Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Freude herrscht» bei den Urner Maturanden

48 Kollegi-Schüler durften gestern Abend im Theater Uri ihr Maturazeugnis entgegennehmen. Im Zentrum standen ein ehemaliger Staatsmann, der trotz fehlender Matura einen Doktortitel trägt, und ein junger Überflieger aus Altdorf.
Remo Infanger
Stefan Walker aus Altdorf hat die Matura mit der Noto 5,5 als bester des Jahrgangs abgeschlossen und erhielt dafür den UKB-Preis. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Juni 2018))

Stefan Walker aus Altdorf hat die Matura mit der Noto 5,5 als bester des Jahrgangs abgeschlossen und erhielt dafür den UKB-Preis. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Juni 2018))

«Plötzlich ist sie da, die Maturafeier – die einen haben sechs Jahre darauf gewartet, die anderen haben sie vielleicht mehr erzittert», eröffnet Daniel Tinner, Rektor der Kantonalen Mittelschule Uri, die Feier am Montagabend, 22. Juni. Ob das eine oder das andere – an der Abschlussfeier durften 27 Absolventinnen, 21 Absolventen und somit alle Maturanden, welche die Prüfungen angetreten haben, das Zeugnis im Theater Uri in Altdorf entgegennehmen.

«Weiter als nur bis an die Kollegimauern konnten die Maturanden in den vergangenen Jahren ihre Blicke schärfen», sagte Kollegi-Rektor Tinner. Denn wer über eine Matura verfügt, der habe grundlegende Kenntnisse für ein lebenslanges Lernen. Man habe nämlich nie ausgelernt.

«Die Leader von morgen» sollen auch Verantwortung tragen

Eine besondere Ehre kam dem diesjährigen Abschlussjahrgang darum zuteil, weil niemand Geringerer als alt Bundesrat Adolf Ogi die Festrede hielt. «Ihr seid nun im Besitz eines Leistungsausweises, der euch Tür und Tor öffnet», richtete sich der frühere Bundesratspräsident an die Absolventen. «Ihr gehört zur jungen Generation unseres Landes und seid darum die Leader von morgen, ob in der Wirtschaft, der Politik, der Bildung oder Forschung.» So sollen sich die Führungskräfte von morgen auch mitverantwortlich fühlen für das Wohl und die Entwicklung einer zukunftsorientierten Gesellschaft.

«Nach der Matura steht man vor einer Weggabelung, an der jeder entscheiden muss, welchen Weg man nun einschlägt», sagte Ogi. Für welchen Pfad man sich auch entscheide, die Chancen, die sich bieten, sollen unbedingt gepackt werden. So gab der alt Bundesrat den 48 Maturanden auch gleich verschiedene Ratschläge mit auf den weiteren Weg. «Jeder sollte von sich ein sinnbildliches MRI machen und sich fragen, was man will und worin die eigenen Stärken liegen», so Ogi. Wer ein Leader sein will, der müsse auch bereit sein, kritisiert zu werden oder zu scheitern, dann aber auch wieder aufzustehen.

«Freude herrscht!» - so lautete das Motto der Maturafeier im Theater Uri. (Bild: Urs Hanhart, (Altdorf, 22. Juni 2018))
Besonderen Grund zur Freude bescherte der Ehrengast an der Maturafeier: alt Bundesrat Adolf Ogi hielt eine flammende Rede. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Juni 2018))
Entsprechend gross war die Freude bei den 48 Maturandinnen und Maturanden. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Juni 2018))
Nach erfolgreich bestandener Matura nahmen sie endlich ihr Maturazeugnis in Empfang. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Juni 2018))
Die Begeisterung über das Erreichte stand den Maturanden ins Gesicht geschrieben. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Juni 2018))
Ein erster Blick ins Maturazeugnis zaubert ein Lächeln ins Gesicht dieser Maturandin. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Juni 2018))
Auch diese Maturandinnen waren sichtlich erfreut über die bestandene Matura. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Juni 2018))
Sechs Jahre gemeinsam auf ein Ziel hingearbeitet - das schweisst so manche Kollegi-Schüler eng zusammen. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Juni 2018))
Da dürfen spontane Umarmungen nicht fehlen. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Juni 2018))
Besonderen Grund zur Freude hatte Stefan Walker aus Altdorf: Er schloss die Matura als Bester ab. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Juni 2018))
10 Bilder

Impressionen der Urner Maturafeier

«Ohne diese Qualitäten wären die Maturanden heute nicht hier»

Auch der Urner Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg gratulierte den Maturaabsolventen und verglich ihre erreichte Ausgangslage für den weiteren Karriereweg mit der damaligen von Adolf Ogi. Dieser habe nämlich nie das Privileg gehabt, eine gymnasiale Matura zu absolvieren und an einer Hochschule zu studieren. Trotzdem habe der alt Bundesrat ein grosses Lebenswerk geschaffen und trägt mittlerweile einen Ehrendoktortitel. Ungleich privilegierter seien da die Maturaabsolventen. «Mit der Matura in der Tasche stehen einem die Tore der Universitäten und Hochschulen weit offen», sagt Jörg. «So sollte es doch ein Leichtes sein, die Karriere von Adolf Ogi zu toppen.»

Ganz so leicht sei das natürlich nicht. «Eine gute Grundausbildung ist zwar viel wert, doch sie alleine reicht noch nicht, um im Leben Erfolg zu haben», so Jörg. Dazu brauche es auch Qualitäten wie die Lust, Neues zu entdecken, den Mut, hohe Ziele zu setzen, sowie die Bereitschaft, hart dafür zu arbeiten und Widerstände zu überwinden. «Lernen ist harte Knochenarbeit», weiss Jörg.

Die Absolventen hätten es geschafft, bis zum Schluss mit festem Willen durchzuhalten. «Ich bin davon überzeugt, dass diese Qualitäten in allen Maturanden stecken», betont Jörg. «Ansonsten wären sie heute bestimmt nicht hier.» Mit den geflügelten Worten von Adolf Ogi brach der Regierungsrat dann auch gleich die Stimmung im Theater Uri auf den Punkt. «Freude herrscht – nicht nur bei den Maturanden, sondern auch bei den Angehörigen, Lehrern und der Schule selber», so Jörg. Der Regierungsrat forderte die jungen Absolventen auf, sich weiterhin zu bilden, die eigenen Stärken auszuloten und neue Fertigkeiten anzueignen. «Die Gesellschaft braucht junge, qualifizierte Menschen», so Jörg.

Andermatterin überwacht Vieh mit GPS-Gerät

Der Höhepunkt der Feier war die Verleihung des UKB-Preises für den besten Abschluss der diesjährigen Matura. Stefan Walker durfte den mit 1000 Franken dotierten Preis von Claudio Deplazes, Mitglied der Geschäftsleitung der Urner Kantonalbank, entgegennehmen. Mit einer glatten 5,5 hat der Altdorfer die Matura abgeschlossen.

Ebenfalls speziell geehrt wurden die zwei besten Maturaarbeiten des Jahrgangs. Sarina Danioth aus Andermatt hat sich in ihrer Arbeit einem GPS-Gerät gewidmet, das Alphirten ihrem Vieh um den Hals binden können. Mit dem «Alp-Tracker» sollen die Tiere im Gelände besser lokalisiert werden können. Stefan Walker, der bereits einen Umschlag für die beste Matura entgegennahm, durfte gleich ein zweites Mal nach vorne. Mit seiner künstlerischen Arbeit, die Zeitrafferfotos zwischen Abendrot und Morgengrauen zeigen, lieferte der Absolvent auch noch die besten Maturaarbeit ab.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.