FLÜELEN: Stadler erwirbt Danioth-Haus

Ständerat Markus Stadler zieht an den Urnersee. Mit dem Kauf der ehemaligen Danioth-Liegenschaft erfüllen sich er und seine Frau einen lang gehegten Wunsch.

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Dieses Haus an der Seestrasse in Flüelen hat der Urner Maler Heinrich Danioth 1933 gebaut. (Bild Urs Hanhart)

Dieses Haus an der Seestrasse in Flüelen hat der Urner Maler Heinrich Danioth 1933 gebaut. (Bild Urs Hanhart)

Bruno Arnold und Florian Arnold

Chrüzmatt, Seestrasse 39, Flüelen, Gartenanlage, übrige befestigte Flächen, 1611 m2: Das sind einige der Angaben im Amtsblatt des Kantons Uri vom Freitag, 1. Mai. Was auf den ersten Blick nach einer ganz normalen Eigentumsübertragung ausschaut, ist es aber doch nicht ganz. Aus zwei Gründen: Einerseits handelt es sich beim beschriebenen Grundstück um jene Liegenschaft, auf welcher der Urner Künstler Heinrich Danioth 1933 sein Atelierhaus «Im Ring» mit Blick in die Urner Berglandschaft erbaute (siehe Box). Das Anwesen verfügt über 50 Meter privaten Seeanstoss und einen einmaligen Garten.

Anderseits sind auch die neuen Eigentümer im Kanton Uri alles andere als unbekannt. Erworben wurde das Anwesen vom amtierenden Urner Ständerat Markus Stadler und dessen Frau Marlis.

Letztes bebaubares Seegrundstück

Für den Verkauf des Objekts hatte der bisherige Eigentümer die Leuthold Liegenschaften AG in Zollikon engagiert. Das Unternehmen ist unter anderem auf den Verkauf von «exklusivem und nicht alltäglichem Grundbesitz» spezialisiert. Gesucht wurde gemäss Firmeninhaber Kristian Leuthold «eine finanzkräftige, kulturinteressierte Person» (siehe «Zentralschweiz am Sonntag» vom 8. Februar). Zum Preis machte der Makler keine Angaben. Stadler selber wollte sich mit Hinweis auf die Privatsphäre ebenfalls nicht äussern.

Fakt ist: Heute kostet allein schon 1 m2 Bauland am Urnersee in Flüelen mindestens 1000 Franken. Beim Anwesen «Im Ring» handelt es sich zudem um das letzte bebaubare «Seegrundstück» in Flüelen.

«Dem ehemaligen Eigentümer war es wichtig, dass das Danioth-Haus an jemanden übergeht, der einen Bezug zu Uri hat», sagte Kristian Leuthold gestern. So beschränkte sich der Makler bei der Vermarktung primär aufs Lokale, «obwohl ein solches Grundstück ohne Probleme auch im Ausland hätte angepriesen werden können». Umso erfreuter ist der für den Verkauf zuständige Experte, dass das Haus nun an Urner übergeht. «Das Ehepaar Stadler bringt aber auch noch die Herzkomponente mit», so Leuthold. Er habe von Anfang an deren Begeisterung für dieses Haus gespürt, so der Immobilienfachmann. Aus einem guten Dutzend von Interessenten hätten sich Markus und Marlis Stadler schliesslich als «ideal» herauskristallisiert. «Alle Puzzleteile sind an den richtigen Ort gefallen», so Leuthold.

Vielfach aus dem Zug bewundert

«Die Liegenschaft in Flüelen fasziniert mich seit vielen Jahren», sagt Markus Stadler. «Ich habe sie vielfach aus dem Zug bewundert.» Auf die Frage, ob die Bauart des Hauses, die Lage am See oder die Heinrich-Danioth-Vergangenheit des Hauses zum Erwerb geführt habe, meinte er: «Eigentlich ist es das Gesamtkunstwerk. Meine Frau und ich haben das Haus erworben, weil uns vor allem die Lage und der schöne Garten am See ausserordentlich faszinieren. Wir werden die Liegenschaft in ihrer jetzigen Form geniessen und pflegen und gerne unsere Familie und unsere Freunde bewirten», erklärt Stadler.

Charme würde gemindert

Das Haus ist im kantonalen Inventar schützenswerter Bauten aufgeführt. Im Vorfeld des Verkaufsprozesses wurde abgeklärt, was mit und auf dem Grundstück alles möglich ist an Anpassungen. Gemäss Aussagen von Architekten wäre es denkbar, auf der Liegenschaft einen weiteren Bau zu realisieren, allerdings würde dieses Vorhaben mit langwierigen Bewilligungsverfahren zusammenhängen. «Es wäre aber ohnehin schade, einen Nebenbau zu erstellen», sagt Leuthold. «Dieser würde den Charme des Grundstücks mindern.»

Markus Stadler selber betont denn auch: «Wir werden einzig gewisse Änderungen im Innern des Hauses vornehmen, die aber von aussen nicht sichtbar sein werden. Mit diesem Nehmen und Geben erwarten wir seitens der Denkmalschutzverantwortlichen keine Schwierigkeiten.»