Urner Fischereiverein: Für rund 100 GV-Teilnehmer gab es 45 Kilogramm Fisch

Thomas Dossenbach wird für seine Verdienste zum neuen Ehrenmitglied ernannt. Neu nimmt Rinze Zgraggen im Vorstand Einsitz.

Robi Kuster
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Präsident Peter Vorwerk (Mitte) zusammen mit dem neuen Ehrenmitglied Thomas Dossenbach (links) und Rinze Zgraggen, der neu im Vorstand Einsitz nimmt (Bild: Robi Kuster, Altdorf, 16. November 2019)

Präsident Peter Vorwerk (Mitte) zusammen mit dem neuen Ehrenmitglied Thomas Dossenbach (links) und Rinze Zgraggen, der neu im Vorstand Einsitz nimmt (Bild: Robi Kuster, Altdorf, 16. November 2019)

Ob das Fischessen nach der Versammlung für den stets grossen Aufmarsch an der GV des Urner Fischereivereins (UFV) sorgt, darüber kann nur spekuliert werden. Tatsache ist aber, dass sich am vergangenen Samstag rund 100 Personen, davon 87 Stimmberechtigte, zur 119. GV im Hotel Höfli in Altdorf einfanden. Präsident Peter Vorwerk zeigte sich entsprechend erfreut über den grossen Aufmarsch und meinte, dass die 45 Kilogramm Fisch zum Nachtessen nach der Versammlung wohl trotzdem genügen würden.

Vorwerk sprach in seinem Rückblick von einem intensiven Jahr. Er lobte vor allem den Einsatz der Helfer beim Neu- und Jungfischerkurs im März, bei der Ausbildung, am Besatztag und in der Anlage in Silenen. Der Filetierkurs und die «Bachputzetä» mussten wegen der starken Schneefälle im April abgesagt werden.

Jugendliche sind begeisterte Fischer

Erfreulich war die Teilnahme von 75 Mädchen und Knaben am Jungfischertag. Am insgesamt 15. Praxistag auf dem Arni konnten aus Platzgründen aber nur 40 Jungfischer teilnehmen. Dort hatten rund 30 Bachforellen das Nachsehen. Am Tag der Fischerei gab es einen Sponsorenanlass, und im September einen Räucherkurs mit Kari Brunner. Peter Vorwerk lobte ganz besonders die Aktivitäten der Jungfischer mit ihrem Leiter René Fedier. Am Vereins-Trüschenfischen nahmen 26 Mitglieder teil. Auch auswärtige Gruppen konnten unter der Leitung von Markus Gisler vom Bagger aus üben.

Ein grosses Lob richtete der Präsident an Werner Tresch und Stefan Baumann, die Bewirtschafter der Aufzuchtanlagen in Silenen und im Rynächt. Der Hauptbesatztag fand am 5. Oktober statt. Der UFV ist neu mit Markus Gisler und Peter Vorwerk in der kantonalen Fischereikommission vertreten.

Dank positiver Rechnung ist das Fischessen gratis

Obwohl ein Defizit von rund 1000 Franken budgetiert worden war, schloss die Rechnung mit einem Überschuss von 1222 Franken ab. Dies bewog den Vorstand, das Fischmenü nach der GV allen Mitgliedern und Gästen gratis servieren zu lassen. Für 2020 wird wiederum ein Verlust von rund 1000 Franken vorgesehen. Der Beitrag für die 607 Mitglieder wurde aber bei 30 Franken belassen.

Thomas Dossenbach, der dem Vorstand 19 Jahre lang angehört und 17 Jahre lang als Vizepräsident amtiert hat, trat an der GV zurück. Für seine ausserordentlichen Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Vorwerk lobte die Vorzügen des Geehrten, so etwa die ruhige Art, die Zuverlässigkeit, die grossen Fachkenntnisse oder auch die tadellose Arbeit als Instruktor und vieles mehr. Mehr als 1000 Jugendliche hat er auf dem Weg zur Fischerei begleitet. Neu nimmt Rinze Zgraggen im Vorstand Einsitz.

Zum ersten Mal vergab der UFV einen «Special Price» für besondere Verdienste. Der Preis soll ein Dankeschön an die Adresse von verdienten Mitgliedern sein. Als erste Empfänger durften Hugo Loth und Walter Fedier geehrt werden. Verdient hätten die Auszeichnung noch viele andere Fischer auch, die sich für den Schutz der Gewässer einsetzen.

Keine Massnahmen im Seelisbergersee

Der UFV befasste sich im Vereinsjahr auch mit dem Schonmass der Forellen und mit der Eglisituation im Seelisbergersee. Das Schonmass soll bei 35 Zentimeter bleiben, obwohl eine Erhöhung gefordert wurde. Die Eglisituation im Seelisbergersee wurde eingehend geprüft. Fazit: Es sind keine speziellen Eingriffe zu tätigen. Lorenz Jaun, Leiter der Abteilung Gewässerschutz beim Urner Amt für Umweltschutz, meinte, dass die Lage nicht bedrohlich sei. Die Fangertragsentwicklung sei weiter zu beobachten, und erst dann seien eventuelle weitere Massnahmen zu prüfen.

Die Informationen zum Schluss der Versammlung betrafen Angaben zur Fischstatistik, zu Anpassungen des Online-Patents, zum Besatz und zum neuen Layout der Website der kantonalen Fischereiverwaltung. Während die Fangzahlen im See stabil blieben, nahmen sie in den Fliessgewässern leicht ab.

Projekt mit Schulklassen soll fortgesetzt werden

Das Projekt «Fischer machen Schule», an dem sich im letzten Jahr 16 Schulklassen beteiligt haben, soll fortgesetzt werden.

Projektleiter Roland Senn referierte über die geplanten Seeschüttungen. Es sollen keine Inseln entstehen, das Projekt wird der Renaturierung der Flachwasserzonen respektive der Schaffung von Lebensraum für Jungfische dienen.

Philipp Sicher überbrachte die Grüsse des Schweizerischen Fischerverbands, Barbara Bär diejenigen der Urner Regierung. Beide spendeten den Fischern viel Lob, sprachen aber auch Probleme der Fischerei und der Gewässer an, falls sich die Nutzung der bestehenden Gewässer ähnlich weiterentwickle. Bär beruhigte die UFV-Mitglieder aber auch: «Uri tut viel zum Schutz und Nutzen der Gewässer.»