Frauenbund Uri verpasst sich zeitgemässes «Make-up»

Miriam Christen-Zarri aus Bürglen wurde an der Jubiläums-GV in Attinghausen zur neuen Präsidentin gewählt. Ja sagten die Delegierten zu einer Statutenanpassung.

Robi Kuster
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Es gab einige Wechsel im Vorstand, von links: Martina Seeholzer (neues Vorstandsmitglied) Miriam Christen (neue Präsidentin), Regula Käslin (abtretende Co-Präsidentin), Tildi Michlig (neues Vorstandsmitglied) und Ruth Aschwanden (abtretende Co-Präsidentin). (Bild: Robi Kuster (Attinghausen, 17. November 2018))

Es gab einige Wechsel im Vorstand, von links: Martina Seeholzer (neues Vorstandsmitglied) Miriam Christen (neue Präsidentin), Regula Käslin (abtretende Co-Präsidentin), Tildi Michlig (neues Vorstandsmitglied) und Ruth Aschwanden (abtretende Co-Präsidentin). (Bild: Robi Kuster (Attinghausen, 17. November 2018))

Der Frauenbund Uri ist aus dem gesellschaftlichen Leben des Kantons Uri kaum mehr wegzudenken, zu wichtig ist er in den 75 Jahren seines Bestehens geworden. Das zeigte sich auch an der GV vom vergangenen Samstag in der Schwinghalle Attinghausen, die von rund 70 Delegierten und einer grosse Anzahl Gäste besucht wurde und von der Frauen- und Müttergemeinschaft Attinghausen vorbereitet worden war. Die Männer waren stark untervertreten. Zur Versammlung konnten Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind, der Altdorfer Pfarrer Daniel Krieg, KAB-Vertreter Hans Gisler und ein Berichterstatter der Urner Medien begrüsst werden.

Im Vorfeld der Versammlung wurde einiges geboten. Franziska Wigger aus dem Entlebuch erfreute die Anwesenden bei der besinnlichen Andacht mit Jodelgesang und vor dem Mittagessen trat auch noch ein von Primarlehrer Wädi Wipfli geleiteter vierzehnköpfiger Attinghauser Schülerchor auf.

Etwas Neues angehen und sich verändern

Am Vormittag standen die Begrüssung von Seiten des Vorstands und ein Grusswort der Attinghauser Gemeinderätin Anita Zurfluh im Zentrum. Zum Impulsthema 2017–21, «Make-up», meinte Co-Präsidentin Ruth Aschwanden, dass damit nicht etwa das Schminken gemeint sei, sondern etwas Neues anzugehen und sich zu verändern.

Wer in der Begleitschrift «Reminiszenzen» blättert, wird feststellen, dass sich in den 75 Jahren einiges verändert hat. Nicht weniger als 20 Präsidentinnen leiteten den Frauenbund Uri bis heute. Mehr als 100 Frauen wirkten während dieser Zeit im Vorstand mit, und noch viel mehr Frauen leisteten in den Ortsgruppen unbezahlte und wertvolle Dienste. Ihnen allen war das Jubiläum gewidmet. Die Co-Präsidentinnen Ruth Aschwanden und Regula Käslin erwähnten die Verdienste der verstorbenen und noch lebenden Schafferinnen voller Dankbarkeit.

Die nachmittägliche GV selber war geprägt durch die vom Vorstand beantragte Statutenänderung. Da eine jährlich stattfindende GV angepeilt wird, mussten die Statuten angepasst werden. Da sie nichts grundlegend Anderes enthielt, wurde die Änderung auch einstimmig gutgeheissen. Es sollen künftig keine Ehrenmitglieder mehr ernannt werden. Der Frauenbund besteht aus Ortsvereinen (Frauen- und Müttergemeinschaft FG/FMG) und weiteren zahlenden Mitgliederverbänden, heisst es neu in den Statuten. Über die Aufnahme befindet der Kantonalvorstand. Bei der Auflösung haben die Mitglieder keinen Anspruch auf das Vereinsvermögen. Die GV findet jährlich im ersten Halbjahr statt. Damit verbessert sich die schwierige Rechnungsführung über zwei Jahre.

Kassierin Silvia Planzer legte eine einwandfreie Vereinsrechnung vor. Zur Freude der Versammelten konnte sie sogar einen Gewinn ausweisen.

Wechsel an der Spitze des Verbands

Die beiden Co-Präsidentinnen Ruth Aschwanden und Regula Käslin hatten im Vorfeld den Rücktritt erklärt. Als neue Vorsitzende wählten die Delegierten die bisherige Aktuarin Miriam Christen und als Vizepräsidentin das aktuelle Vorstandsmitglied Emmy Gerig. Die übrigen Mitglieder Annerös Russi, Ursula Walker und Silvia Planzer wurden unter grossem Beifall bestätigt. Obwohl es nicht einfach sei, Leute für die Vorstandsarbeit zu finden, sei man fündig geworden bei der Suche nach Ersatz für die beiden ausscheidenden Vorstandsmitglieder, freute sich Miriam Christen. Tildy Michlig und Martina Seeholzer, die bereits das Jubiläum fotografisch dokumentierte, wurden einstimmig in den Vorstand gewählt.

Wieder mit einem Schwerpunktthema

Das zukünftige Tätigkeitsprogramm wird ähnlich aussehen wie in den vergangenen beiden Vereinsjahren. Als Schwerpunktthema wolle man sich vor allem mit der Care-Arbeit befassen und aufzeigen, wie kostbar sie sei und was fehlen würde, wenn Frauen diese Arbeit nicht mehr leisteten. Daneben wird es Treffen mit den Ortsvereinen, diverse Tagungen, den «Frauäzmorgä», die Abendspaziergänge und die Begegnungen mit den benachbarten Vereinen des Frauenbundes geben.

Am Schluss der Versammlung überbrachten Vertreterinnen aus Ob- und Nidwalden sowie Schwyz und Luzern Grüsse und kleine Geschenke. Auch Agnes Hodel vom nationalen Dachverband lobte den Frauenbund Uri. Allgemein wurde festgestellt, dass Uri bei Veranstaltungen in der Zentralschweiz am besten vertreten ist.