», sagt Investor Klaus Herger. Die Verzögerung wird ihm zu teuer, zumal er die Liegenschaft in monatlichen Raten dem ehemaligen Besitzer abbezahlen und der Bank Zinsen bezahlen muss.

Elias Bricker

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Urner Zeitung.