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Kolumne

Geduld ist eine Tugend

Etwas mehr Gelassenheit würde dem einen oder anderen gut zu Gesicht stehen.
Philipp Zurfluh
Philipp Zurfluh, Redaktor Urner Zeitung. (Bild: PD)

Philipp Zurfluh, Redaktor Urner Zeitung. (Bild: PD)

Wo bin ich da nur reingeraten? Diese Frage stelle sich mir am vergangenen Dienstag nach Mitternacht, als ich es mir endlich in meinem Bett gemütlich machen kann. Doch an Schlaf ist zunächst nicht zu denken, zu viele Gedanken kreisen durch den Kopf. Das Erlebte muss ich «verdauen», bevor mich der Sandmann ins Land der Träume holt.

Rückblende: Wer eine günstige Alternative zu Flug- und Bahnreisen in Europa sucht, kommt wohl nicht um das Angebot von Flixbus herum. Meine Wahl fällt auf den orange-grünen Fernbus. 22 Euro hin- und zurück. Um 8.30 Uhr steige ich in Zürich in den Bus. Mein Ziel: Stuttgart, wo ich mich mit dem Urner Handballer Lukas von Deschwanden treffe. Eine Frau Mitte 50 fällt mir auf, die nicht genau weiss, wo ihr Zielort ist und überhäuft den bemitleidenswerten Chauffeur mit nervigen Fragen. «Diese Frau wird uns noch Probleme bereiten», meint der Chauffeur zu seinem Beifahrer. Und er sollte recht behalten.

Im Zentrum des Geschehens: Ein Flixbus. (Bild: PD)

Im Zentrum des Geschehens: Ein Flixbus. (Bild: PD)

1. Halt: Die Polizei stoppt unseren Bus an. Grenzkontrolle. Zwei Polizisten betreten den Bus, sammeln die Ausweise aller Passagiere ein. Nun ist Geduld gefragt. Doch für einige Fahrgäste scheint dies ein Fremdwort zu sein. Ein älteres Ehepaar enerviert sich und gibt irgendwelche Fluchwörter in einer unbekannten Fremdsprache von sich. Eine junge Frau beschwert sich ebenfalls. Ein weiterer Fahrgast mischt sich ein. Der Chauffeur bleibt cool, doch er regt sich auf, über das unanständige Verhalten einiger Fahrgäste. Verständlich.

Die Nerven liegen blank, und ich mittendrin. «Chillets eifach mal», denke ich mir. Nur nicht noch mehr Unruhe in der eh schon angespannten Situation erzeugen. Besonnen bleiben und geduldig sein. Nach rund 30 Minuten erhalten wir schliesslich die Ausweise zurück. Die eingangs erwähnte Frau Mitte 50 meldet sich zu Wort. «Ich halte den Chauffeur für nicht mehr fahrtüchtig und unzurechnungsfähig.» Sie könne das beurteilen, sie sei Ärztin. Ich und die anderen Fahrgäste schauen uns nur ungläubig an. Irgendwie verrückt diese Frau. Kurz darauf steigt sie aus.

Nächster Halt: Böblingen. Plötzlich hört man den Chauffeur etwas vor sich hermurmeln. «Das ist doch nicht zu fassen, was für ein Sch...tag», kann ich aus seinen Wortfetzen entnehmen. Kurz darauf hält ein Polizeiauto neben uns an. Beamte steigen aus. Mir dämmert das Ungemach ... Eine Frau habe sich beschwert. Der Chauffeur ist kaum zu beruhigen. Die Polizei befragt ihn und vernimmt einige Fahrgäste ein. Dann gehts weiter nach Stuttgart.

Bei der Heimfahrt fährt der Bus in Stuttgart schon mit einer Stunde Verspätung vor. Zum Glück werden wir bei der Grenze nicht kontrolliert. Wir holen Zeit auf. Jede Sekunde kann schlussendlich Gold wert sein, denn ich muss den letzten Zug von Zürich nach Flüelen erwischen. Mit einem rekordverdächtigen Vollsprint flitze ich rüber zum Bahnhof, wo der Zug wartet. Irgendetwas fehlt noch. Ach ja, ein Zugbillet! Nach ein paar Fingerübungen auf dem Smartphone ist das Ticket bezahlt. Geschafft, ich sitze im Zug. Dass ich aus Versehen den vollen statt den halben Preis bezahlt habe, passte zum Tag ...

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