GEDENKFEIER: Mysteriöser Todesfall beschäftigt noch heute

Der belgische Radfahrer Richard Depoorter verunglückte 1948 an der Tour de Suisse. Das Wassner Drama jährt sich zum 60. Mal.

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16. Juni 1948, kurz vor 17 Uhr: Der Franzose Jean Robic führt die vierte Etappe der Tour de Suisse über den Sustenpass nach Altdorf an. Verfolgt wird er von Ferdi Kübler und den Belgiern Stan Ockers und Richard Depoorter. Depoorter stürzt in einem Tunnel vor Wassen. Kurz darauf kann nur noch der Tod des Spitzenfahrers festgestellt werden.

Zweifel am Unfallhergang
Ein Arzt vor Ort diagnostiziert eine Schädelzertrümmerung beim Leichnam. Ein Sportdirektor einer französischen Radmannschaft bezweifelt, dass sich der Verunglückte die tödliche Schädelzertrümmerung nur durch den Sturz zugezogen hat und meldet dies unverzüglich der Polizei. Der Sanitätschef der Etappe vermutet sogar, dass Depoorter überfahren wurde. Diverse Zeugenaussagen und Kratzer an einem verdächtigen Auto deuten auch darauf hin. Doch die Polizei beachtet diese Aussagen nicht, erklärt den Fall für abgeschlossen und überführt zwei Tage nach dem Unfall den Leichnam nach Belgien.

Begleiter töteten Topathleten
Die Gerüchte rund um den mysteriösen Tod verstummen nicht. Zwei Exhumierungen ergeben, dass Depoorter nicht an einer Schädelzertrümmerung verstarb, sondern an einer Zerquetschung des Brustkorbs mit 18 gebrochenen Rippen. Diverse Zeugeneinvernahmen und Gerichtsverhandlungen folgen. Bis ein französischer Journalist, der im verdächtigen Wagen sass, sein Schweigen bricht. Er sagt aus, dass der Wagen tatsächlich den Velofahrer, der am Boden lag, überfuhr. Die Wageninsassen einigten sich zu schweigen, um einen Skandal zu verhindern.

Am vergangenen Montag jährte sich der tragische Unfall zum 60. Mal. Deshalb findet am Samstagabend um 20 Uhr eine Gedenkfeier an den Radfahrer auf dem Wassner Schulhausplatz statt

Elias Bricker

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.