FUSSBALL: Altdorf gewinnt Cup-Krimi

Nach dem Aufstieg in die 2. Liga inter setzt sich der FC Altdorf mit dem Gewinn des IFV-Cupfinals die Krone auf. Die Urner besiegen den FC Littau mit 7:6 nach Penaltyschiessen.

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Geschafft: Die Spieler und Betreuer des FC Altdorf feiern den Cupsieg. (Bild: Roger Zbinden (Littau, 3. Juni 2017))

Geschafft: Die Spieler und Betreuer des FC Altdorf feiern den Cupsieg. (Bild: Roger Zbinden (Littau, 3. Juni 2017))

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Spektakel pur vor 900 Zuschauern beim IFV-Cupfinal zwischen den beiden Zweitligisten Littau und Altdorf. Es lief bereits die 82. Spielminute, als die Littauer in der zweiten Halbzeit zu einem der wenigen Gegenstösse ansetzten und entgegen dem Spielverlauf mit 1:0 in Führung gingen. Torschütze war der 17-jährige Jan Hostettler, der kurz zuvor eingewechselt worden war. Die bis zu diesem Zeitpunkt dominant aufspielenden Altdorfer sahen sich um die Früchte ihrer Anstrengungen «betrogen».

Littau hingegen hatte den Finalsieg in Reichweite. Doch in der vierten Minute der Nachspielzeit retteten sich die Urner verdient in die Verlängerung. Toni Pavic bediente mit einem weiten Einwurf Magnum Paulino, dessen Direktabnahme den Weg zum 1:1 ins Netz von Goalie Ramon Grüter fand. Riesenjubel bei den Urnern, Konsternation bei den mit lauter Einheimischen spielenden Littauern.

Altdorf gleicht Littauer Führung erneut aus

In einer packenden und überaus spannenden Partie liessen die Littauer nur kurz ihre Köpfe hängen. Mit dem schönsten Angriff des ganzen Spiels erzielte Simon Britschgi – mit viel Übersicht eingesetzt von Michel Britschgi – die erneute Führung (96). Doch nur zwei Minuten später glich Altdorf mit einem Weitschuss von Joël Ndombele erneut aus. Beim fälligen Penaltyschiessen beanspruchte dann der 2.-Liga-inter-Aufsteiger aus Altdorf das bessere Ende für sich.

Hier der FC Altdorf, bei dem die Post nach dem Penaltysieg so richtig abging. Dort der FC Littau, der nach der Niederlage verständlicherweise am Boden zerstört war. Vor allem Ramon Grüter, der Torhüter der Luzerner, haderte mit dieser unglücklichen Niederlage. Altdorf-Trainer Pedro Somoza hingegen schwebte im Hoch: «Diesen Finalsieg haben wir uns wirklich verdient. Wir waren über das ganze Spiel gesehen die klar bessere Mannschaft.» Doch der Urner Chef sah auch eine glückliche Komponente: «Wenn man so spät ausgleichen kann, dann ist sicher auch etwas Glück mit im Spiel.»

«Mit einer Hand am Pokal»

Sagte es und mischte sich unter die überglücklichen Spieler und Altdorfer Fans, um auf den Finalsieg anzustossen. Alles andere als freudig die Stimmung bei Littau-Trainer Stevie Brunner und dessen Assistenten Thomas Zwimpfer: «Wir waren so nahe am Sieg, hatten die Hand eigentlich schon am Pokal. Wir leiden mit den Spielern.»

Nun wartet man bei den Urnern gespannt auf die Auslosung für die erste Cup-Hauptrunde. Mit etwas Losglück winkt ein ganz grosser Gegner wie zuletzt im Jahre 1981, als der Grasshoppers Club aus Zürich mit Berbig, «Bigi» Meier, Egli, Wehrli, Sulser & Co. vor über 3000 Zuschauern in Altdorf zu Gast war.

IFV-Cupfinal

Littau – Altdorf 6:7 (2:2, 1:1) n. P.

Ruopigen. – 900 Zuschauer. – SR Stadelmann. – Tore: 82. Hostettler 1:0. 90.+4 Paulino 1:1. 96. Simon Britschgi 2:1. 98. Ndombele 2:2. – Littau: Grüter; Fischer, Nicola Baumann, Deva, Cook; Machado (76. Hostettler), Colatrella, Ukshini (60. Markovic), Simon Britschgi; De Jesus (92. Dardan Krasniqi), Michel Britschgi. – Altdorf: Epp; Paric (112. Pascal Baumann), Ndombele, Paulino, Philipp Zurfluh; Mourad, Faccenda, Lustenberger, Asaro (87. Cil); Gnos, Pirmin Baumann (79. Markus Zurfluh).

Penaltyschiessen. Littau: Michel Britschgi, Colatrella, Markovic und Deva treffen; Simon Britschgi und Krasniqi scheitern an Altdorf-Goalie Kevin Epp. – Altdorf: Cil, Lustenberger, Philipp Zurfluh, Paulino und Mourad treffen, Faccenda sieht seinen Elfer von Ramon Grüter gehalten.