Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FLÜELEN: «Wir politisieren auch beim Feiern»

Der Gemeinderat hat in den vergangenen Jahren einige politische Niederlagen einstecken müssen. Nun steht das grosse Gemeindejubiläum an. Präsident Simon Arnold sieht darin eine Chance.
Markus Zwyssig
«Die demokratischen Entscheide haben keinen Einfluss auf die Festlaune», Simon Arnold, Gemeindepräsident Flüelen. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)

«Die demokratischen Entscheide haben keinen Einfluss auf die Festlaune», Simon Arnold, Gemeindepräsident Flüelen. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)

750 Jahre Gemeinde, 350 Jahre eigenständige Pfarrei, 50 Jahre Rophaienkreuz. Flüelen feiert dieses Jahr gleich drei Jubiläen. Simon Arnold, sind Sie in Festlaune?

Simon Arnold: Ja, wir sind absolut in Festlaune.

In den vergangenen Jahren ist für den Gemeinderat aber nicht alles nach Wunsch verlaufen. Flüelen West hat eine Abfuhr erlitten. Und beim Schulhaus-Neubauprojekt stand man vor einem Scherbenhaufen. Trübt das die Freude?

Arnold: Ganz und gar nicht. Das waren demokratische Entscheide. Sie haben keinen Einfluss auf die Festlaune. Im Gegenteil: Wir schaffen mit unserem Jubiläumsanlass, der am 27. und 28. Juni stattfindet, auch eine gute Gelegenheit, um miteinander zu diskutieren. Und politisiert wird dabei bestimmt. Das Jubiläum ist eine gute Möglichkeit, die Anliegen der Gemeinde unter das Volk bringen.

Ist das Projekt Flüelen West, das Wohnraum für rund 2000 Personen im Industriegebiet schaffen wollte, vom Tisch?

Arnold: Flüelen West ist für den Gemeinderat vorderhand kein Thema. Das Projekt ist aber im Richtplan des Kantons enthalten. Möglich, dass das Projekt oder Teile davon zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen werden.

Und was ist mit der Schule?

Simon Arnold: Nach der Auswertung der beiden Volksabstimmungen im vergangenen Jahr gehen wir nun die Sanierung der Schulhäuser Gehren und Matte an. Eine Arbeitsgruppe erarbeitet ein umfassendes Sanierungsprojekt für das Schulhaus Gehren. Die Sanierung des Schulhauses Matte wird später erfolgen.

Wie viel kostet das?

Arnold: Die genauen Kosten sind noch nicht bekannt. Die Planungsarbeiten werden über den Sommer fertiggestellt. Am Donnerstag, 27. August, wird das Sanierungsprojekt an einer Informationsveranstaltung der Bevölkerung vorgestellt. Am 18. Oktober werden die Flüeler an der Urne über das erforderliche Kreditbegehren entscheiden. Der Start der Sanierungsarbeiten ist auf Sommer 2016 vorgesehen.

Die Einwohnerzahl in Flüelen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Weshalb hat die Schülerzahl nicht zugenommen?

Arnold: Die Einwohnerzahl hat sich erfreulich entwickelt. Leider ziehen nur wenige Familien mit Kindern nach Flüelen. Die Schülerzahlen stagnieren daher. Für Familien ist der Wohnraum zu teuer. Unsere Ressourcen sind sehr knapp. Wir haben kaum noch freies Bauland. 2000 bis 3000 Quadratmeter sind übrig, dann ist alles verbaut. Danach können wir nur noch in die Höhe bauen. Das werden wir entsprechend im Zonenplan berücksichtigen. Dabei stützen wir uns auf die Vorgaben im Raumplanungsgesetz.

Viel Platz nimmt im Dorfbild die Bahn ein, die mitten durch Flüelen fährt. Wie lange noch?

Arnold: Da wird sich nicht so schnell etwas ändern. Die Schiene teilt das Dorf wirklich massiv. Und es wird nicht besser. Mit dem aufkommenden Neat-Verkehr wird es noch mehr Erschütterungen geben. Die Aussichten, dass Flüelen in den nächsten Jahren umfahren wird, stehen schlecht. Das ist auch nicht gut für unsere Hotellerie. Der Lärm ist schlichtweg zu hoch.

Wie kann man die Lärmproblematik lösen?

Arnold: Das ist schwierig. Die SBB haben kein Interesse daran. Ihnen reicht die Route durchs Dorf noch. Sie möchten sogar eine Weiche einbauen. Dagegen haben wir Einsprache gemacht. Wir wollen nicht auch noch zum Rangierbahnhof für die Neat werden. Lärmschutzwände sind ein notwendiges Übel. Optisch sind sie leider nicht gerade ein Bijou.

Für das Jubiläum betreibt die Gemeinde Flüelen einen grossen Aufwand. Sprengen Kunstprojekte wie das riesige Horn, das jetzt beim Bahnhof steht, nicht das Budget für eine kleine Gemeinde?

Arnold: Wir haben für unsere Jubiläumsfeierlichkeiten ein Budget von 100 000 Franken. Klar, dass dies knapp berechnet ist. Wir haben uns aus diesem Grund auch für ein gerafftes Programm entschieden. Zu unserem Jubiläum wird in der Alten Kirche in Flüelen eine grosse Ausstellung eröffnet. An der Kilbi erscheint ein Magazin, das die Flüeler gratis erhalten. Das Kunstprojekt «thehOrn» belastet das Budget der Gemeinde hingegen fast gar nicht.

Weshalb?

Arnold: Der Künstler Antoine Zgraggen hatte Interesse, sein Kunstwerk zu zeigen. Wir haben die Transportkosten übernommen. Für die Revision kam die Arnold und Co. AG auf. Was nach dem Jubiläum mit dem Horn passiert, ist noch offen. Es gehört ja auch nicht uns, sondern dem Künstler. Es ist nur eine Leihgabe, wir haben es nicht gekauft. Erworben haben wir hingegen die Bronzeplastik «Dr Feen» von Toni Walker. Das ging aber nicht aufs Jubiläumsbudget. Als Flüeler machte er uns zudem einen Spezialpreis. Die Anschaffung hat sich gelohnt. Die Einweihung war ein Erfolg, vor allem auch, was den Publikumsaufmarsch betraf. Wir haben also durchwegs Grund zum Feiern.

Und keine finanziellen Sorgen?

Arnold: Weil unsere Gemeinde einwohnermässig gewachsen ist, haben auch die Steuereinnahmen zugenommen. Finanziell steht Flüelen hervorragend da. Wir haben über 3000 Franken Vermögen pro Kopf. In den vergangenen Monaten wurde auch sehr viel gemacht: im Gruonbach, im Strandbad, beim Schloss Rudenz, auch beim Busplatz. Zudem haben wir im Gebiet Platten von der Swisscom Land gekauft. Das schafft Platz für Feuerwehr und Werkhof. Flüelen hat keine Schulden mehr. Jetzt können wir in die Schule investieren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.