Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FUSSBALL: Jetzt strebt Sascha Imholz eine Karriere als Trainer an

Sascha Imholz träumte von der Laufbahn auf der grossen Fussballbühne, doch sein Traum platzte jäh. Trotzdem blickt er heute mit positiven Gefühlen auf die unvergessliche Zeit beim FC Luzern zurück – und hat sich neue Ziele gesteckt.
Philipp Zurfluh
Sascha Imholz ist Spielertrainer beim FC Gunzwil und will diese Saison mit seinem Team aufsteigen. (Bild: Florian Arnold (Altdorf, 21. März 2017))

Sascha Imholz ist Spielertrainer beim FC Gunzwil und will diese Saison mit seinem Team aufsteigen. (Bild: Florian Arnold (Altdorf, 21. März 2017))

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

Für den eingefleischten Fussballer Sascha Imholz war es ein Einstand nach Mass: Es geschah am 24. Februar 2007, 19.20 Uhr. Im Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Zürich lief die 79. Minute. Der damalige FCL-Trainer Ciriaco Sforza signalisierte dem damals 18-jährigen Altdorfer die Einwechslung. Sie kam für ihn überraschend. Es war sein Beginn in der Super League – damals noch als Nationalliga A bezeichnet. «Ich rechnete nicht mit einem Einsatz, denn ich war froh, dass ich überhaupt zum Kader gehörte», erinnert sich Imholz zurück. Er sei schon etwas angespannt gewesen, doch die Nervosität habe er auf dem Platz schnell in positive Energie ummünzen können. Das widerspiegelte sich auch auf dem Platz.

Die Szene ist ihm nach wie vor präsent: «Drei Minuten nach der Einwechslung eroberte ich den Ball des Gegenspielers und bediente meinen Mitspieler Jean-Michel Tchouga.» Dieser konnte zum 2:0-Schlussresultat einnetzen.

Eine fussballverrückte Familie

Der heute 28-Jährige ist der letzte Fussballer aus dem Kanton Uri, der in der höchsten Schweizer Liga auflaufen konnte. Acht Jahre nach Heinz Mosers Abschied beim FC Luzern trug vor zehn Jahren wieder ein Urner das FCL-Trikot. Beim defensiven Mittelfeldspieler wurde bereits in den frühen Kinderjahren das fussballerische Talent erkannt. Für die Farben des FC Schattdorf durchlief Imholz die Juniorenabteilung. «Meine Familie ist fussballverrückt», erklärt er. Auch der Vater, der Bruder und die Schwester fanden alle beim Verein zu dieser Leidenschaft.

Fussballprofi werden! Davon träumte Sascha Imholz schon seit seiner Kindheit. 2000 wagte er den Schritt zu den Junioren des FCL. Stressige, zeitintensive, aber auch lehrreiche Jahre begannen. «Meine Eltern brachten mich jeden Abend zum Training, für sie war das eine Selbstverständlichkeit.» Auch die Maurerlehre nahm viel Zeit in Anspruch. «Damit ich alles unter einen Hut bringen konnte, musste ich mich gut organisieren.» Für Imholz war stets wichtig, einen Beruf zu erlenen: «Das Fussballgeschäft ist so schnelllebig, das kann man nicht alles planen.» Mit 18 Jahren schaffte er den Sprung in das Kader der 1. Mannschaft und kam in den Genuss eines Profivertrages. Er war kurz davor, den Durchbruch als Fussballprofi zu schaffen. Insgesamt kam der 1,80 Meter grosse Fussballer auf 13 Einsätze in der Super League.

Rolf Fringer setzte nicht auf ihn

Er erinnert sich gerne an die Zeit beim FC Luzern zurück: «Ich habe mit der 1. Mannschaft viele schöne Momente erlebt.» Doch der Traum platzte. Er trauert dem aber nicht nach und macht sich auch keine Vorwürfe. «Wenn du es als Profi weit schaffen willst, musst du im richtigen Moment am richtigen Ort sein und auch ein bisschen Glück haben.» Er konzentriert sich lieber auf die Gegenwart und hat mit der Vergangenheit abgeschlossen. «Es passt so, wie es jetzt ist, damit kann ich sehr gut leben.»

Die beste Phase hatte der Hobbyjasser unter Ciriaco Sforza. «Er hat mir viel Vertrauen geschenkt», sagt der 28-Jährige. Zu dieser Zeit schloss er auch seine Maurerlehre ab. Doch als Rolf Fringer das Team übernahm, kam er nicht mehr zu Einsätzen in der höchsten Liga. Um wieder mehr Spielpraxis sammeln zu können, wechselte er zum SC Kriens. Dort wurde er unter Trainer Maurizio Jacobacci zur Stammkraft. In der Challenge League kam er auf 60 Einsätze.

Eine Mischung aus Ancelotti und Klopp

Der Altdorfer fasste den Entschluss, sich einer neuen Herausforderung zu stellen, und setzte seine Karriere beim FC Gunzwil fort – zuerst ein Jahr als Spieler, jetzt als Spielertrainer. «In erster Linie schaute ich mich nach einem neuen Job um. Und diesen habe ich dort gefunden.» Im Nachhinein betrachtet sei es die richtige Entscheidung gewesen.

Heute lebt der als Maurer tätige Sascha Imholz im luzernerischen St. Erhard mit seiner Freundin zusammen, einer ehemaligen Fussballspielerin. Er ist glücklich beim FC Gunzwil – auch mit seiner Rolle innerhalb der Mannschaft: «Ich trage auf und neben dem Platz viel Verantwortung, doch das liegt mir.» Der Captain mit starker Persönlichkeit und Führungsqualitäten fühlt sich wohl beim Verein. Zurzeit liegt er mit seiner Mannschaft in der 2. Liga regional auf dem zweiten Rang, der für den Aufstieg in die 2. Liga interregional berechtigen würde. «Wir wollen unsere starke Hinrunde bestätigen und unseren Platz verteidigen.»

Für seine Zukunft hat der Urner klare Ziele: «Das Amt des Trainers reizt mich sehr.» Auch darüber, wie er einst als Trainer auftreten wird, hat er eine genaue Vorstellung. «Es ist eine Mischung zwischen dem emotionalen, ausgeflippten Jürgen Klopp und dem in sich gekehrten und ruhig auftretenden Carlo Ancelotti.» Auch eine Rückkehr zu seinen Wurzeln als Fussballer, in den Kanton Uri, kann er sich durchaus vorstellen. «Sag niemals nie», meint er und lacht. Er komme immer wieder gerne zurück. Aber: «Meine Arbeit beim FC Gunzwil ist vorerst noch nicht beendet.»

www. Die bisher erschienenen Beiträge dieser Serie finden Sie unter urnerzeitung.ch/dossier

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.