FLÜELEN: Gemeinde kann Platzprobleme ideal und günstig lösen

Die Gemeinde hat im Oberdorf rund 4000 m2 Land erwerben können. Ziel ist es, dort die Feuerwehr und den Werkhof unterzubringen.

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Gemeindepräsident Simon Arnold vor der neu erworbenen Liegenschaft Platten. (Bild Bruno Arnold)

Gemeindepräsident Simon Arnold vor der neu erworbenen Liegenschaft Platten. (Bild Bruno Arnold)

Die Spatzen habe es schon länger von den Dächern gepfiffen, nun ist es offiziell: Die Gemeinde Flüelen hat gemäss Amtsblatt vom vergangenen Freitag von der Swisscom Immobilien AG mit Sitz in Ittigen eine 3926 m2 umfassende Landfläche im Gebiet Platten inklusive bestehende Gebäude erworben. Der Kaufpreis für das in der Wohn- und Gewerbezone liegende Grundstück beläuft sich auf 420 000 Franken. Die Liegenschaft wird ins Finanzvermögen der Gemeinde übergeführt. Dies ist auch der Grund dafür, dass der Kauf nicht den Stimmberechtigten zum Entscheid vorgelegt werden musste.

Parzellierung war kein Thema

In der Vergangenheit hatten sich beim grossen Schweizer Telekommunikationsanbieter verschiedene Privatpersonen nach der Möglichkeit des Erwerbs von Teilen des Grundstücks östlich der Gotthardstrasse erkundigt. Für die Swisscom Immobilien AG war aber eine Parzellierung nie ein Thema, und für die privaten Interessenten kam der Kauf der gesamten Fläche ebenfalls nicht in Frage. Aufgrund dieser Ausgangslage schaltete sich schliesslich die Gemeinde ein. «Wir sind mit der Swisscom nach fairen Verhandlungen schnell einig geworden», betont Gemeindepräsident Simon Arnold. Auch für den relativ günstigen Quadratmeterpreis hat Arnold eine Erklärung: «Teile des Gebiets liegen in der Gefahrenzone. Zudem könnte das Gebiet dereinst durch den allfälligen Bau einer Neat-Variante Reider ebenerdig tangiert werden. Für den Gemeinderat seien dies aber keine Gründe gewesen, um auf den Kauf zu verzichten: «Der Wert des Bodens bleibt so oder so erhalten», begründet Arnold den Entscheid. Zudem müsse man heute in Sachen Neat in Perspektiven von mehreren Jahrzehnten denken. Der Kaufpreis könne deshalb problemlos amortisiert werden. «Und schliesslich kann die Gemeinde vom ersten Jahr an mit einer Rendite von zirka 3 Prozent rechnen», betont der Gemeindepräsident. Der Grund: «Die Swisscom wird sich aufgrund ihrer laufenden Verträge und Dienstbarkeiten einmieten und Teile des Grundstücks sowie der Gebäude weiterhin nutzen», betont Arnold. Mit der Swisscom wird ein Mietvertrag über fünf Jahre abgeschlossen mit der Option auf eine Verlängerung.

Neue Perspektiven für «Seerose»

Rund 670 m2 wird die Gemeinde an den Besitzer einer angrenzenden Parzelle weiterverkaufen. Und was gedenkt man mit den restlichen Flächen zu tun? «Damit können wir unsere Platzprobleme günstig und ideal lösen», erklärt Arnold. «Wir wollen einerseits das bei der Alterspension Seerose untergebrachte Feuerwehrlokal ins Gebiet Platten verlegen», erklärt Arnold. «Damit eröffnen wir den Verantwortlichen der ‹Seerose› neue Perspektiven bezüglich Ausbauplänen.» Ausserdem soll auf der neu erworbenen Liegenschaft der Werkhof der Gemeinde zu stehen kommen. Aktuell werden der Rossstall, die Zivilschutzanlage Gehren und die Allmeini benützt. «Mit der Konzentration auf einen einzigen Standort können wir Synergien nutzen», ist Arnold überzeugt.

Die entsprechende Planung soll 2016 aufgenommen werden. «Aufgrund der gültigen Mietverträge werden aber vor 2020 keine baulichen Änderungen vorgenommen», sagt Arnold. «Wir werden in gemeinsamer Planung mit der Swisscom entscheiden, wo was gebaut werden kann, damit sich die Vorstellungen und Wünsche des Telekommunikationsunternehmens sowie der Gemeinde Flüelen nicht in die Quere kommen.»

Bruno Arnold