Flüeler Malerin erreicht ihr hochgestecktes Ziel

Lorena Epp hat mit einem Holzschemel – bemalt mit Naturmotiven – den ersten Platz des Innerschweizer Maler-Lehrlingswettbewerbs geholt.

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Die Siegerin Lorena Epp mit ihrem Lehrmeister Urs Bissig.

Die Siegerin Lorena Epp mit ihrem Lehrmeister Urs Bissig.

Bild: PD

(ml) Am vergangenen Samstag hat der Innerschweizerische Malerunternehmer-Verband (IMV) in Luzern die Preise für den diesjährigen Lehrlingswettbewerb verliehen. Die Aufgabe heuer war, einen vierbeinigen Schemel aus Holz mit malerischen Mitteln aufzupeppen. Zur Siegerin gekürt wurde Lorena Epp aus Flüelen. Unter dem Titel «Liäblingsplatz» hatte sie einen Holzschemel in ein kleines Naturparadies verwandelt: Zwei farbenprächtige Schmetterlinge lassen sich auf einer von Wassertropfen besetzten Holzbank nieder und ein paar Marienkäfer krabbeln die efeuumrankten Beine hoch.

«Die Natur habe ich überhaupt sehr gern, und da habe mir gedacht, so eine Naturszene passt doch ganz ausgezeichnet zum Holz des Schemels», sagt Lorena Epp. Wie viele Stunden sie in ihren «Liäblingsplatz» investiert hat, kann sie nicht mehr sagen: «Unzählige! Aber ich liebe halt die kreative Arbeit mit Formen und Farben sehr. Noch keine Geburtstags- oder Weihnachtskarte hat unser Haus verlassen, die ich nicht selber gestaltet hätte», so die Siegerin glücklich und stolz. Ebenso glücklich und stolz ist auch Lehrmeister Urs Bissig, Inhaber der Maler-Team Bissig AG in Altdorf. «Zu sehen, wie begabte junge Menschen sich ein hohes Ziel setzen und alles dafür tun, dieses zu erreichen, erfüllt mich mit riesiger Freude.»

Auch ganze Galaxien finden auf dem Schemel Platz

«Unseren Lehrlingswettbewerb führen wir nun schon seit 40 Jahren mit viel Erfolg durch, aber diesmal war das Niveau der Arbeiten wirklich unglaublich hoch», sagte Elisabeth Bösiger, Präsidentin des Innerschweizerischen Malerunternehmer-Verbands, am Samstagmorgen bei der Preisverleihung in Luzern. Rund 50 Personen hatten sich am Standort Weggismatt des Berufsbildungszentrums Bau und Gewerbe eingefunden, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Als Sicherheitsvorkehrung aufgrund der Coronapandemie wurden die Gäste auf die 15 Bestplatzierten mit jeweils zwei Begleitpersonen begrenzt. Im Gegenzug trug der dreimonatige Coronalockdown möglicherweise massgeblich zum hohen Niveau der gezeigten Werke bei, indem das Lahmlegen des öffentlichen Lebens den Lernenden viel Zeit verschaffte, sich vertieft dem Wettbewerb zu widmen, so heisst es in der Mitteilung weiter.

Zur Teilnahme am Wettbewerb berechtigt waren Maler-Lernende EFZ und EBA im zweiten Ausbildungsjahr aus den Kantonen Luzern, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden sowie Zug. Mehr als 60 Lernende aus der ganzen Zentralschweiz nahmen sich dieser Herausforderung an. Auf die Schemel zauberten sie feingliedrige Ornamente, Pflanzen und Tiere, Landschaften, ja ganze Galaxien fanden Platz auf dem kleinen Möbel – in Seidenmatt und Hochglanz. Massgebend für die Bewertung der sechsköpfigen Jury aus Branchenfachleuten waren folgende Kriterien: Gesamteindruck, Kreativität, Farbgebung, Sauberkeit der Ausführung und zeitlicher Aufwand sowie individuelle Präferenzen.

IMV-Präsidentin Elisabeth Bösiger wünschte auch für das Qualifikationsverfahren, das in einem Jahr beginnt, allen viel Glück und Erfolg. «Wenn wir sehen, mit wie viel Leidenschaft und Freude unsere Lernenden an ihren Schemeln gearbeitet haben, dann brauchen sie sich um den Lehrabschluss wirklich nicht zu sorgen», sagte Elisabeth Bösiger. «Dann stehen ihnen danach auch im Erwerbsleben alle Tore weit offen.»