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FLÜELEN: Freestyler zeigen beim Festival Moove Uri waghalsige Sprünge

Beim Freestyle-Festival Moove Uri kamen sowohl Sport- als auch Musikfans voll auf ihre Kosten. Zwar musste dafür Schnee nach Flüelen transportiert werden. Extrafahrten waren aber dank einem ausgeklügelten Konzept trotzdem nicht nötig.
Urs Hanhart
Die Freestyler flogen in Flüelen bis zu 15 Meter weit und bauten in die Sprünge auch Saltos ein. (Bild: Urs Hanhart (Flüelen, 28. Oktober 2017))

Die Freestyler flogen in Flüelen bis zu 15 Meter weit und bauten in die Sprünge auch Saltos ein. (Bild: Urs Hanhart (Flüelen, 28. Oktober 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Auf dem grossen Platz hinter dem Bahnhof Flüelen ist normalerweise ein riesiges Schiffshorn der Eyecatcher. In den letzten Tagen wurde dieses allerdings durch ein riesiges temporäres Bauwerk wortwörtlich in den Schatten gestellt. Die Organisatoren des Freestyle-Festivals Moove Uri errichteten innerhalb von vier Tagen mit Gerüsten eine gewaltige Schanze mit einem 22,5 Meter hohen Anlaufturm.

Am Freitag mussten die rund 20 Jump-Contest-Teilnehmer wegen des überaus garstigen Wetters auf Sprünge verzichten. Die Eröffnungsshow fiel buchstäblich ins Wasser. Dafür konnten die Freaks gestern Vollgas geben. Der Contest ging bei zwar etwas windigen, aber sonst idealen Bedingungen über die Bühne.

Zuschauer staunten über die tolle Show

Die besten Freestyler erreichten Luftstände von mehreren Metern, flogen bis zu 15 Meter weit und bauten spektakuläre Einlagen wie Saltos oder Querrotationen ein. «Die Organisatoren haben eine super Rampe hingestellt. Es macht grossen Spass, hier zu springen», sagte Contest-Teilnehmer Ramon Kündig aus Rickenbach. Allerdings sei die Schanze recht anspruchsvoll. «Die Anlaufspur ist sehr schmal und der Auslauf ziemlich kurz», so der Student aus dem Kanton Schwyz. Ihren Spass hatten nicht nur die Athleten, sondern auch die vielen Zaungäste, zu denen auch der Obwaldner Fabian Rohrer gehörte. Sein Urteil: «Es hat sich gelohnt, nach Flüelen zu kommen. Die Freestyler bieten eine tolle Show, und auch sonst ist dieser Event einen Besuch wert.»

Um die Schanze für die Freeskier und Showboarder wettkampftauglich aufzubauen, waren rund 200 Kubikmeter Schnee nötig. «Dieser stammt von sechs Eishallen in der Zentralschweiz und in der Region Zürich», erklärte OK-Mitglied Marcel Greimel. «Es handelt sich um ein Abfallprodukt, das von den Eisflächen abgekratzt wurde.» Extrafahrten für den Transport nach Flüelen waren nicht nötig. Einheimische Lastwagenchauffeure haben bei Aufträgen in der Nähe der Eishallen den Schnee mitgenommen, statt leer zurückzufahren. Kritikern, denen das Ganze als ökologisch fragwürdig erscheint, konnten die Organisatoren damit zumindest ein Stück weit den Wind aus den Segeln nehmen.

Der Höhepunkt von Moove Uri war der grosse Final des Freeski- und Snowboard-Contests. Aber auch neben der Schanze wurde den Besuchern ein attraktives Rahmenprogramm geboten. «Wir wollen einerseits den Freestyle-Sport fördern und andererseits auch den Familien etwas Spezielles bieten», so Greimel. Und tatsächlich: Wo sonst trifft man Sprungschanze, Kinderdisco und eine Bühne mit Open-Air-Charakter am gleichen Platz an?

Durchführung des Events stand auf der Kippe

Lange war ungewiss, ob der Grossevent Moove Uri überhaupt stattfinden kann. «Wir hatten diesmal grosse Mühe, unser Budget von 200000 Franken zusammenzubringen. Deshalb standen wir kurz davor, den Event abzusagen», verriet Greimel. «Als letzten Rettungsversuch haben wir ein Crowdfunding aufgezogen.» Das habe sich bezahlt gemacht. «So ist doch noch genügend Geld reingekommen», sagte Greimel erleichtert.

Die Premiere von Moove Uri, die vor zwei Jahren in Altdorf stattgefunden hatte, ging nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne. Die Veranstalter mussten viel Kritik von Anwohnern einstecken, die sich wegen des grossen Lärms beklagten. Daraus haben die Verantwortlichen nun Lehren gezogen, wie Greimel erklärte: «Wir haben mit der Standort­gemeinde sowie mit allen Direktbetroffenen das Gespräch gesucht und auch Lösungen gefunden, um den Lärm in Flüelen in Grenzen zu halten.»

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