Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Fusionierte Gemeinde würde «Seedorf» heissen

Die Abklärungen im Hinblick auf eine Fusion mit der Gemeinde Bauen laufen auf Hochtouren. Nun sind im Rahmen des zweiten Bevölkerungsforums in Seedorf erste Zwischenergebnisse bekanntgegeben worden.
Urs Hanhart
Am zweiten Bevölkerungsforum wurden erste Details konkret. (Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 25. Juni 2018))

Am zweiten Bevölkerungsforum wurden erste Details konkret. (Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 25. Juni 2018))

Vor rund drei Monaten hatte die interessierte Bevölkerung Gelegenheit, im ersten Forum Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen bezüglich einer möglichen Fusion der Gemeinden Seedorf und Bauen einzubringen. Die Ergebnisse dienten als Grundlage für die laufenden Abklärungen zur Konkretisierung des Zusammenschlusses der Gemeinden Seedorf und Bauen. Erste Zwischenergebnisse von den fünf eingesetzten Arbeitsgruppen liegen nun vor. Diese wurden am 25. Juni im Rahmen des zweiten Bevölkerungsforums vorgestellt.

«Wir können noch nicht sagen, wie sich eine Fusion in finanzieller Hinsicht auf die beiden Gemeinden auswirken wird», sagte Gesamtprojektleiter Patrick Deicher von der BDO AG. Derzeit würden in der Arbeitsgruppe Finanzen sehr detaillierte Berechnungen laufen. «Damit wir Sicherheit bekommen, haben wir für Strassen, Liegenschaften und Wasserversorgung externe Büros beauftragt, für beide Gemeinden Zustandsanalysen zu erarbeiten», so Deicher. «Als Grundsatz gilt, dass man in der Finanzpolitik nicht gross von dem abweichen wird, was bisher war. Man wird versuchen, eine solide Finanzpolitik weiterzuführen, die es zulässt, dass sich die Gemeinde entwickeln kann und beide Ortsteile attraktive Wohnbereiche bleiben.» Am Steuerfuss von 90 Prozent solle festgehalten werden.

Seedorf als Ortsname gesetzt

Der Projektleiter wies darauf hin, dass sich beide Gemeinderäte dafür ausgesprochen hätten, eine Eingemeindung von Bauen in Seedorf vorzunehmen, sodass Seedorf quasi Bauen aufnehme. Als Gemeindename sei dadurch «Seedorf» gesetzt. Das Seedorfer Gemeindewappen würde künftig für das ganze Gemeindegebiet gelten, allerdings dürfte das Wappen von Bauen weiterhin verwendet werden. Die Ortsbezeichnungen und Postleitzahlen würden bestehen bleiben. Zum Bereich Recht sagte Deicher: «Grundsätzlich bleibt das Führungs- und Behördenorganisationsmodell gleich wie bisher. Vorgeschlagen ist ein Gemeinderat mit sieben Mitgliedern, wobei es für die Ortsteile aus rechtlichen Gründen keine Sitzgarantie geben wird.» Man setze auf eine freiwillige, ausgeglichene Beteiligung der Ortsteile.

Falls die beiden Gemeinden tatsächlich fusionieren, können die gewählten Landräte die Legislatur noch beenden. Aber bei der ersten Landratswahl nach der allfälligen Fusion käme ein neuer Verteiler zum Zug. Bauen hätte dann keinen garantierten Sitz mehr im kantonalen Parlament. Im Bereich Bildung sind gemäss Deicher keine allzu grossen Veränderungen zu erwarten, da die Schulen bereits zusammengelegt sind. Auch im Bereich Soziales und Gesellschaft seien keine grossen Veränderungen vorgesehen. Anders sieht es diesbezüglich im Bereich Sicherheit/öffentlicher Raum aus. Nach der Fusion soll es nur noch eine Feuerwehr geben, allerdings aus einsatztaktischen Gründen mit einem separaten Standort in Bauen. Eine Zusammenlegung ist auch bei den Gemeindeführungsstäben vorgesehen.

Zweitwohnungs-«Blockade» wäre weg

Ein grosser Brocken bei den Abklärungen bildet der Bereich Infrastruktur, Umwelt, Raumordnung und Verkehr. Die Zustandserfassungen bezüglich Strassen, Liegenschaften und Wasserversorgung laufen derzeit. Es werdeabgeklärt, welcher Investitionsbedarf in den nächsten Jahren zu erwarten ist und wie es um die Spezialfinanzierungen bestellt ist, so Deicher. Noch keine Antwort gebe es auf die Frage, wie das Gemeindehaus von Bauen künftig genutzt würde. Eine Antwort sei erst in der Umsetzungsphase zwischen Volksabstimmung, sofern diese positiv verlaufe, und der Inkraftsetzung der Fusion möglich. Falls der Zusammenschluss tatsächlich vollzogen wird, fällt der Anteil der Zweitwohnungen über das ganze Gemeindegebiet gesehen unter 20 Prozent. Das heisst, dass Bauen nicht mehr von dieser «Blockade» betroffen wäre.

Bürgergemeinden und Kirchgemeinden müssen sich durch eine Fusion der Gemeinden nicht automatisch zusammenschliessen. Sie könnten also selbständig bleiben. «Wenn beide Bürgergemeinden separat weitergeführt werden, muss sichergestellt werden, dass eine Gleichbehandlung erfolgt», so Deicher.

Keine speziellen Ortsteilstrukturen nötig

Im zweiten Teil des Bevölkerungsforums war wiederum die aktive Mitwirkung der Einwohner gefragt. Die Versammelten wurden in drei Gruppen aufgeteilt und diskutierten zunächst über die Rollen der beiden Ortsteile. Erörtert wurde unter anderem die Frage, ob es ein Anhörungsrecht oder ein Vorschlagsrecht in Belangen des jeweiligen Dorfteils geben soll. Der Tenor lautete dahingehend, dass es spezielle Ortsteilstrukturen nicht wirklich braucht und die bestehenden Strukturen ausreichen.

Zur Diskussion gestellt wurde auch eine von beiden Gemeinderäten gemeinsam formulierte Vision, bestehend aus fünf Punkten und einem Zusatz, der folgendermassen lautet: «Die heutige Gemeinde Seedorf muss nicht fusionieren, für Seedorf ändert sich mit der Fusion wenig. Man zeigt sich jedoch solidarisch und wird gestärkt durch das touristische Potenzial Bauens. Seedorf und Bauen setzen mit dem Zusammenschluss ein Zeichen für den Kanton Uri.» Dieser Zusatz kam bei einigen Versammelten nicht gut an. Sie fanden ihn zu sehr vom hohen Ross herab formuliert. Es bestehe die Gefahr, dass er in Bauen falsch rüberkomme.

Abstimmung im Herbst 2019

Am 2. Juli wird auch in Bauen ein zweites Bevölkerungsforum veranstaltet. Die Abklärungen der eingesetzten Arbeitsgruppen laufen noch bis im September weiter. Bis November 2018 soll das ganze Paket mit den finanziellen Berechnungen vorliegen. Anschliessend soll ein Beitragsgesuch an den Kanton erfolgen. Es geht um einen finanziellen Beitrag an die Umsetzung und die Kosten der Fusion.

Die Abstimmung über eine mögliche Fusion soll im Oktober oder November 2019 über die Bühne gehen. Bei einer Zustimmung wird die Fusion auf den 1. Januar 2021 vollzogen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.