Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Gäste entdecken Vielfalt der Alp

Am 7. und 8. Juli wird die Via Urschweiz eröffnet. Auf einer geführten Wanderung auf dem rund zweistündigen Naturlehrpfad in Gitschenen erhält man Einblicke in die Ökologie und die Besiedlung.
Josef Schuler
Gitschenen bietet auf kleinem Raum ganz unterschiedliche Pflanzen, Tiere und Geologie. (Bild: PD)

Gitschenen bietet auf kleinem Raum ganz unterschiedliche Pflanzen, Tiere und Geologie. (Bild: PD)

Das Besondere an Gitschenen ist nicht, dass die auf 1550 Meter über Meer liegende Alp ganzjährig bewohnt und nur zu Fuss oder per Luftseilbahn erreichbar ist. Speziell sind die Besiedlungsgeschichte und der Artenreichtum. Auf trockenen Magerwiesen, Flachmooren, Alpweiden, auch am Bach und im Wald von Gitschenen gibt es eine enorme Vielfalt zu entdecken, sowohl bei Pflanzen, bei Tieren, aber auch in der Geologie.

«Im Brisengebiet beobachtet man recht häufig Steinbock-Kolonien», erklärt Thomas Ziegler von der kantonalen Abteilung Natur- und Landschaftsschutz. Er leitet mit Käthy Furrer am Samstag, 7. Juli, die erste Führung. «1990/91 wurden über 250 verschiedene Tag- und Nachtfalter gezählt», weiss der diplomierte Agraringenieur.

Käfer und Schnecke machen Schlagzeilen

Ein besonderer Käfer, der geschützte Alpenbock, wird mit der Isenthaler Landschaft in Verbindung gebracht. Zudem entdeckte man vor einigen Jahren an den Hängen des Kaiserstuhls und Schwalmis ein spezielles Lebewesen: die Nidwaldner Haarschnecke. Der Biologe Markus Baggenstoos untersuchte 2010 deren Verbreitung und bestätigt: «Die Landschnecke lebt meist versteckt unter flachen Kalksteinen. Das braune spindelförmige Gehäuse misst nur fünf bis sechs Millimeter. Vor allem kann die Schnecke nur auf 2000 bis 2570 Meter über Meer überleben. Weil die Temperatur ansteigt, weicht die Haarschnecke auf die Gipfel aus. «Wie lange überlebt sie noch?», fragt sich der Landschaftsschützer besorgt.

Die Isenthaler Wildheulandschaft wurde von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zur Landschaft des Jahres 2016 erkürt. Zur Wertschätzung dieser im gesamten europäischen Alpenbogen traditionellen Tätigkeit trug der Kanton Uri mit seinem Wildheuprogramm bei.

Gitschenen war schon früh Pilotprojekt für ökologische Ausgleichsflächen. Gemäss dem Amtsleiter für Raumentwicklung, Georges Eich, sind im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden noch immer rund 257 Hektaren national bedeutender Wildheuflächen eingetragen. Die Bewirtschaftung der Urner Steilhänge über 1500 Meter über Meer beugt auch Gefahren der Verbuschung und Erosion vor.

Käthy Furrer lädt zum Teekräutertrank ein

An beiden Eröffnungstagen lädt Käthy Furrer zu einem kurzen Teekräutertrank auf den Bergbauernbetrieb Kneiwies ein. Erst 1915, nach einem tragischen Lawinenunglück auf der Schwybalm, baute man Kneiwies zur ganzjährig bewohnbaren Siedlung um. Sie wurde bis 1937 von Augustin, Franz und Alois bewirtschaftet, ging dann an Alois überging. 1967 erwarb Tochter Käthy Furrer-Gisler mit ihrem Mann Toni den Hof. Sie bauten Kneiwies zum heutigen Betrieb um, der inzwischen von der jungen Generation weitergeführt wird.

Die Gitschener fanden Ideen, um die touristische Entwicklung und das Überleben der Seilbahn und Gastbetriebe zu sichern. Eine Genossenschaft übernahm den Skilift, eine private Trägerschaft das «Alpstubli». Der naturkundliche Rundweg aus den 90er Jahren zog Gäste an. Das Konzept des Naturlehrpfads mit Picknickplatz war das Verdienst des langjährigen Präsidenten der Naturforschenden Gesellschaft Uri, Walter Brücker. Dieser erklärt am Eröffnungssonntag, welche Rolle die Land- und Alpwirtschaft, der Wald, die Feucht- und Trockenwiesen aber auch die Geologie auf dieser Alp spielt.

Zum Abschluss laden das Berggasthaus und Alpstubli zum Mittagessen. Im Alpstubli erklingen Jodel- und Alphornmelodien. Am Sonntag um 10.30 Uhr findet in der Betrufkapelle Gitschenen ein Gottesdienst mit dem Alphorntrio Ruegg-Dubs statt.

Hinweis

Eröffnungsprogramm der Via-Urschweiz (ohne Anmeldung): www.isenthal.ch und www.via-urschweiz.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.