FUSSBALL: Provoziert – da verlässt der Schiri den Platz

In der 70. Minute hatte der Schiri genug: Weil er von Spielern provoziert wurde, brach er das Freundschaftsspiel zwischen den Altdorfer und Schattdorfer Senioren ab.

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(Symbolbild Keystone)

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Gottfried «Gody» Herger ist ein erfahrener Mann: Er spielte 25 Jahre lang aktiv Fussball, seit 15 Jahren ist er als Schiedsrichter tätig. «Aber so etwas habe ich noch nie erlebt», sagt der 46-Jährige, wenn er an das Freundschaftsspiel zwischen den Senioren von Altdorf und Schattdorf angesprochen wird, das kürzlich in Schattdorf stattfand.

«Kindergarten-Niveau»
Angefangen hatte das Spiel, wie man es erwarten durfte: hart, aber nicht unfair. «Doch irgendwann merkte ich: Ich muss aufpassen, sonst entgleitet mir die Partie.» Das Spiel wurde gehässiger, die Teams kritisierten jeden Entscheid Hergers, vor allem die Schattdorfer fühlten sich benachteiligt. Ein Schattdorfer verliess deshalb zeitweilig sogar den Platz. «Ich ermahnte die Spieler zur Vernunft», so Herger. Ohne Erfolg. Besonders zwei Spieler des FC Schattdorf traten negativ auf. Sie äusserten sich abfällig über Hergers Leistung. Schluckte der Schiri die Bemerkungen anfänglich noch, wurde es ihm in der 70. Minute zu bunt. «Ich teilte den Spielern mit, dass ich dieses Verhalten nicht mehr akzeptiere und brach die Partie ab.»

Einige Spieler versuchten, Herger zum Bleiben zu bewegen, doch der Schiedsrichter verliess das Spielfeld. «So etwas muss ich mir nicht antun. Das ist Kindergarten-Niveau», sagt er. Und weiter: «Bei den beiden betroffenen Spielern fehlt es an Respekt und Anstand.» Immerhin: Der eine Spieler hat sich nach der Partie bei Herger entschuldigt.

Gottfried Herger glaubt den Grund für die Provokationen zu kennen. «Ich war bis vor einem Jahr Coach in Altdorf und pfeife Spiele für den FC Schattdorf. Das passt wohl nicht allen.» Den Vorwurf der Befangenheit lässt er aber nicht gelten «Wer mich kennt, der weiss: Ich versuche immer objektiv zu pfeifen.»

Philipp Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Urner Zeitung.