Im Berggasthaus Gitschenen sind neue Gastgeber am Werk

Am 7. Juni eröffnen Dani Helfenstein und Brigitta Tischhauser das Berggasthaus Gitschenen. Die neuen Besitzer dürfen auf ein Urner Paar mit viel Erfahrung in der Gastronomie zählen.

Bruno Arnold
Drucken
Teilen
René und Cornelia Gisler-Noack sowie Brigitta Tischhauser und Dani Helfenstein (von links) freuen sich auf die Eröffnung.

René und Cornelia Gisler-Noack sowie Brigitta Tischhauser und Dani Helfenstein (von links) freuen sich auf die Eröffnung.

Bild: Bruno Arnold

Dani Helfenstein und Brigitta Tischhauser aus Luzern sind seit Anfang 2020 die neuen Besitzer des Berggasthauses Gitschenen in Isenthal. Während des Corona-Lockdowns hat das Paar gemeinsam mit ihren Freunden mehrere Zimmer und Nasszellen saniert sowie den Eingangsbereich neu gestaltet. Unter anderem wurden drei Zimmer mit neuen Böden, Wänden und Decken sowie mit Natur-Schlafsystemen von Relax ausgestattet. Morgen Sonntag, 7. Juni, öffnen die neuen Gastgeber die Türen des Gasthauses für ihre Gäste.

Dani Helfenstein ist ausgebildeter Möbelschreiner und Holzingenieur und war lange Zeit als Wohnberater und Musiklehrer tätig. Brigitta Tischhauser absolvierte die Ausbildung zur Physiotherapeutin und führt heute eine eigene Physiotherapiepraxis im Knonauer Amt. Was bringt ein Paar dazu, sich in einer völlig neuen und gerade heutzutage risikobehafteten Branche zu versuchen? «Wir sind zwei Menschen, die gerne ausgetrampelte Pfade verlassen, etwas verändern, Ideen freien Lauf lassen und etwas völlig Neues versuchen», sagt Dani Helfenstein. Und Brigitta Tischhauser ergänzt: «Wir lieben die Natur und die Berge über alles.» In den vergangenen Jahren sind sie dem gesamten Alpenbogen entlang von Triest bis nach Monaco gewandert. Einzigartige Naturlandschaften, gastfreundliche Berghütten, der Gedankenaustausch mit zahlreichen interessanten Menschen seien nur einige Eindrücke, die sie jeweils mit nach Hause gebracht hätten. «Letztlich waren es aber die Begegnungen mit vielen wundervollen Gastgebern, die uns in unserem grossen Wunsch bestärkt haben, selber an der Front zu stehen», meint die neue Geschäftsführerin.

«Gasthaus sofort ins Herz geschlossen»

«Wir waren schon länger auf der Suche nach etwas Passendem», erklärt Helfenstein. «Ein Freund hat uns auf das Inserat aufmerksam gemacht, in dem das Berggasthaus Gitschenen zum Verkauf ausgeschrieben wurde.» Die Gegend hätten sie von mehreren Berg- und Skitouren her bereits gekannt. «Wir haben uns bei Wind und Schneegestöber mit den damaligen Besitzern getroffen und das Gasthaus sofort in unser Herz geschlossen», erinnert sich die neue Mitbesitzerin – «obwohl der Betrieb eigentlich etwas grösser war, als wir uns das vorgestellt hatten.»

Kurszentrum Gitschenen soll wieder aufblühen

«Unser Ziel ist es, ein möglichst breit gefächertes Publikum bei uns zu begrüssen», sagen die beiden. «Willkommen sind nicht nur Wanderer, Bergsteiger, Kletterer, Skifahrer und Skitourengänger. Bei uns sind auch Gäste am richtigen Ort, die ganz einfach für einige Zeit dem Lärm und Stress des Alltags entfliehen und in eine berauschende Welt aus beeindruckender Stille und spektakulären Panoramen eintauchen möchten.»

Dani Helfenstein möchte das Gasthaus auch wieder als Kurs- und Tagungszentrum führen, wie dies die einstige Besitzerin Beatrice Herger erfolgreich getan hat. Als ehemaliger Musiklehrer und Volksmusikant möchte er dafür unter anderem seine Beziehungen in der Volksmusikszene spielen lassen. So plant er unterschiedlichste Aktivitäten wie Jodelgesang oder Alphornblasen. Vorstellbar seien auch «Müüsigstubetä», Lesungen oder Themenabende. Coachingkurse oder diverse Angebote im sportlichen Bereich, von Pilates über geführte Wanderungen bis hin zu Skitouren mit ausgebildeten Bergführern, sollen das Angebot ergänzen.

Ein Berggasthaus ist eine neue Erfahrung

«Ein wichtiges Standbein wird aber auch die Gastronomie darstellen», betonen Brigitta Tischhauser und Daniel Helfenstein. Da sie selber kein Know-how in der Gastrobranche mitbringen, haben sie erfahrene Personen gesucht, die ihnen den Einstieg erleichtern sollen. Fündig geworden sind sie bei René und Cornelia Gisler-Noack aus Seedorf. Sie haben zuletzt respektive bis Mitte 2019 äusserst erfolgreich das Schlossrestaurant A Pro in Seedorf geführt. «Für uns sind die beiden ein absoluter Glücksfall», schwärmen die neuen Besitzer. Cornelia Gisler wird an vorderster Front als Allrounderin für die Betreuung der Gäste, für den reibungslosen Service oder auch für die Hotellerie verantwortlich sein. René Gisler wird als Koch mit lückenlos hoher Erfahrung für das kulinarische Wohl der Gäste verantwortlich sein.

Nicht die ganze Verantwortung tragen

«Mir hat das Haus auf Gitschenen immer gefallen», sagt Cornelia Gisler. «Deshalb habe ich mich auch beworben.» Brigitta Tischhauser war vom ersten Moment an überzeugt, mit Cornelia die passende «Frontfrau» gefunden zu haben. «Am liebsten hätten wir auch René von Anfang an engagiert», betonen die neuen Besitzer unisono. Doch dieser hatte bereits als Koch im Gasthaus Feld in Gurtnellen zugesagt. Als dieses nach dem Corona-Lockdown nicht mehr geöffnet wurde, nutzten die neuen «Gitschenen»-Besitzer die Gunst der Stunde und holten den Urner Spitzenkoch umgehend in ihr Team. «Man kennt René und Cornelia Gisler über die Kantonsgrenzen hinaus. Sie werden bestimmt auch ein Stammpublikum mitbringen», sind die neuen Gastgeber überzeugt. René Gisler freut sich auf die neue Herausforderung: «Nun kann ich zusammen mit meiner Frau eine befriedigende Aufgabe anpacken, indem wir Dani und Brigitta unterstützen und nicht die ganze Verantwortung tragen müssen wie zuvor.»

Wird «Gitschenen» nun schon bald zum neuen Urner Gourmet-Tempel? René Gisler schmunzelt vielsagend: «Bei uns wird es von der bodenständigen Suppe über das feine Zabigpplättli bis hin zum mehrgängigen Menu alles geben», sagt er. «Wir setzen speziell auf lokale und regionale Produkte. Für Anlässe der besonderen Art wie Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder Firmenevents versuchen wir, wenn immer möglich die Wünsche unserer Gäste zu erfüllen.»

Eine Sache der Organisation

«Traumhaft schön, einfach und gut!» So lautet der Slogan für das Berggasthaus Gitschenen. Das ganze Team freut sich darauf, viele neue, aber auch viele bekannte Gesichter begrüssen und verwöhnen zu dürfen. «Wir sind uns gleichzeitig bewusst, dass wir eine echte Herausforderung annehmen», betont René Gisler. «So können wir etwa nicht einfach wenige Minuten fahren, um fehlende Speisen, Zutaten oder Gerätschaften einzukaufen», nennt er ein konkretes Beispiel. Das Ganze sei in erster Linie eine Sache der Organisation. Die jahrzehntelange Erfahrung in der Gastronomie sowie die eindrückliche Gastfreundschaft und das ausserordentliche Flair, das sie bisher stets unter Beweis gestellt haben, werden ihnen dabei mit Sicherheit helfen.

Über 100 Sitzplätze zur Verfügung

Das Berggasthaus Gitschenen liegt oberhalb des Isentaler Grosstals auf 1550 Metern über Meer, direkt neben der Bergstation der Seilbahn St. Jakob–Gitschenen. Den Gästen stehen 70 Sitzplätze im Gasthaus, 40 Sitzplätze auf der Terrasse sowie neun Doppel, ein Einzel- und fünf Mehrbettzimmer zur Verfügung. Aktuell bleibt das Restaurant jeweils am Donnerstag für Tagesgäste geschlossen. Die Talstation der Luftseilbahn Gitschenen befindet sich rund 25 Auto-Minuten von Altdorf entfernt und zirka 3 Kilometer hinter dem Dorf Isenthal. Es stehen gebührenfreie Parkplätze zur Verfügung. Bei der Talstation endet auch die Postauto-Verbindung Altdorf–Seedorf–Isenthal.

Hinweis: Kontakt 041 878 11 78 / gasthaus@gitschenen.ch