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Dieses Jahrhundertbild vom Blutmond sorgt für Aufsehen

Marc Püntener hat den Blutmond zwischen den «Klingen» des Schärhorns fotografisch festgehalten. Fast wäre er um die Früchte seiner Anstrengungen gebracht worden.
Bruno Arnold
Dieses Bild entstand am vergangenen Freitagabend um 22.25 Uhr im Schächental. (Bild: Marc Püntener (Urigen, 27. Juli 2018))

Dieses Bild entstand am vergangenen Freitagabend um 22.25 Uhr im Schächental. (Bild: Marc Püntener (Urigen, 27. Juli 2018))

Die totale Mondfinsternis vom vergangenen Freitag war mit einer Dauer von 103 Minuten die längste des Jahrhunderts. Zahlreiche Personen auf der ganzen Welt bestaunten den sogenannten Blutmond und versuchten, das Ereignis an einem ganz speziellen Ort einzufangen. Zu diesen gehörte auch der 25-jährige Attinghauser Marc Püntener. Ihm ist dabei im Schächental eine traumhafte Aufnahme mit dem hinter dem Schärhorn auftauchenden Blutmond gelungen. Am Samstagmorgen hat er das Foto auf Facebook und Instagram gepostet. Seither haben es rund 40000 Personen angeschaut. Auf Facebook erhielt Pünteners Bild 3400 Likes, auf Instagram 1100. Ähnliche Reaktionen erhielt Marc Püntener bisher nur im Jahr 2016 mit seinem Bild vom Gitschen-Totenkopf.

«Dass mein Spot gut ankommt, habe ich natürlich gehofft. Dass er aber gleich derartige Wellen werfen würde, das habe ich nun wirklich nicht erwartet. Die Leute schauen den Blutmond nicht einfach nur online an, sondern ich erhalte von verschiedensten Seiten Gratulationen und Komplimente. Und sogar auf der Strasse werde ich auf den Spot angesprochen. Das freut mich natürlich riesig.»

Angefangen hat es mit der Maturarbeit

Fotografieren ist die grosse Leidenschaft des 25-jährigen Oberstufenlehrers. Angefangen hat alles im Jahr 2010 mit der Maturaarbeit Lichtgraffiti – bewegende Kunst mit Licht. Was damals mit Lightpainting bei Nacht und Dämmerung anfing, ist inzwischen zu einem zeitintensiven und faszinierenden Hobby geworden. Der Attinghauser erforscht vor allem seinen Heimatkanton Uri. Ungewohnte Perspektiven, Plätze, die kaum jemand kennt, und atemberaubende Lichtstimmungen locken ihn immer wieder nach draussen. Auf der Suche nach geeigneten Orten ist er oft auf Erkundungstour und holt sich Ideen vor Ort.

«Das Bild mit dem Blutmond und dem Schärhorn hatte ich im Voraus im Kopf. Ich konnte mir eigentlich genau vorstellen, wie es aussehen würde», erklärt er.

Mondfinsternis um 21:37 Uhr hinter Rigi Kulm, fotografiert von Eschenbach. (Bild: Philipp Schmidli)
Blutmond(e) hinter der Rigi. (Leserbild: Emanuel Niederhauser, Büel)
Hitzkirch. Bild: Herbert Heggli
Von Nottwil aus. (Leserbild: Markus Hinnen)
Aufgang des Blutmondes über der Rigi. (Leserbild: Josef Stirnimann)
Place du Château in Lausanne. Linien der Sternbilder eingezeichnet. (Leserbild: Roger Getzmann)
Gegen 23.15h wurde der Blutmond wieder langsam weiss. (Leserbild: Sarah Biderbost)
Emmenbrücke. Bild: Kuno Schweizer
Von Buchrain aus fotografiert. Der Blutmond Aufgang über der Rigi. (Leserbild: Josef Stirnimann)
(Leserbild: Markus Hinnen)
Der Vollmond tritt langsam aus dem Kernschatten hervor. (Leserbild: Josef Habermacher)
Der Blutmond und der Mars begeben sich über der Klewenalp auf eine gemeinsame Reise. (Leserbild: Monika Näpflin-Bösiger)
Aufgang des Blutmondes über Morgarten. (Leserbild: Martin Gysi)
Aufgenommen in Niederwil bei Cham. (Leserbild: Cris Wouters)
Der Blick von Zug. (Leserbild: Andreas Kröll)
Abgelichtet in Steinen. (Leserbild: Wolfgang Höller)
Der Mars begleitet den Blutmond, aufgenommen auf dem Oberlehn-Hoger in Menzberg (Leserbild: Peter Helfenstein).
Blick auf den Zugersee vom Hämikonberg. (Leserbild: Petra Jung)
Das Ägerital unter dem Blutmond. (Leserbild: Daniel Hegglin)
Über dem Zugerberg. (Leserbild: Daniel Hegglin)
Der Erdtrabant kurz nach der Mondfinsternis. (Leserbild: Hermann Lichtsteiner, St. Niklausen)
Blutmond über dem Niederbauen. (Leserbild: Patric Kopp)
Die Rigi mit Blutmond. (Leserbild: Emanuel Niederhauser)
Der Auslöser drückte Massimo Saracino in der Nähe das Hotel Palace in Luzern. (Leserbild)
Die Mondfinsternis, aufgenommen in Hildisrieden. (Leserbild: Xaver Husmann)
Die Mondfinsternis, fotografiert in Willisau. (Leserbild: Lars Schwarzentruber)
Die Sicht von der Panoramastrasse Glaubenbielen zwischen Sörenberg und Giswil. (Leserbild: Beat Strähler)
Mondfinsternis um 22:20 Uhr über der Rigi, fotografiert von Eschenbach. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzern, mit Bürgenstock. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Zugerberg (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Hämikonerberg (Bild: Petra Jung)
Sonnenberg, Kriens, 22.08 Uhr. (Bild: Josef Stalder)
Luzern (Bild: Jörg Meyer)
Luzern (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Weitere Bilder aus der Schweiz: Neuhausen (Bild: Melanie Duchene / Keystone)
Säntis (Bild: Christian Merz / Keystone)
Stäfa (Bild: Thomas Winkler)
Bern (Bild: Patrick Hürlimann / Keystone)
In Luzern wird das Spektakel am Vierwaldstättersee verfolgt (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Geheiratet wird auch bei totaler Mondfinsternis auf der Rigi (Bild: Res Blaser)
Und weitere Bilder aus der Welt: Bernkastel-Kues, Deutschland (Bild: Harald Tittel / AP)
Athen (Bild: Thanassis Stavrakis / AP)
Gaza Stadt (Bild: Hatem Moussa / AP)
Kairo (Bild: Khaled Elfiqi / EPA)
Belgrad (Bild: Koca Sulejmanovic / EPA)
Tacoma (Bild: Ted S. Warren / AP)
Sydney (Bild: Michell Brook / Getty)
47 Bilder

Die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts

Alle 15 Minuten die Webcam gecheckt

Und so beschreibt er die Entstehung in eigenen Worten: «Ich war den ganzen Freitagabend sehr nervös. Das Bild war schon lange geplant, Ort und Ersatzorte ausgerechnet. Ab 17 Uhr checkte ich pünktlich alle 15 Minuten die Webcam, auf der das Schärhorn ersichtlich war. Leider war der Gipfel praktisch durchgehend in den Wolken, und es schien kaum Veränderung in Sicht. Auch die Bilder der vergangenen Tage waren nicht wirklich ermutigend gewesen. Trotzdem riskierten wir es und fuhren um 20 Uhr für eine definitive Lagebeurteilung in Richtung Urigen. Mit Blick zum Schärhorn erkannten wir, dass sich die Wolken wie durch ein Wunder aufgelöst hatten. Schnell die Fahrbewilligung lösen und ab zum ersten Fotospot. Nach weiteren 15 Minuten Fahrt – am vorgängig ausgerechneten Platz angekommen – wollte ich den Mond pünktlich um 21.59 Uhr zwischen den ‹Klingen› des Schärhorns ablichten. Leider hatte sich in kürzester Zeit wieder ein riesiges Wolkenband gebildet, das nicht so schnell zu verschwinden schien. Ich realisierte, dass das Bild in der Dämmerung nicht mehr möglich war – die Enttäuschung war gross.

Schnell mussten wir uns entscheiden: Den zweiten Spot (22.25 Uhr) mit dem Schärhorn als Motiv riskieren, obwohl die Wolken nicht vielversprechend aussahen? Oder: Nach Attinghausen stressen und den Mond beim Ersatzspot ablichten? Wir entschieden uns, vorerst einmal nach Urigen zu fahren und die Lage neu zu beurteilen. Dort angekommen, wurde uns die Entscheidung abgenommen. Zwar war das Schärhorn immer noch in Wolken gehüllt. Allerdings würde die Zeit nie und nimmer für eine Fahrt nach Attinghausen reichen. Deshalb ging es wieder 10 Minuten den Berg hoch nach Obribi/Tristel. Dort konnte ich meinen Augen kaum glauben: Die Wolken waren praktisch weg, und der Blutmond sichtbar. Immer wieder verschwand der Mond zwar hinter feinen Wolkenschleiern, doch genau im richtigen Moment tauchte er ‹aus dem Schärhorn› empor. Welch schöner Anblick – und welche Erleichterung nach all den Strapazen!»

Witziges Detail im Nachhinein erfahren

Marc Püntener dürfte so etwas wie der Spot des Lebens gelungen sein. Wie er erst im Nachhinein erfuhr, entstand das Bild genau neben jenem Ort, an dem seine Grossmutter aufgewachsen ist. «Zum Zeitpunkt des Spots wusste ich dies noch nicht», sagt er.

Mehr zu Marc Püntener und dessen Fotos gibt es unter www.puentener.ch

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