Forschung
«Uri im Wandel»: Institut tritt in Dialog mit der Urner Bevölkerung

Das Instituts «Kulturen der Alpen» untersucht den Wandel des Kantons Uri. Forschungsdaten sollen im Austausch mit Urnern gewonnen werden. Eine erste Gesprächsrunde findet am 9. April online statt.

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Menschen wie diese Wildheuer in Isenthal prägen die Urner Landschaft.

Menschen wie diese Wildheuer in Isenthal prägen die Urner Landschaft.

Bild: Christof Hirtler

(pd/RIN) Die ländliche Schweiz hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Das gilt auch für den alpinen Raum. Im Kanton Uri lasse sich dieser Wandel gut beobachten, wie das Urner Institut «Kulturen der Alpen» schreibt: Die Landwirtschaft verändert sich, der Wald gewinnt stetig an Fläche, der Tourismus nimmt neue Gestalten an, Strassen und Eisenbahnlinien formen die Umgebungen und die Digitalisierung krempelt Arbeitsalltage um. Ein Projekt des Instituts in Altdorf untersucht nun genau diese Veränderungen. Es heisst: «Uri im Wandel – Bevölkerung und Wissenschaft im Dialog».

Das Projektteam will diese Veränderungen analysieren, indem es mit den Urnerinnen und Urnern darüber spricht. Ein erster Gesprächsabend mit dem Titel «Welche Zukunft für die Urner Landschaft? Welche Zukunft für die Menschen, die darin arbeiten?» wäre Ende November 2020 in Isenthal geplant gewesen, musste allerdings wegen der Coronapandemie abgesagt werden. Da Zusammenkünfte mit grösseren Gruppen weiterhin problematisch sind, soll der Austausch jetzt online stattfinden – und zwar am Freitagabend, 9. April, von 19 bis 21 Uhr. Interessierte benötigen zur Teilnahme lediglich einen Computer mit Internetanschluss. Sie können sich noch bis am Dienstag, 6. April, anmelden (siehe Hinweis).

Alle sind mit ihren Erfahrungen gefragt

Die Veranstalter sind überzeugt, dass jede und jeder einen Bezug zur Landschaft hat – egal ob Bikerinnen, Wanderer oder Älplerinnen. Sie erhoffen sich eine entsprechend breitgefächerte Runde von Teilnehmern. An der Veranstaltung wird es Gruppengespräche geben, in die sich alle einbringen können. Ausserdem wird ein Podiumsgespräch stattfinden mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wissenschaft und der Korporation Uri.

Dabei zeigen Frieda Steffen (Bäuerin aus Andermatt), Kurt Schuler (Vizepräsident der Korporation Uri), Andi Arnold (Förster des Reviers Attinghausen-Seedorf-Bauen) und Rahel Wunderli (Historikerin) ihre Sichtweisen auf das vielschichtige Thema auf. Heinz Keller (ehemaliger Leiter des Theaters Uri) wird das Gespräch moderieren. Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm «Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind» von Fredi M. Murer aus dem Jahr 1974 dürften die Debatte zusätzlich anregen.

Landschaft widerspiegelt politische und wirtschaftliche Zwänge

Die Landschaft in Uri, wie sie von Einheimischen und Touristen genutzt und wahrgenommen wird, ist– wie andernorts – das Resultat jahrhundertelanger Bewirtschaftung. Die Menschen haben die Natur zur Kulturlandschaft gemacht. Aussergewöhnlich sei im Kanton Uri jedoch der im schweizerischen Vergleich hohe Anteil an Allmenden – also an Flächen, die von Korporationen verwaltet werden, so das Institut.

Gegenwärtig stünden Landwirtschaft und Forstwirtschaft von unterschiedlichen Seiten unter hohem Druck. Dabei stelle sich die Frage, wie politische Vorgaben und wirtschaftliche Zwänge die Arbeit von Bäuerinnen und Bauern respektive des Forstpersonals beeinflussen. Welche Möglichkeiten eröffnet ihnen der Wandel wiederum? Wo treffen sich die Interessen jener, die mit natürlichen Ressourcen (Boden, Pflanzen, Tiere) arbeiten, und jener, die die Natur immer mehr als Erholungsraum nutzen? Wo unterscheiden sie sich? Diese und weitere Fragen stehen am 9. April im Zentrum. Die Urner Bevölkerung ist herzlich eingeladen, ihre Erfahrungen, Ansichten und Ideen dabei einzubringen.

Bereits zweite Veranstaltung geplant

Eine zweite Veranstaltung ist später in Erstfeld vorgesehen, bei der das Thema Mobilität im Fokus stehen wird. Die Pilotphase des Projekts «Uri im Wandel – Bevölkerung und Wissenschaft im Dialog» wird unterstützt von Politcast-Uri, der Universität Luzern, dem Kanton Uri, der Dätwyler-Stiftung und der Raiffeisenbank Urnerland.

Veranstaltung findet als «Zoom-Meeting» statt

(pd/RIN) Mehr Infos gibt es unter www.kulturen-der-alpen.ch. Für die Online-Veranstaltung vom 9. April, 19 bis 21 Uhr, kann man sich bis am 6. April per E-Mail an mail@kulturen-der-alpen.ch oder telefonisch unter 041 874 18 90 anmelden. Die Online-Veranstaltung wird als «Zoom-Meeting» durchgeführt. Dazu benötigen die Teilnehmer lediglich einen Computer mit Internetanschluss. Die angemeldeten Personen erhalten kurz vor der Veranstaltung einen Link, mit dem sie sich in die Veranstaltung einwählen können. Bei technischen Problemen steht eine helfende Ansprechperson zur Verfügung.