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Früherer Chefarzt lockt bei «Greedi üüsä» viel Publikum an

Bei der zehnten Ausgabe der Talkshow erzählte Urs Marbet über seine Tätigkeit am Kantonsspital und sein Engagement in Vietnam.
Paul Gwerder
Talkmaster Heinz Keller sprach bei «Greedi üüsä» mit dem früheren Chefarzt des Kantonsspitals Uri, Urs Marbet. (Bild: Paul Gwerder, Amsteg, 13. September 2019)

Talkmaster Heinz Keller sprach bei «Greedi üüsä» mit dem früheren Chefarzt des Kantonsspitals Uri, Urs Marbet. (Bild: Paul Gwerder, Amsteg, 13. September 2019)

Talkmaster Heinz Keller durfte am Freitag Urs Marbet im Hotel Stern & Post in Amsteg begrüssen. Die Organisatoren waren positiv über den gewaltigen Zuschaueraufmarsch überrascht, der bewies, dass der frühere Chefarzt bei den Urnern sehr geschätzt wird. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass von Yvonne Gisler (Querflöte) und Patrizia Rohner (Klarinette).

Freitag, der 13., hat für Urs Marbet eine besondere Bedeutung, wie er auf eine Frage von Heinz Keller verriet: «Dieses Datum ist mein Hochzeitstag und an dem gehe ich immer mit meiner Frau auswärts essen.»

Schlüsselerlebnis mit alt Regierungsrat Ziegler

Urs Marbet ist in Basel zur Schule gegangen und hat die Matura im Kollegium Schwyz gemacht. «Für mich war schon bald einmal klar, dass ich nicht Chemiker, wie mein Vater werden wollte. Darum habe ich Medizin studiert und das war rückblickend gesehen, die richtige Berufswahl.» Der Magen-Darm-Spezialist hat zuerst an der Universität Basel die Nieren studiert und sich später in den USA intensiv mit der Leber beschäftigt. Urs Marbet findet es schade, dass es heute nur noch Spezialisten auf einem dieser Gebiete gibt. Und als Arzt hatte er immer den Wunsch, vermehrt auf die Patienten zu hören, obwohl die Zeit relativ knapp ist.

Marbet erzählte, weshalb er damals in Uri landete. Er arbeitete ab 1987 als Oberarzt im Spital in Herisau. «Eines Tages war ich doch einigermassen überrascht, als mich der damalige Urner Gesundheitsdirektor Alberik Ziegler zu Hause in Herisau aufsuchte und mir eine Stelle im Kantonsspital Uri anbot», so Marbet. «Er erzählte mir, was im dortigen Spital gut und was weniger funktionierte.» Rückblickend war dieses Gespräch für Urs Marbet das Schlüsselerlebnis und er hat zugesagt, als Chefarzt für Innere Medizin im Jahr 1990 ins Urnerland zu wechseln. Im Kantonsspital wurde Marbet je länger je mehr zur Koryphäe im Gebiet der Magen-Darm-Erkrankungen. Ihm gefiel die Arbeit mit Menschen schon immer viel mehr, als sich nur auf Spitzenforschung zu spezialisieren. Er blieb bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2015 Chefarzt in Uri. Fasziniert war Marbet von der Hypnose-Therapie, welche er ebenfalls studiert hatte: «Man kann auch damit nicht alles heilen, aber diese Therapie kann für den Patienten sehr unterstützend wirken. Häufig ging es den Leuten danach merklich besser. Es ist wichtig, dass ein Mediziner die Psyche des Patienten nicht vergisst.»

Grosses freiwilliges Engagement in Vietnam

Marbet ist seit meiner Pensionierung jedes Jahr für einen Monat in Da Nang in Zentralvietnam. «Dieses Gebiet wurde im Krieg besonders hart getroffen und es leben auffallend viele Menschen mit Darmerkrankungen in dieser Gegend», so Marbet. Er stellte fest, dass es sich lohnt, dort zu helfen, denn dies mache Sinn. «Heute darf ich befriedigt feststellen, dass die Ärzte in diesem Spital inzwischen ein sehr hohes Fachwissen besitzen.» Das Spital betreut ein Einzugsgebiet von über einer Million Menschen und Marbet sagte, dass anfänglich in den 2000 Betten meistens 3000 Personen lagen – eine undenkbare Situation für uns Schweizer. Aber diese Gegend, in der Marbet aushilft, ist mausarm. Inzwischen ist die Magen-Darm-Abteilung zu einem Vorzeigebeispiel in Vietnam geworden. «Heute würde ich mich sogar dort behandeln lassen, den auch die Hygiene entspricht nun fast schweizerischem Standard.»

Viel Lob für Uri und sein Angebot

Auf die Frage des Moderators, ob er nie daran gedacht habe, nach Basel zurückzukehren, sagte Marbet: «Keinen Augenblick! Ich lebe jetzt schon 30 Jahre in diesem tollen Kanton und habe viele Freunde hier gefunden.» Uri bedeute ihm sehr viel, denn es gäbe ein vielfältiges Freizeit- und Kulturangebot. «Es ist enorm, was hier geboten wird, auch im musikalischen Bereich.» Endlich habe er ein wenig Zeit, mit seinem Lieblingsinstrument, der Klarinette, mehr zu üben und beim Golfspiel fehle ihm immer noch einiges. «Obwohl ich schon einige Jahre diesen Sport betreibe, habe ich ihn immer noch nicht richtig gelernt.» Das Einzige, das Marbet hier vermisst, ist die Basler Fasnacht. Deshalb reist er an den «drey scheenschte Dääg» im Jahr dorthin und zieht mit seiner Clique, der er immer noch angehört, durch die Gassen. Zum neuen Spital in Altdorf meinte der Fachmann: «Mir geht es einfach zu lange, bis das Spital steht. Dieser Neubau ist für Uri eine absolute Notwendigkeit, auch wenn es langfristig mehr ambulante, statt stationäre Behandlungen geben wird.»

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