FUSSBALL, SUPER LEAGUE: Fejzulahi: «Uri wird immer meine Heimat bleiben»

Vier Spiele, zwei Tore: Der Urner Sehar Fejzulahi ist mit Vaduz erfolgreich in die Saison gestartet. Er sagt, wie rau das Profigeschäft ist.

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Sehar Fejzulahi im Einsatz für Vaduz. (Bild Keystone)

Sehar Fejzulahi im Einsatz für Vaduz. (Bild Keystone)

Sehar Fejzulahi, nach Ihrem zweiten Saisontor am Sonntag beim 1:1 gegen GC haben einige Medien Sie zum wiederholten Mal ins Team der Runde gewählt. Bei Ihrem neuen Verein Vaduz scheint es für Sie prima zu laufen.
Sehar Fejzulahi: Das ist so. Wir sind gut gestartet. Ich fühle mich gut, bin reifer geworden. Früher war ich sehr verspielt, jetzt spiele ich gradliniger und bewahre auf dem Platz die Ruhe.

Sie sind in Uri aufgewachsen und haben in Erstfeld und Schattdorf als Junior gekickt. Inwiefern haben diese ersten Stationen den Verlauf Ihrer Karriere geprägt?
Fejzulahi: Ich habe sehr gute Erinnerungen an Uri und denke oft an diese Zeit zurück. Ich bin in Erstfeld aufgewachsen, wo ich bis in die Oberstufe zur Schule gegangen bin. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Trainer in Erstfeld, Walter Tresch.

Sind Sie auch ein Beispiel dafür, dass die Juniorenförderung im Kanton Uri durchaus funktionieren kann?
Fejzulahi: Ich weiss nicht genau, wie es um den Urner Fussball steht. Aber es gibt überall Talente. Die Vereine müssen sie nur richtig fördern und dafür sorgen, dass sie zu einem grösseren Verein wechseln können. Wer in Uri kickt, sollte früh den Sprung nach Kriens oder Luzern wagen. Wenn man beispielsweise in Erstfeld spielt, ist es schwierig, die grossen Klubs auf sich aufmerksam zu machen. Ausserhalb des Kantons hat man bessere Chancen. Späher von Kriens haben mich an einem Turnier mit der Innerschweizer Auswahl entdeckt.

Erklärt das auch, dass nur ganz wenige Urner Fussballer den Sprung in ein Profikader schaffen?
Fejzulahi: Das hat nichts mit Uri zu tun. Allgemein gilt: Es braucht neben der Begabung auch das Glück, dass der Trainer auf einen Spieler setzt.

Dieses Glück haben Sie. Heinz Hermann, der Vaduz-Trainer, hat Sie einst bei der Basler U 21 trainiert und diesen Sommer nach Liechtenstein geholt. Wie wichtig ist ein Mentor im Fussball?
Fejzulahi: Ganz wichtig. Nur so baut man Selbstvertrauen auf und kann sich weiterentwickeln. Für einen Spieler gibt es nichts Besseres, als das Vertrauen des Trainers zu spüren. Dieses Vertrauen muss man auf dem Rasen dann aber auch rechtfertigen. 

Sie träumen von der Nationalmannschaft und Real Madrid. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Fejzulahi: Zuerst muss ich mich in der Super League etablieren. Aber mein Traum ist es, einmal im Ausland zu spielen, vielleicht in Spanien oder Italien. Es wäre natürlich eine grosse Ehre, wenn ich eines Tages auch für das Schweizer Nationalteam spielen könnte. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Bleiben Sie trotz Ihres Erfolgs mit Uri verbunden?
Fejzulahi: Ich habe noch immer Verwandte und Kollegen in Uri, mit denen ich regelmässig Kontakt habe. Leider war ich schon ein Jahr lang nicht mehr in Erstfeld. Aber wenn ich Zeit habe, komme ich gern zurück. Das sind jeweils spezielle Gefühle. Uri wird immer meine Heimat bleiben.

Interview Sven Aregger

Das ausführliche Interview lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Urner Zeitung.