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Für die Gäste besteht weniger Gefahr

Landwirt Josef Truttmann aus Seelisberg setzt sich für ein Nein zur Hornkuh-Initiative ein. Er hat mit dem Enthornen von Kühen gute Erfahrungen gemacht.
Urs Hanhart
Landwirt Josef Trutmann mit seiner Kuh "Siesta" auf seinem Hof in Seelisberg. (Bild: Urs Hanhart)

Landwirt Josef Trutmann mit seiner Kuh "Siesta" auf seinem Hof in Seelisberg. (Bild: Urs Hanhart)

Siesta gehört zu den Lieblingskühen von Landwirt Josef Truttmann. Beim gemeinsamen Fotoshooting mit ihrem Besitzer zeigt sich die elegante Vierbeinerin zunächst allerdings desinteressiert. Sie senkt entweder den Kopf nach unten oder neigt ihn demonstrativ auf die falsche Seite weg. Durch gutes Zureden klappt es aber schliesslich doch noch und einige brauchbare Bilder mit dem Bauern und seiner unbehornten Kuh sind im Kasten.

«Mein Bauernhof ist von der Grösse her überblickbar. Deshalb habe ich zu allen meinen Tieren eine gute Beziehung», so Truttmann. «Einige sind mir mehr ans Herz gewachsen und andere weniger. Ich spüre, dass sie sich freuen, wenn ich auf die Weide oder in den Stall komme.» Der Seelisberger betreibt einen 14 Hektare umfassenden Landwirtschaftsbetrieb mit IP-Suisse-Produktion führt. Die Hälfte davon ist Pachtland.

Betrieb von Eltern übernommen

Momentan hat der begeisterte Blasmusiker 14 Kühe und rund ein Dutzend Jungtiere, also Kälber und Rinder, in seinem Stall, der vor rund 25 Jahren gebaut wurde und als Anbindestall konzipiert ist. Truttmann hat den Betrieb 2001 nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zum Landwirt von seinen Eltern übernommen und führt ihn nun in vierter Generation.

Die Milch seiner Kühe – rund 70 000 Kilo pro Jahr – liefert er in die Dorfkäserei. «Für mich ist Landwirt ein Traumberuf, auch wenn nicht allzu viel Freizeit übrig bleibt», sagt Truttmann. «Ich liebe die Selbstständigkeit und die Möglichkeit, den Tag selber einzuteilen. Zudem arbeite ich gerne mit Tieren», verrät der zweifache Familienvater, dessen Frau sporadisch einem Teilzeitjob nachgeht.

Er hat Sorge um seine Gäste

Die Kühe von Truttmann, der von 2002 bis 2010 den Urner Bauernverband präsidiert hat, tragen allesamt keine Hörner. «Wir haben auf unserem Betrieb 1990 damit angefangen, die Kälber zu enthornen. Seit etwa 2000 gibt es bei uns keine Kühe mehr mit Hörnern», erklärt Truttmann. Das habe sich bewährt: «Die Unfallgefahr ist so deutlich geringer.» Wegen seiner Bed-and-Breakfast-Zimmer habe er regelmässig Gäste oder sonstige Besuchergruppen, die gerne die Kühe auf dem Hof streicheln würden. «So ist mir wohler und die Gefahr, dass etwas passiert, ist deutlich kleiner.» Zudem sei auch das Risiko, dass sich die Tiere gegenseitig verletzen, weniger hoch. Gleichzeitig räumt er aber auch ein: «Mir gefallen Kühe mit schönen Hörnern auch gut. Aber ich finde es übertrieben, einen Beitrag für das Belassen der Hörner in der Bundesverfassung zu verankern.» Es gebe grössere Probleme in der Landwirtschaft, die es zu lösen gelte.

Als leidenschaftlichen Kämpfer gegen die Hornkuh-Initiative sieht sich Truttmann nicht. «Falls ein Ja herauskommt, würde ich mich keineswegs gross ärgern.» Er gönne es jedem, der höhere Beiträge erhalte. «Für mich ist aber so oder so klar, dass ich beim Enthornen bleibe. Das hat sich bei uns sehr gut bewährt.»

Keine negativen Erfahrungen gemacht

Laut Befürwortern leidet ein Teil der enthornten Kälber unter Langzeitschmerzen. «Mir ist diesbezüglich noch nichts aufgefallen», sagt Truttmann dazu. «Ich bin jeden Tag mit den Tieren zusammen und merke jeweils schnell, wenn etwas nicht stimmt. Nach dem Eingriff sind die Kälber in der Regel schnell wieder munter und zufrieden.» Negative Erfahrungen habe er bisher noch keine gemacht.

Auch das Argument, dass die Kühe ihre Hörner für die Kommunikation brauchen, ist für Truttmann nicht stichhaltig: «Meine Feststellung ist, dass die Tiere auch ohne Hörner eine Rangordnung untereinander ausmachen. Sie können also durchaus gut miteinander kommunizieren.»

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