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FLÜELEN: «Der Todesfall hat nichts mit dem Wildheupfad zu tun»

Der Wildheupfad am Rophaien ist am Sonntag in die Schlagzeilen geraten. «Zu Unrecht», betont ein Experte.
Bruno Arnold
Der Wildheupfad am Rophaien wird von der Gemeinde Flüelen regelmässig unterhalten. (Bild: PD)

Der Wildheupfad am Rophaien wird von der Gemeinde Flüelen regelmässig unterhalten. (Bild: PD)

Der 2008 eröffnete Wildheupfad am Rophaien führt von den Eggbergen oberhalb von Flüelen via Hüttenboden und Franzen auf den Oberaxen. «Er ist das ideale Wanderziel für jene, die einen Tag hoch über dem smaragdgrünen Urnersee verbringen und an informativen Erlebnisstationen Unbekanntes entdecken wollen»: So wird die Tour in einer Broschüre von Uri Tourismus angepriesen. «Sie hören das fremdartige Surren des Wildheuseils, sehen eine hoch aufgetürmte ‹Triste› und erreichen die typischen Düfte der Wildi», ist weiter zu lesen. «Dass das aufwendige Mähen mit der Sense der Natur Gutes tut, wird einem auf Schritt und Tritt in den sonnenverwöhnten Hängen des Rophaiens bewusst: Der Blütenreichtum, tanzende Schmetterlinge und das beständige Zirpen und Schnarren der Insekten sind schlicht einzigartig.»

Kein direkter Zusammenhang

Der bei Wanderern äusserst beliebte Wildheupfad führt auch durch das Gebiet Franzen-Hochegg. Dort ist der erfahrene Flüeler Wildheuer Josef Gisler («Axiger Sepp») am vergangenen Sonntag zu Tode gestürzt (siehe unsere Zeitung vom 2. August). In diesem Zusammenhang ist auch der Pfad in die Schlagzeilen geraten. «Zu Unrecht», betont der Flüeler Bergführer Franz Gisler. Er ist seit 2001 Präsident der Flüeler Wanderwegkommission, die unter anderem auch für den Unterhalt des Wildheupfads am Rophaien zuständig ist. «Mit dem Begehen des Wildheupfads hat der tragische Unglücksfall vom vergangenen Sonntag keinen Zusammenhang», erklärt Gisler. «Die Plangge, auf welcher ‹Axiger Sepp› den Halt verloren hat, liegt abseits respektive gut 50 Meter unterhalb des Wildheupfads», betont Gisler. «Aufgrund des Unglücks von Wanderungen auf dem Wildheupfad abzuraten oder den Todesfall in einen direkten Zusammenhang mit dem Benützen des Wildheupfads zu bringen, ist also völlig fehl am Platz.»

Gebirgstauglich ausgerüstet sein

Beim Pfad am Rophaien handelt es sich um einen weiss-rot-weiss markierten Bergwanderweg. Er ist auch als lokale Route Wanderland Schweiz Mobil Nr. 587 signalisiert. In der von T1 bis T6 reichenden SAC-Wanderskala wird der Wildheupfad der Schwierigkeitsstufe T2 zugeordnet.

«Bergwanderwege wie derjenige unterhalb des Rophaiens erschliessen teilweise unwegsames Gelände und verlaufen überwiegend steil, schmal und zum Teil exponiert», definiert Adi Arnold, Leiter der Wanderweg- und Bikefachstelle beim Urner Amt für Raumentwicklung, diese Kategorie. Gisler und Arnold betonen jedoch: «Die Wanderer sollten gebirgstauglich ausgerüstet, trittsicher, möglichst schwindelfrei und in guter körperlicher Verfassung sein.» Wichtig sei zudem, dass man sich der Gefahren bewusst sei, die im Gebirge halt einfach immer lauern würden. Als Beispiele nennt der Flüeler Bergführer Steinschlag, Rutsch- und Absturzgefahr, aber auch Wetterumstürze.

Gemeinde ist zuständig

Beim Wildheupfad am Rophaien handelt es sich um einen Nebenwanderweg von regionaler Bedeutung. Für deren Unterhalt sind gemäss kantonalem Gesetz über Fuss- und Wanderwege die Gemeinden verantwortlich. Der Kanton unterstützt die Einwohnergemeinden für die Anlage, den Unterhalt und die Kennzeichnung von Nebenwanderwegen mit Beiträgen von bis zu 40 Prozent der anrechenbaren Kosten.

«Der Wildheupfad wird regelmässig unterhalten», betont Gisler. Das heisst: Grössere Steine werden aus dem Weg geräumt, durch Schnee oder Wasser angerichtete Schäden behoben, aber auch da und dort Tritte eingebaut. «Erst gerade vor rund zwei Wochen haben wir den Wildheupfad ausgemäht, damit Wanderer problemlos von den Eggbergen via Franzen auf den Oberaxen gelangen können», sagt Gisler. Die schwierigsten Passagen seien zudem seit je mit Eisenstangen und Seilen abgesichert. «Wer in die Welt der Wildheuer eintauchen und eine landschaftlich attraktive Gegend kennen lernen will, dem kann ich eine Wanderung im Rophaiengebiet nur empfehlen», so Gisler – «immer vorausgesetzt, dass die Wanderer die erwähnten Kriterien erfüllen.»

Bruno Arnold

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