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Leserbrief

Wir wollen unsere Pfarrerin zurück

«Regierungsrat gibt freigestellte Urner Pfarrerin Recht» Ausgabe vom 6. September

Ich habe mich enorm gefreut, als ich erfuhr, dass Ende August die Urner Regierung die Beschwerde der reformierten Frau Pfarrer Rahel Eggenberger von Erstfeld und Umgebung Recht gegeben hat. Unsere gewählte Pfarrerin hatte sich beim Regierungsrat gegen ihre völlig unerwartete Kündigung Anfang Jahr gewehrt. Diese Kündigung und auch die spätere Freistellung sprach der Kirchenrat aus, ohne sich vorher mit der Ortsgemeinde abzusprechen. Mitte April wurden plötzlich zwei neue Pfarrstellen ausgeschrieben anstatt nur eine für die offiziell vakante 100-Prozent-Stelle in Altdorf, die von der Herbst-Versammlung der reformierten Kirchgemeinde 2018 genehmigt wurde. Nach langen Monaten des ungemütlichen und ungewissen Wartens hat die Pfarrerin nach der Sommerpause von der Regierung endlich diesen positiven Bescheid bekommen.

Ich persönlich schätze sie sehr: für ihr unerschütterliches Gottvertrauen, für ihren starken Glauben in Gottes führender Hand, für ihren grossen, seelsorgerischen Einsatz für «ihre» Leute in Erstfeld und im Urner Oberland, für ihre Ehrlichkeit, Spontaneität und Volksnähe, und nicht zuletzt für ihre lebendige, deutlich von Herzen und aus ihrer eigenen Erfahrung kommenden Predigten. Ich und viele andere Kirchgänger hoffen fest, dass die Pfarrerin bald wieder in Amt und Würde ist.

Mit der Wiederaufnahme ihrer Aufgaben sind die gegenwärtigen Schwierigkeiten der evangelisch-reformierten Kirche Uri aber nicht vom Tisch. Es ist aber ein wesentlicher Anfang in Richtung einer glaubwürdigen Kirche. Denn das Vertrauen in die Behördenmitglieder (GPK und Kirchenrat) ist abhanden gekommen. Es braucht «reformierte Reformen» und das Aufarbeiten der letzten Monate, eigentlich sogar Jahre.

Rose-Marie Barth, Sisikon

Ein Schlüssel zu den Konflikten in der reformierten Landeskirche Uri dürfte weit zurückreichen, nämlich mindestens bis zur denkwürdigen Versammlung vom Mai 2014. Damals wurde beschlossen, dass in Uri nur noch eine Kirchgemeinde bestehen sollte anstelle der beiden bisherigen von Altdorf und jener von Erstfeld mit dem Oberland samt Ursern. Ich musste damals feststellen, dass im Kirchenrat anscheinend keine Absicht bestand, nach demokratischen Prinzipien vorzugehen. Die Willkür gipfelte im Entzug des Wortes eines im Amt stehenden Revisors seitens des «Präsidenten», welcher sich nicht entblödete, darauf hinzuweisen, dass er eigentlich ein «Lutheraner» sei. Als Konsequenz bin ich – neben mehreren Dutzend anderer Kirchenmitgliedern – aus der Kirche ausgetreten und fühle mich seither als Kirchenfreier zufrieden.

Aus der Distanz verfolgte ich aber die Sache weiter und fand in der Persönlichkeit der Erstfelder Pfarrerin Rahel Eggenberger wieder eine Seelsorgerin, der ich mein Vertrauen schenken durfte. Leider musste ich dieses Jahr feststellen, dass sich seitens des Kirchenrats nichts zum Besseren entwickelt hatte. Im Gegenteil: Vieles lief undemokratisch weiter und wurde unter den Teppich gekehrt. Es riecht für mich nach Mobbing. Die Chose gipfelte dann wohl in einer Kündigung seitens des Kirchenrats. Dank dem Urner Regierungsrat hat Frau Pfarrer Eggenberger nun mit ihrer Einsprache Recht bekommen, was mich für sie und alle meine Mitchristen ungemein freut. Die Wahrheit stirbt zuletzt.

Jürg Häfeli-Barth, Sisikon

Unser friedliches Soldatenkirchlein in Andermatt ist bereits über 100 Jahre alt und hat schon sehr viel erlebt, aber in den vergangenen Jahren musste es und seine Kirchgemeindemitglieder leider sehr viele Probleme, Intrigen und sehr viel Unverständliches ertragen. Besonders traurig und unverständlich ist, dass Solches ausgerechnet in der Kirche geschieht. Da sollte doch Frieden und Ehrlichkeit bestehen. Kein Wunder, dass so viele Gläubige sehr grosse Zweifel haben und sogar aus der evangelisch-reformierten Kirche austreten. Vor einigen Jahren wurde die Kirchenpflege aufgelöst, alles wird seither von Altdorf gesteuert. Zum Glück haben wir noch freiwillige Kirchgemeindemitglieder, die sich um unsere betagten und kranken Mitmenschen kümmern.

Wir alle vermissen unsere Pfarrerin Rahel Eggenberger, denn sie kümmerte sich immer sehr um uns im Urner Oberland. Wir hoffen sehr, dass sie bald wieder im Amt sein wird. Was ist nur mit der reformierten Kirche im Kanton Uri los?

Marlyse Fausch, Andermatt

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