FLÜELEN: Stammgäste spüren den Gegenwind

Die Genossenschaft nimmt Besuchern mit langen Booten den Wind aus den Segeln: Erlaubt sind nur noch 9 Meter. Die Gäste ziehen nun Konsequenzen.

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Seit kurzem wird das Hafenreglement konsequent umgesetzt. (Karikatur Jals/Neue LZ)

Seit kurzem wird das Hafenreglement konsequent umgesetzt. (Karikatur Jals/Neue LZ)

Jürgen und Irène Ohnhaus sind begeisterte Segler. 28 Jahre lang war das Ehepaar aus Luzern zu Gast im Bootshafen Flüelen.

Es legte mit seinem Segelschiff dort an und verbrachte Ferien im Urnerland. Wandern, Biken und natürlich Segeln. «In all den Jahren hat es uns in Flüelen sehr gut gefallen.» Doch nun sind diese Zeiten vorbei: Das Ehepaar Ohnhaus legt nicht mehr in Flüelen an. «Wir sind hier nicht mehr willkommen.»

«Regelrecht fortgejagt»
Den Ausschlag für den Bruch gab eine Begegnung im Frühling. Wie immer wollte Jürgen Ohnhaus mit seinem 11 Meter langen Boot in den Hafen einfahren. Vor der Einfahrt traf das Ehepaar Franz Meier, Präsident der Hafenkommission, der ebenfalls segelte. «Er signalisierte uns, dass wir nicht in den Hafen einbiegen sollen.»

Ohnhaus und seine Frau taten es dennoch, und an Land ergab sich eine emotionale Diskussion mit einem bitteren Ausgang: «Wir wurden regelrecht fortgejagt», schildert Jürgen Ohnhaus. Offenbar ist das Beispiel von Ohnhaus kein Einzelfall: Ihm sind ähnliche Fälle bekannt. «Gäste mit langen Schiffen sind in Flüelen plötzlich nicht mehr willkommen. Auch wenn sie zuvor jahrzehntelang hier zu Gast waren.»

9 statt 12 Meter
Die offizielle Begründung für die Verbannung: Mit Inkrafttreten der neuen Konzession per 1. Januar 2008 wird das Hafenreglement konsequent umgesetzt. Und dieses sieht vor, dass die Boote nicht länger als die Anlegeplätze sein dürfen. Für die sechs Plätze, die den Gästen zur Verfügung stehen, heisst das: Ist ein Boot länger als 9 Meter, darf es in Flüelen nicht mehr anlegen.

Drückte man bisher ein Auge zu, gibt es für die Gäste nun keine Ausnahme mehr. «Nur so können wir einen ungestörten Hafenbetrieb garantieren», erklärt Meier. «Da haben derart grosse Schiffe wie jenes von Jürgen Ohnhaus mit seinen fast 12 Metern Länge keinen Platz. Sonst blockiert er 3 Meter der Ausfahrgasse. Und dieser Raum fehlt dann jenen Bootsbesitzern, die bei uns Jahresmiete zahlen.»

Philipp Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Urner Zeitung.