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FLÜELEN: Die Stadlers nehmen einen neuen Anlauf

Obwohl das erste Gesuch für den Einbau von zwei Fenstern am ehemaligen Wohnhaus von Heinrich Danioth noch nicht erledigt ist, wird ein zweites Baugesuch behandelt. Die Bauherrschaft hat einen runden Tisch gefordert – und erhalten.
Bruno Arnold
Der geplante Fenstereinbau an der Westfassade des Hauses «Im Ring» in Flüelen geht in eine weitere Runde. (Bild: bar (Flüelen, November 2016))

Der geplante Fenstereinbau an der Westfassade des Hauses «Im Ring» in Flüelen geht in eine weitere Runde. (Bild: bar (Flüelen, November 2016))

Alt Regierungs- und Ständerat Markus Stadler und seine Frau haben 2015 das Haus «Im Ring» in Flüelen erworben. Dieses gilt als schutzwürdig. Kanton und Bund haben vor wenigen Jahren Beiträge an die Sanierung der Fassaden gesprochen. Sie verknüpften dies mit dem Eintrag einer Nebenbestimmung im Grundbuch, wonach bauliche Änderungen am Haus nicht ohne vorherige Rücksprache mit der kantonalen Heimatschutzfachstelle und nur mit Zustimmung des Bundesamts für Kultur vorgenommen werden dürften.

«Wir werden einzig gewisse Änderungen im Innern des Hauses vornehmen, die aber von aussen nicht sichtbar sein werden», liess sich Markus Stadler nach der am 1. Mai 2015 im Amtsblatt erfolgten Eigentumsübertragung zitieren.

Versprechen wird Makulatur

Doch Stadlers Versprechen, keine von aussen sichtbaren baulichen Eingriffe vorzunehmen, war bereits rund vier Monate später Makulatur. Er reichte bei der Baukommission Flüelen ein Gesuch für den Einbau von zwei zusätzlichen Fenstern ein, eines an der Südfassade, das andere an der seeseitigen Westfassade. Stadler war zwischenzeitlich eingefallen, dass für die Nebenbestimmung im Grundbuch zum Zeitpunkt des Eintrags «keine genügende gesetzliche Grundlage» bestanden habe. Zudem sei das Haus infolge der in der Vergangenheit vorgenommenen baulichen Massnahmen nicht (mehr) schutzwürdig.

Die Baukommission und der Gemeinderat Flüelen lehnten das Gesuch ab, Stadler legte Beschwerde ein, die Regierung sagte Ja, das Bundesamt für Kultur konterte (siehe Box). Fazit nach bald zwei Jahren: Einen rechtskräftigen Entscheid zum Baugesuch von 2015 gibt es bis heute nicht. Der bisher letzte Akt in ­dieser unrühmlichen Sache: Das Obergericht des Kantons Uri hat Ende 2016 das Beschwerdeverfahren sistiert – auf Antrag der Stadlers. Die Besitzer haben aber inzwischen bei der Baukommission Flüelen bereits ein neues Baugesuch eingereicht, mit einem anders ausgerichteten, flächenmässig aber leicht grösseren Fenster. In Urner Juristenkreisen löst die Sistierung Unverständnis aus: «Verfahrensmässig wäre ein Rückzug der Beschwerde beim Obergericht des Kantons Uri notwendig, um ein neues Baubewilligungsgesuch einreichen zu können», wird argumentiert.

Ball liegt zurzeit bei Kanton und Bund

Die Baukommission Flüelen hat das neue Baugesuch umgehend der kantonalen Natur- und Heimatschutzkommission (NHSK) und dem Bundesamt für Kultur (BAK) zur Stellungnahme unterbreitet. «Bisher hat zum konkreten Baugesuch weder die Gemeindebaubehörde einen Entscheid getroffen, noch haben kantonale Fachstellen oder das BAK Stellung genommen», heisst es bei der Urner Justizdirektion auf Anfrage.

«Nicht sachliche Argumente waren ausschlaggebend, sondern die politischen Mandate des Beschwerdeführers», hiess es in Uri nach Bekanntwerden des regierungsrätlichen Ja zum ersten Baugesuch vielerorts. «Einfache Bürger hätten keine Chance gehabt.» Ähnlich dürfte es auch jetzt wieder tönen. Denn die kantonale Fachstelle für Denkmalpflege hat auf heute Donnerstag zu einem runden Tisch in Sachen Fenstereinbau eingeladen – auf Ersuchen der Bauherrschaft. Teilnehmen werden neben einem Luzerner Architekten als Gesprächsleiter je drei Vertreter der Bauherrschaft und der NHSK, der verwaltungsexterne Fachexperte, der das Gutachten zum ersten Baugesuch erstellt hat, der Urner Denkmalpfleger und ein Vertreter des BAK. Die Gemeinde Flüelen, die ebenfalls eingeladen wurde, verzichtet auf eine Teilnahme am runden Tisch.

Es werden keine Entscheide gefällt

«Ziel des Gespräches ist es, wesentliche Aspekte des Bauvorhabens, die divergierenden privaten und öffentlichen Interessen und den allfälligen Gestaltungsspielraum der Bauherrschaft zwischen den Beteiligten zu klären sowie das weitere Vorgehen festzu­legen», erklärt Heidi Z’graggen. «Am runden Tisch werden keine Entscheide gefällt. Die Erteilung der Baubewilligung durch die Baukommission Flüelen setzt positive Stellungnahmen der NHSK und des BAK voraus», betont die Justizdirektorin. Die Verfahrenskosten – inklusive der Kosten für den Fachexperten – hat die Bauherrschaft zu tragen.

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

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