Für 1000 Bürgler könnte sich bald die Postadresse ändern

Rund ein Viertel der Einwohner haben heute eine Adresse in 6460 Altdorf. Jetzt startet die Gemeinde eine Umfrage, und will wissen, ob die betroffenen Bürgler lieber Post in 6463 Bürglen erhalten würden.

Markus Zwyssig
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1000 Einwohner, also rund ein Viertel aller Bürgler, erhalten heute Briefe und Pakete in 6460 Altdorf. Geografisch gesehen vom ehemaligen Seminar und der Grundgasse entlang des Schächenwalds bis ins Gebiet Brestenegg sind rund 500 Haushaltungen und 75 Gewerbebetriebe auf Bürgler Boden davon betroffen. Zurückzuführen sind diese Adressen auf das einstige Verteilrayon der Post. Da das Postverteilzentrum seit 1997 im Schattdorfer Rynächt angesiedelt ist, könnte das problemlos geändert werden.

Rund 1000 Einwohner der Gemeinde Bürglen – wie hier in der Langmattgasse – haben die Postleitzahl von Altdorf.

Rund 1000 Einwohner der Gemeinde Bürglen – wie hier in der Langmattgasse – haben die Postleitzahl von Altdorf.

Bild: Urs Hanhart, 20. November 2020

Nun will der Bürgler Gemeinderat den Puls der Bevölkerung fühlen und eine Umfrage zu einem Wechsel der Postleitzahl von 6460 auf 6463 starten. Es komme immer wieder zu Verwechslungen und Missverständnissen, sagte Gemeindepräsidentin Luzia Gisler am Donnerstagabend an der Gemeindeversammlung. «Die Adresse ist ein wichtiger Identifikationsfaktor zur Zugehörigkeit zur Wohnort- respektive zur Standortgemeinde.» Das und weitere Gründe sprechen aus Sicht des Gemeinderats für eine Änderung. Unbestritten ist für ihn aber auch, dass eine Änderung Aufwendungen seitens der Betroffenen nach sich ziehen würden. Die Adressänderung muss bekannt gemacht werden, Drucksachen müssen angepasst werden. «Sämtliche Einwohnerinnen und Einwohner sowie Gewerbebetriebe in der Gemeinde Bürglen werden Anfang Jahr mit einem entsprechenden Schreiben über den Start der Umfrage in Kenntnis gesetzt», so Luzia Gisler. «Nach deren Auswertung werden die Resultate der Bevölkerung vorgestellt und es wird über das weitere Vorgehen informiert.»

Postfiliale erhält zusätzliche personelle Ressourcen

Die seit Mitte September 2019 in die Gemeindeverwaltung integrierte Postfiliale mit Partner stellt das Gemeindepersonal vor grosse Herausforderungen. Die Kundenfrequenzen haben deutlich zugenommen, wie Gemeindepräsidentin Luzia Gisler aufzeigte. Durchschnittlich sind es gegen 30 bis 40 Kontakte beziehungsweise Transaktionen mehr pro Tag. Der Gemeinderat hat Mitte Mai entschieden, die Post in Bürglen vorab trotzdem in der Gemeindeverwaltung zu behalten – dies zur Strukturerhaltung für das Dorf und im Sinne einer Dienstleistung an die Bevölkerung. Er beschloss, die Gemeindeverwaltung mit zusätzlichen personellen Ressourcen zu unterstützen: für 2020 mit einer befristeten Teilzeitstelle von 20 Stellenprozenten, für 2021 mit insgesamt 60 Stellenprozenten. Die Einwohner stellten sich an der Gemeindeversammlung nun mit der Annahme des Budget 2021 hinter diese Erhöhung.

Die Geschäfte der Gemeindeversammlung wurden alle mit klarem Mehr gutgeheissen. So wurde das Budget 2021 angenommen. Dieses schliesst bei einem Gesamtaufwand von 12,057 Millionen Franken und einem Gesamtertrag von 11,343 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von 713'500 Franken. Gutgeheissen wurde an der Versammlung ein Steuerfuss von unverändert 92 Prozent sowie ein Kapitalsteuersatz der juristischen Personen von 0,01 Promille.

1,68 Millionen Franken für den Güterweg Acherberg-Kessel

Die Bürgler stimmten einem Verpflichtungskredit von 117'600 Franken für den Bau des Güterwegs Acherberg-Kessel zu. Insgesamt kostet das Projekt 1,68 Millionen Franken. Sandro Christen wurde als Mitglied des Sozialrats Uri Ost bestätigt. Dem regionalen Sozialrat gehören die drei Gemeinden Schattdorf, Bürglen und Spiringen an.