Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Fragen ans Amt bleiben unbeantwortet

Tierschutz Der Fall von Maud Berner wirft zahlreiche Fragen auf. Wie wurde Louis ausgerechnet am 7. April 2017 beschlagnahmt, nachdem die letzte Kontrolle ein Jahr, der letzte Vorfall anderthalb Jahre zurücklagen? Und wurde der Hund zur Vermittlung ausgeschrieben, obwohl das Verfahren noch hängig ist?

Diese und weitere Fragen unserer Zeitung könne man aus Gründen des Amtsgeheimnisses nicht beantworten, schreibt Marco Gut, stellvertretender Kantonstierarzt der Urkantone. Er hält stattdessen «einige Hintergrundin­formationen betreffend Umgang mit gefährlichen Hunden» fest: Der Kantonstierarzt habe die Aufgabe, nach Meldungen durch Institutionen oder Privatpersonen den Sachverhalt zu überprüfen und zu beurteilen. Wichtig für die Beurteilung seien hier «grundsätzlich» die Schilderungen der betroffenen Personen, «wodurch die Situation des Vorfalls meist eingeordnet werden kann». Falls nötig, könne zusätzlich ein Hund oder eine Hund-Halter-Beziehung vor Ort beurteilt werden, um weiterführende Fragestellungen zu beantworten. Bei der Beurteilung der Fälle arbeite der Kantonstierarzt mit Spezialtierärzten im Bereich Verhaltensmedizin zusammen.

Beschlagnahmung als «allerletzte Möglichkeit»

Dass ein für die Jagd gezüchteter Hund ein Jagdverhalten aufweist, sei «normal, ja sogar gewollt», hält Gut fest. Mit einem Hund, der jagt, müsse so umgegangen werden, dass er seine Bedürfnisse ausleben kann, er aber daneben die Öffentlichkeit nicht gefährdet. «Viele engagierte Hundehalter wollen das und schaffen das», hält Gut weiter fest. In den Urkantonen würden mehrere tausend Hunde gehalten, «die grosse Mehrheit» von engagierten Haltern. Pro Jahr erfolgen nur etwa 200 Meldungen an den Kantonstierarzt, davon meist wegen wenig gravierender Fälle. «Generell ist die Beschlagnahmung eines Hundes sehr selten und die allerletzte Möglichkeit, nachdem alle anderen voraus­gehenden Schritte nicht wirksam waren oder ein Hundehalter nicht gewillt war, diese umzusetzen.» Es sei der Auftrag der Öffentlichkeit an den Kantonstierarzt, im Falle eines Risikos die Bevölkerung und Tiere vor gefährlichen Hunden zu schützen. «Eltern, Velofahrer, Spaziergänger, Hundehalter und andere Tierhalter erwarten dies von uns.»

Damit bleiben auch folgende Fragen unserer Zeitung an die Adresse des Veterinäramts der Urkantone unbeantwortet: Welchen Stellenwert haben Meldungen von Drittpersonen für das Veterinäramt der Urkantone? Wieso verzichtete das Amt auf einen Augenschein der Hühner und der Sichtverhältnisse bei den Schafen? Ist es üblich, dass Beurteilungen eines Hundes telefonisch erfolgen? Wieso wurde Louis’ Fixieren bei der Verhaltensabklärung negativ ausgelegt, obwohl dieses Verhalten für Vorstehhunde rassespezifisch ist? Wieso hält die Verhaltenstierärztin fest, Beute- und Jagdaggression sei «normal für diese Hunderasse», bezeichnet Louis dann aber als «absolut gefährlich» für Wild- und Fluchttiere? Ist demnach jeder Jagdhund «absolut gefährlich»? Wie sinnvoll ist es, die Einhaltung der Auflagen mit einer angemeldeten Kontrolle zu überprüfen? Wieso fliessen die für Berner und Louis positiv ausfallenden Zusatznotizen der Kontrolle und das Schreiben das Jagdaufsehers nicht entsprechend positiv in die Beurteilung ein? (eca)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.