Freiwillige «chrampfen» in Isenthal für Wander- und Viehbetriebweg

Während sechs Tagen arbeiteten 30 «Bergversetzer» an empfindlichen Stellen des Wander- und Viehtriebwegs Kleinwäldli-Baberg. Drei der steilsten Abschnitte wurden für Tier und Mensch sanfter angelegt. Die Arbeit geht noch weiter.

Josef Schuler
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Trotz zwei Regentage kamen die freiwilligen Mitarbeiter sehr gut beim Wegbau auf Baberg voran.

Trotz zwei Regentage kamen die freiwilligen Mitarbeiter sehr gut beim Wegbau auf Baberg voran.

Bild: PD

Die Alp Baberg unter dem Oberbauenstock gehört wohl zu den schönsten Aussichtsalpen – sonnig, artenreich und «guetgreesig». Doch der Zugang über das Isenthaler Kleinwäldli im hinteren Grosstal ist für Vieh und Personen enorm anstrengend. «Schon mehr als einmal weigerten sich Kühe, beim Alpaufzug weiterzugehen», weiss Älpler Robert Imhof zu berichten. «Es kann heikel werden, vor allem, wenn Tiere streiken, es stürzten auch schon Tiere ab, die vom Weg abkamen.»

Dies war der Grund, dass die drei Baberg-Eigentümer bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) um Unterstützung nachfragten. Die Abteilung «Bergversetzer» dient als Freiwilligen-Plattform. Unter dem Motto «gemeinsam anpacken» organisiert sie jährlich Zehntausende von Arbeitsstunden im Berggebiet. Im Beisein der kantonalen Abteilung für Meliorationen, der SAB-Bauberaterin und Isenthal Tourismus fand im Juli eine Begehung und Besprechung statt. Dabei zeigte sich, dass der Weg verschiedenen Orts breiter angelegt werden muss, um den heutigen schweren Tieren zu entsprechen.

Mitarbeitende der Partners Group aus Zug leisteten in Isenthal einen Freiwilligeneinsatz. Vorne rechts: Baberg-Älpler Emil Wipfli, der den Einsatz leitete.

Mitarbeitende der Partners Group aus Zug leisteten in Isenthal einen Freiwilligeneinsatz. Vorne rechts: Baberg-Älpler Emil Wipfli, der den Einsatz leitete.

Bild: PD

Mit Pickel und Schaufel einen Beitrag für die Umwelt und Gesellschaft leisten

In kurzer Zeit konnte der «Bergversetzer»-Verantwortliche Boris Studer mit Partners Group Kontakt aufnehmen. «Ich habe gute Nachricht für euch», rapportierte Studer. «Partners Group ist bereit, freiwillige Mitarbeiter für je zwei Tage im Berggebiet Einsätze leisten zu lassen.» Zwischen dem 6. und 14. Oktober war es so weit. Drei Gruppen fassten am Morgen Pickel und Schaufeln und marschierten los. Für die Zwei-Tages-Einsätze logierten sie im Hotel Urirotstock, auf Kosten der Firma. Zu ihrem 25-jährigen Bestehen ermöglichte es Partners Group, das Projekt mit «Bergversetzer» zu realisieren. Die Zuger Firma gab ihren Mitarbeitern zu diesem Jubiläum die Wahl, an verschiedenen Projekten mitzuwirken, die einen positiven Beitrag an Gesellschaft oder Umwelt leisten.

Vorbereitung und Leitung übernahmen die Älpler Emil Wipfli und Otto Aschwanden. «Ich bin sehr beeindruckt, mit welch grossem Arbeits- und Leistungseinsatz die Mitarbeitenden ans Werk gegangen sind», erklärt der 67-jährige «Bodmi-Älpler». Er war es, der am ersten leicht regnerischen Tag zuvor ein Plastikdach installierte und für die Gruppe ein Grillfeuer für das Mittagessen vorbereitete. Dies wirkte sich positiv auf die Stimmung aus. Die Arbeiten waren nicht langweilig, erklärten die im Büro arbeitenden Mitarbeiter. Wipfli zeigte, wie man die zuvor gefällten Fichtenstämme mit dem Habegger-Seilzug in die richtige Lage für die Wegbefestigung manövrierte. Das Gerät war auch wertvoll, als es darum ging, Steine oder Wurzelstöcke aus dem Weg zu räumen. Am Abend staunte man über das Erreichte, zuletzt wurden noch Regenrinnen eingebaut.

Mit Pickeln und Schaufeln schuften die Arbeiter in teils steilem Gelände.

Mit Pickeln und Schaufeln schuften die Arbeiter in teils steilem Gelände.

Bild: PD

Alppflege bedeutet auch Schutzmassnahme

«Es wird noch einige Einsatztage brauchen, bis der Weg bis Baberg in Ordnung ist», so Emil Wipfli. «Doch das Zwischenergebnis darf sich mehr als sehen lassen.» Sowohl Nutzniesser als auch die Mitwirkenden äusserten sich zufrieden zum Freiwilligeneinsatz. Und auch für die Wanderer bleiben die zwei beliebten, vierstündigen Bergtouren attraktiv, jene auf den Oberbauenstock und auf den Gandispitz. Partners Group offeriert noch eine Sitzbank, die im Frühling installiert wird. Für Behörden und Einwohner bedeutet die Bewirtschaftung der Baberger Alpen auch die Pflege des darunterliegenden Schutzwaldes. Wiederholt gelangten gefährliche Geröll- und Lawinenzüge bis zur Grosstalstrasse, auch nahe an die darunterliegenden Heimetli. Um die Grosstalstrasse auch im Winter sicher befahren zu können, wurden an zwei heiklen Stellen im Auftrag der Gemeinde Isenthal und des Kantons Uri das erste Alarmsystem für Lawinenwarnung in Betrieb genommen.