Führung der Urner Polizei ist weiter unter Beschuss

Franz-Xaver Simmen (FDP, Altdorf) verlangt mit einem Postulat, dass eine externe Person Führungsschwächen der Urner Polizei unter die Lupe nimmt.

Florian Arnold
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Die Suspendierung von zwei Kadermitarbeitern der Polizei hatte im vergangenen Herbst für Furore gesorgt. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Franz-Xaver Simmen (FDP, Altdorf) schrieb die Regierung: «Der Kanton Uri hat ein funktionierendes Polizeikorps, das über motivierte und einsatzbereite Mitarbeitende verfügt, die sich zugunsten der Bevölkerung einsetzen.» Sie gab aber zu, dass es verschiedene personelle Probleme gab. Die Gründe dafür würden aber weit zurückreichen. So auch für den Konflikt zwischen den Kadermitarbeitern.

Langjährige Mitarbeiter kündigen

«Mit dieser Erkenntnis musste man davon ausgehen, dass bei den 170 Mitarbeitern nun eine vertrauensvolle, offene und ehrliche Kultur herrscht, in der das gesamte Korps voll und ganz hinter der Führung steht», sagte Franz-Xaver Simmen am Mittwoch im Landrat. «Leider muss erneut festgestellt werden, dass dem nicht so ist.» Langjährige und gute Mitarbeiter würden sich gezwungen sehen, zu kündigen oder einen Anwalt einzuschalten – oder einfach zu schweigen, «denn das ist ja letztlich die einzige Möglichkeit, will man nicht plötzlich freigestellt oder suspendiert werden», so Simmen.

Nachhaltige Lösung gefragt

«Aufgrund der aktuellen Situation kann die Politik nicht ein weiteres Mal wegsehen und wie die Sicherheitsdirektion und der Kommandant alles schönreden.» Zu wichtig seien eine funktionierende Polizei und motivierte Mitarbeiter. Mit einem Postulat fordert Simmen nun die Urner Regierung auf, die Führungsprobleme genau anzusehen. «Dazu ist eine externe und umfassende Untersuchung der Führung der Polizei und explizit das Funktionieren von Kommandant und Kommando durch einen renommierten Gutachter durchzuführen», so Simmens Vorstellung. «Auch muss das Korps mit einbezogen werden, genauso wie der Verband der Kantonspolizisten Uri, denn diese können dem externen Gutachter Auskunft über ihre Sicht der Situation schildern.» Der Regierungsrat soll dem Landrat gegenüber Bericht erstatten und Anträge stellen, wie die Führungsprobleme zum Schutz der Mitarbeiter und zur Sicherheit der Bevölkerung nachhaltig gelöst werden können.

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