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FLÜELEN: SBB bekräftigen Anspruch auf Gotthardbergstrecke

Rund hundert Tage vor der Inbetriebnahme des Gotthardbasistunnels am 11. Dezember haben die SBB für die Vorzüge der neuen Flachbahn für den Güter- und Personenverkehr geworben. Zudem bekräftigte die Bahn ihren Anspruch, auch nach 2017 die Bergstrecke zu betreiben.
Ein Zug befährt die nördliche Gotthard-Bergstrecke zwischen Erstfeld und Göschenen bei Wassen.

Ein Zug befährt die nördliche Gotthard-Bergstrecke zwischen Erstfeld und Göschenen bei Wassen.

Das Tunnelfieber solle nun dem Reisefieber weichen, erklärten Vertreter der SBB am Mittwoch in Flüelen. Die neue Flachbahn durch die Alpen bringe den Kunden im Güter- und Personenverkehr einen Leistungsschub und kürzere Fahrzeiten.

Gebaut worden war der 57 Kilometer lange Tunnel zwischen Erstfeld und Bodio in erster Linie für den Güterverkehr. Nach der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels Ende 2020 kann die Zahl der täglichen Güterzüge von heute 180 auf bis zu 260 erhöht werden.

Weil die Züge nicht mehr via Bergstrecke auf über 1100 Metern über Meer klettern müssen, können die schweren Güter auch effizienter transportiert werden. Gemäss SBB kann eine sechsachsige Lok allein bis zu 2000 Tonnen schwere und 750 Meter lange Güterzüge durch die Alpen transportieren.

Für die Passagiere bringt der Basistunnel in erster Linie einen Zeitgewinn von rund 30 Minuten. Mehr Schnellzüge als heute werden aus Kapazitätsgründen aber nicht zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin verkehren. Die SBB gehen davon aus, dass sich die Zahl der Passagiere bis 2025 von heute täglich 9000 dank des Zeitgewinns auf 18'000 verdoppeln wird.

Bergstrecke erhält attraktiveren Namen

Markant an Bedeutung verlieren wird die Bergstrecke mit noch 500 Passagieren täglich. Sie wird ab dem 11. Dezember 2016 noch von stündlich einem RegioExpress ab Erstfeld Richtung Bellinzona bedient. Im Nordtessin erhalten Ambrì-Piotta und Lavorgo neu wieder einen Zugshalt. Die Neuordnung des öffentlichen Regionalverkehrs ist in der Leventina indes auch auf Kritik gestossen.

Die SBB wollen die Bergstrecke touristisch besser vermarkten und nennt diese neu «Panoramastrecke». Wo es die Nachfrage erlaubt, wird das Basisangebot Erstfeld-Bellinzona ausgebaut, etwa mit Direktverbindungen von Basel und Zürich bis Göschenen (-Andermatt) oder mit dem «Gotthard Weekender» von Zürich via Bergstrecke nach Bellinzona.

Doch auch Touristen aus Amerika und Asien sollen die Bergstrecke künftig nutzen. Für sie wird als Nachfolger des Wilhelm-Tell-Express der «Gotthard Panorama Express» angeboten. Die Touristen sollen von Luzern per Dampfschiff nach Flüelen fahren und von dort durch Kehrtunnels und Talstufen vorbei nach Bellinzona fahren.

1.-Klasse-Passagiere fahren im Panoramawagen, 2.-Klasse-Passagiere in älteren Wagen, in denen sich noch die Fenster öffnen lassen - zum fotografieren, wie die SBB erklärten. An besonders fotogenen Stellen – etwa der Kirche von Wassen – wird der Panoramazug das Tempo drosseln.

Die Konzession der SBB zum Betrieb der Bergstrecke läuft Ende 2017 aus. Sie sei überzeugt, auf der Bergstrecke ein attraktives und finanzierbares Angebot bieten zu können, erklärten die SBB. Sie reagiert damit auf die Schweizerische Südostbahn (SOB), die ebenfalls Interesse an der alten Gotthardstrecke angemeldet hat und die SBB mit einem eigenen Konzept herausfordert.

sda


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