GASTRONOMIE: Urner Regierung ist weiter gegen Wiedereinführung der Wirteprüfung

In Uri sollen Wirte auch weiterhin ohne Fähigkeitstest ein Patent für einen Gastrobetrieb erhalten. Der Regierungsrat will die Wirteprüfung nicht wiedereinführen. Die Probleme im Gastgewerbe hätten mit dem Strukturwandel zu tun - unabhängig von einem Wirtepatent-Obligatorium.

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Der Kanton Uri muss eine mögliche Wiedereinführung der Wirteprüfung prüfen. (Symbolbild: Keystone)

Der Kanton Uri muss eine mögliche Wiedereinführung der Wirteprüfung prüfen. (Symbolbild: Keystone)

Die Regierung lehnt eine Totalrevision des Urner Gastwirtschaftsgesetzes zur Wiedereinführung der Wirteprüfung als Voraussetzung für die Erteilung eines Gastropatents ab. Dies bekräftigt sie in einem am Freitag publizierten Bericht ans Parlament.

Der Regierungsrat wolle Wirte von zusätzlichen Regulierungen, deren Nutzen nicht nachgewiesen werden könne, verschonen, schreibt er. Laut den Vollzugs- und Kontrollorgane gebe es in Sachen Qualität keinen Handlungsbedarf. Im Vergleich mit Kantonen, die einen Fähigkeitsnachweis verlangten, schneide Uri durchschnittlich ab.

Ein möglicherweise subjektiv empfundener Qualitätsverlust im Urner Gastwirtschaftswesen könne nicht darauf zurückgeführt werden, dass für das Erbringen einer gastgewerblichen Dienstleistung kein Fähigkeitsnachweis mehr erbracht werden müsse. Vielmehr seien Faktoren des allgemeinen Strukturwandels in der Branche dafür verantwortlich. Uri liberalisierte 1999 das Gastgewerbe und schaffte die Wirteprüfung ab.

Der Urner Landrat hatte im März 2016 gegen den Willen der Regierung ein Postulat von Paul Jans (CVP) teilweise überwiesen. Das Parlament verlangte einen Bericht und die Prüfung der Wiedereinführung des Wirtepatents. Der Postulant sorgte sich wegen hoher Fluktuationsraten bei Wirten und vermehrter Schliessungen traditioneller Restaurationsbetriebe um die Qualität in der Gastronomie.

Im Kanton Uri sind gegen acht Prozent der Beschäftigten im Gastgewerbe tätig. Im letzten Jahr zählte der Kanton über 400 patentierte Gastrobetriebe, rund die Hälfte davon traditionelle Restaurants.

Die Zahl der Betriebe ist seit Jahren stabil. Während es immer weniger Hotelbetriebe gibt, verdoppelte sich seit 1999 die Zahl von Snackbars, Kaffee-Ecken und Besenbeizen. Pro Jahr werden rund 50 neue Patente erteilt, mehrheitlich nach Wechseln von denen für den Betrieb verantwortliche Personen. (sda)