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Freiwillige setzen sich für den Schutz des Waldes ein

Im Rahmen des Bergwaldprojekts pflegen 25 Freiwillige während zwei Wochen in Bürglen, Schattdorf und Erstfeld die Urner Wälder und leisten damit einen wichtigen Beitrag. Viele Helfer kommen gar aus Deutschland oder Dänemark hierher.
Paul Gwerder
Die Weiden werden von den Frauen zu Stecklingen zugeschnitten. (Bild: Paul Gwerder, Bürglen, 3. August 2018)

Die Weiden werden von den Frauen zu Stecklingen zugeschnitten. (Bild: Paul Gwerder, Bürglen, 3. August 2018)

Am Ufer des Schächens, in der Nähe vom Weiler Trudelingen hinter Bürglen, war kürzlich eine Gruppe von sieben Personen mit viel Herzblut an der Arbeit. Drei Männer der Stiftung Bergwaldprojekt schnitten rund fünf Meter lange Weidensträucher ab. Danach wurden die schmalblättrigen Weiden zu 80 Zentimetern langen Stecklingen zugeschnitten. Ein paar Frauen hatten dann die Aufgabe, mit einem Beil diese am Ende zuzuspitzen. Besonders aufpassen müssen sie darauf, dass in dieser Jahreszeit die sogenannten Stecklinge nicht austrocknen, bevor sie am neuen Standort in die feuchte Erde gesteckt werden und dort schnell Wurzeln treiben können.

«Wir wollen mit dem Anpflanzen von jungen Weiden beim Bannwald in der Nähe des Geschiebesammlers «Gosmerli» das Wachstum von Nadelholz und Laubholz fördern und gleichzeitig die Brombeeren verdrängen», erklärte Franz Riedi, Forstarbeiter der Gemeinde Bürglen. Weiden gelten als unverwüstlich und sind in der Forstwirtschaft als schnell nachwachsender Rohstoff sehr beliebt. Aufgrund der kräftigen, gut verzweigten Wurzeln sind Weiden sehr geeignet, einen Hang zu sichern. Es wird allerdings zwei bis drei Jahre dauern, bis der Erfolg ersichtlich sein wird und die jungen Weiden den Hang auch wirklich befestigen. Eine der Frauen ist als Flüchtling aus dem Tibet nach St. Gallen gekommen. «Ich hatte Probleme mit der tibetischen Politik, deshalb bin ich nun hier und will mich in der Schweiz auch nützlich machen. Irgendwann möchte ich mal Krankenschwester werden», sagte die junge Frau.

«Wir wollen die Menschen sensibilisieren»

Franziska, die Ergotherapeutin aus Bern, hat schon mehrere Male bei diesen Projektwochen mitgeholfen: «Für mich ist es jedes Mal wunderschön, draussen in der Natur zu arbeiten, dies macht mir viel Spass». Für Moni Hug, die jedes Jahr ein paar Wochen beim Bergwaldprojekt mithilft, ist das eine tolle Sache: «Wir wollen mit unserer Arbeit die Leute sensibilisieren und ihnen zeigen, wie wichtig ein funktionierender Schutzwald ist, denn wir Menschen sind vom Wald abhängig.»

Valentin, der Informatiker bei einer Grossbank in Schaffhausen, ist zum ersten Mal dabei: «Ich will mit gutem Beispiel vorangehen, einen kleinen Beitrag leisten und der Bergbevölkerung mit meiner Arbeit ein bisschen helfen. Mich freut es, hier die vielen neue Menschen kennen und schätzen zu lernen.»

Altes Bauernhaus dient als Unterkunft

Die Helferinnen und Helfer des Bergwaldprojektes können in Bürglen – ein paar Meter über dem Schächenbach – in einem alten Bauernhaus wohnen. Hier ist noch fast alles so, wie in den guten alten Zeiten. Wer hier WLAN sucht, ist definitiv am falschen Ort. «Wir kochen auf einem alten Holzkochherd unser Abendessen», erklärte Projektleiterin Hug.

Geduscht und gebadet wird nicht in den Räumlichkeiten, sondern draussen im Schächen: «Es ist traumhaft, nach einem heissen Arbeitstag uns im Bach abkühlen zu können», so die Projektleiterin. In dieser Trockenheit müsse man auch mit dem knapper werdenden Trinkwasser im Haus sehr sparsam umgehen. Dies sei eine neue Herausforderung an die Teilnehmer der Projektwoche. Nach dem Abendessen sitzen die Frauen und Männer jeweils noch gemütlich zusammen. Viele von ihnen kommen aus Deutschland oder Dänemark.

Freiwillige sollen den Bergwald hautnah erleben

Das Projekt hat den Zweck, die Erhaltung, Pflege und den Schutz des Waldes und der Kulturlandschaft im Berggebiet zu fördern, insbesondere durch freiwillige Arbeitseinsätze. Forstliche Laien sollen in den Bergwald gehen und vor Ort erfahren von Fachleuten die Gegebenheiten und Zusammenhänge des Ökosystems des Bergwaldes erfahren. Durch den Arbeitseinsatz erleben die Freiwilligen den Bergwald hautnah und leisten einen aktiven Beitrag zur Erhaltung der vielfältigen Schutzwirkungen des Bergwaldes.

«Die Zusammenarbeit mit den drei Korporationsbürgergemeinden und ihren Mitarbeitern funktioniert hervorragend», betont Projektleiterin Moni Hug. Ein grosses Lob spricht sie an den Forstmitarbeitern für die tatkräftige Unterstützung aus. Im Zentrum der Arbeiten des Bergwaldprojektes stehen in diesen beiden Wochen nebst dem Anpflanzen von den Weidestecklingen, das Ausmähen und die Pflege der Wildbiotope sowie die Sanierung einiger Gehwege.

Hinweis: Anmeldungen für einen Einsatz können unter www.bergwaldprojekt.ch vorgenommen werden.

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