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FLÜELEN: Der «eleganteste Kahn des Vierwaldstättersees» wird 50

Der «St. Gotthard» war seinerzeit das schnellste und grösste Schiff der ganzen Schweiz. Schiffsführer Adi Briker über sein Bijou.
Der «St. Gotthard» trotzt Wind und Wetter bereits seit 50 Jahren. (Bild: PD)

Der «St. Gotthard» trotzt Wind und Wetter bereits seit 50 Jahren. (Bild: PD)

Florian Arnold

Es war 1965 eine Sensation: ein Schiff, das 450 Tonnen Kies und Sand auf einmal laden konnte und erst noch am schnellsten von allen war. Die Taufe des 47 Meter langen, 8 Meter breiten und 2,8 Meter tiefen Nauens mit dem Namen «St. Gotthard» wurde denn auch unter viel Publikum gefeiert, wie den Berichten der Lokalzeitungen von damals zu entnehmen ist. Heute jährt sich dieses Ereignis zum 50. Mal – ein Stück Seegeschichte.

13 bis 14 Stunden täglich

«Als der ‹Gotthard› in Betrieb genommen wurde, ging der Boom los», weiss Adi Briker, der das Schiff heute zusammen mit seinem Bruder Balz bei der Arnold & Co. AG führt. Im ersten Jahr wurden etwas mehr als 150 Fahrten verzeichnet. Aber bereits im zweiten bewerkstelligte das Schiff mehrere Fuhren pro Tag. Das bedeutete, dass das Schiff täglich 13 bis 14 Stunden unterwegs war. Der Rekord wurde dann 1971 erreicht: 469 Ladungen transportierte der Nauen in einem Jahr.

1972 verlor das Schiff dann etwas an Bedeutung, als noch grössere so genannte «Selbstauslader» angeschafft wurden. Diese Schiffe verfügen über eine Bandanlage, mit welcher der Sand ohne Bagger entladen werden kann. Beim «Gotthard» dauert dieser Vorgang nach wie vor zwischen einer und eineinhalb Stunden.

Trotz allem blieb der «Gotthard» immer etwas ganz Spezielles. «Für mich ist es das eleganteste Schiff auf dem Vierwaldstättersee», sagt Schiffsführer Briker. Während die moderneren Nauen kantigere Formen aufweisen, sei der «Gotthard» gefühlvoller geformt und abgerundet. «Eben so, wie ein Schiff aussehen muss.» Dass man bei der Fahrt etwas davon merke, könne er aber nicht behaupten, gibt Briker mit einem Lachen zu.

Bruder bringt ihn aufs Schiff

«Nauen fahren war mein Bubentraum», erinnert sich Briker. «Seit der zweiten Klasse gab es für mich nichts anderes.» Damals begann sein Bruder bei der «Kompanyy» zu arbeiten. «Und als ich das erste Mal mitfahren durfte, war es um mich geschehen», so Briker.

Heute gefallen ihm vor allem das berufliche Umfeld und die selbstständige Arbeit auf dem Schiff – und natürlich das Schifffahren. «Wenn man morgens um 4.30 Uhr abfährt, dann hat man den See für sich alleine.» Es sei ein ganz spezielles Gefühl, das Wasser zu durchfahren und damit in zwei Hälften zu teilen. «Und dann sieht man, wie der Tag erwacht.» Bei den Fahrten arbeite man direkt mit der Natur zusammen. «Ich finde es immer noch faszinierend, dass man das riesige Schiff zentimetergenau manövrieren kann.» Das brauche aber auch viel Gefühl.

Bei Wind und Wellen zeige sich schliesslich, was der Schiffsführer könne. «Innerhalb einer Viertelstunde kann das Wetter komplett umschlagen», weiss Briker. «Da muss man wissen, was man macht.» Es sei öfters zu brenzligen Situationen gekommen. «Da ist man froh, wenn man wieder an Land ist», sagt der erfahrene Kapitän. «Doch die schönen Tage überwiegen. Bisher hatte der ‹Gotthard› immer das Glück auf seiner Seite.»

Branche hat sich eingependelt

Der «Gotthard» war stets zuverlässig. Doch Ende der 70er-Jahre wurde der Transportschiffbranche schon der Untergang prophezeit. «Grosse Kähne mit kleiner Zukunft», titelte etwa das «Luzerner Tagblatt» in einer Ausgabe 1979. Doch mittlerweile habe sich die Branche wieder eingependelt, weiss Schiffsführer Briker. «Es braucht neben den Lastwagen immer noch Schiffe», gibt er sich überzeugt. Und wenn dies so bleibe, «dann schwimmt der ‹Gotthard› sicher nochmals 50 Jahre».

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