FLÜELEN: Jetzt erobern die Urner die «Seerose»

Die schwimmende Plattform hat am Ufer des Urnersees angedockt. Beim Urner Tag hatten aber auch auswärtige Gäste ihren Auftritt.

Markus Zwyssig
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Bei der Trachtenvereinigung Uri sind schon die Kleinen mit grossem Einsatz dabei. (Bild Urs Hanhart)

Bei der Trachtenvereinigung Uri sind schon die Kleinen mit grossem Einsatz dabei. (Bild Urs Hanhart)

Markus Zwyssig

Der Andrang war gestern Vormittag bereits eine halbe Stunde vor Beginn ausserordentlich gross. Über 600 Personen wollten früh «Seerose»-Luft schnuppern. So musste sich zuerst in Geduld üben, wer die schwimmende Plattform, die vor ein paar Tagen in Flüelen angedockt hatte, betreten wollte.

Der Aperitif muss noch warten

«Oh, jetzt haben wir die Gipfeli im Auto vergessen», sagte eine Mutter enttäuscht zu ihren Kindern. Das war aber nicht weiter schlimm, denn der Aperitif musste so oder so warten. Zuerst wurde nämlich Gottesdienst gefeiert. Die Arena war um 10 Uhr bis auf den letzten Platz besetzt. Pfarrer Notker Bärtsch freute sich über die vollen Ränge.

Die Mitglieder des Jodlerklubs Seerose hatten noch einen besonderen Grund zum Strahlen. Als «Seerose» auf der gleichnamigen schwimmenden Plattform aufzutreten, sei schon etwas Besonderes, sagte deren Präsident Fabian Wyrsch. «Das Wetter ist wunderbar und sicher mit verantwortlich dafür, dass so viele Menschen gekommen sind.» Es sei in der Open-Air-Arena zwar ein bisschen warm geworden, trotzdem bleibe der Auftritt sicher in besonderer Erinnerung. Wyrsch und seine Kollegen genossen danach noch ein paar Stunden auf der Seerose. Bereits am Mittwochabend haben die Flüeler ihren nächsten Auftritt: beim Jodel- und Folkloreabend mit Radiomoderator Sämi Studer.

Anschliessend zeigte die Trachtenvereinigung Uri ihre Darbietungen. Viel Applaus gab es insbesondere für die Tänze der Kinder. Zudem unterhielt die Schwyzerörgeli-Grossformation Alpeblüemli Erstfeld die Gäste. Aber nicht nur Urner hatten einen grossen Auftritt, auch ein Ostschweizer Gast trat auf die Bühne, und die Musikgesellschaft Harmonie aus Lichtensteig spielte auf. Beat Krippendorf nahm am Nachmittag in der Arena das Thema Gastfreundschaft auf selbstkritische und humorvolle Art und Weise unter die Lupe.

Mehr Besucher als erwartet

«Unsere Erwartungen wurden übertroffen», sagte Josef Arnold, Präsident des lokalen OKs. Der Besucherrekord wurde während des Gottesdienstes verzeichnet. 400 Personen fanden in der Arena Platz. 160 Gäste verfolgten die Feier im unteren Teil der Plattform. «Wir hoffen, dass wir mit dem Urner Tag viele ‹gluschtig› gemacht haben und dass sie die ‹Seerose› erneut besuchen.»

Am Urner Tag nutzen auch zahlreiche Gäste von auswärts die Gelegenheit, die «Seerose» zu besichtigen. Ihnen gefalle es hier, sagte Benno Schmid, der mit seiner jungen Familie aus Goldau angereist war. «Wir haben es in Brunnen nicht geschafft. Jetzt aber hat es geklappt.» Zu essen und zu trinken gibt es auf der Plattform, die zum 200-Jahr-Jubiläum der Gastfreundschaft in der Zentralschweiz entstanden ist, reichlich. Auch die Familie, die ihre Gipfeli im Auto vergessen hat, ist sicher noch satt geworden.

Grosses Interesse am Angebot

MZ. Seit ihrer Ankunft in Flüelen am vergangenen Mittwoch stiess die «Seerose» mit verschiedenen Veranstaltungen auf ein grosses Besucherinteresse. Das bestätigt Josef Arnold, Präsident des Urner OK. So war am Freitagabend das Konzert mit dem Zentralschweizer Rock- und Popmusiker Ivo praktisch ausverkauft. Als Überraschungsgast trat der Mundartsänger Adrian Stern auf. Das vom Haus der Volksmusik organisierte Konzert am Samstag mit dem Ländlertrio Imholz und mit der Formation Zunderobsi war ebenfalls gut besucht. Die Veranstaltung am Montag mit Frölein Da Capo, Rob Spence und Johnny Burn ist ausverkauft. Für alle anderen Veranstaltungen gibt es noch Tickets. Die «Seerose» ist bis zum 13. September in Flüelen zu Gast. Das Programm verspricht einen Querschnitt durch die Zentralschweizer Kulturlandschaft mit Comedy, Theater, Volksmusik, Rock, Pop, Jazz und Film.