Gegner von Grossraubtieren kämpfen in Altdorf für das revidierte Jagdgesetz

Für die Vereinigung zum Schutz von Jagd- und Nutztieren vor Grossraubtieren ist der Erlass ein Instrument um etwa die Gefahr durch den Wolf in den Griff zu bekommen.

Paul Gwerder
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Die Gäste Landrat Christian Arnold und die Obwaldner Nationalrätin Monika Rüegger flankiert von den Co-Präsidenten Franz Püntener (links) und Ruedi Fässler.

Die Gäste Landrat Christian Arnold und die Obwaldner Nationalrätin Monika Rüegger flankiert von den Co-Präsidenten Franz Püntener (links) und Ruedi Fässler.

Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 14. Februar 2020)

Zur Generalversammlung der Vereinigung zum Schutz von Jagd- und Nutztieren vor Grossraubtieren sind am Freitagabend 78 stimmberechtigte Mitglieder ins «Schützenhaus» in Altdorf gekommen, darunter die Obwaldner Nationalrätin Monika Rüegger und der Seedorfer Landrat Christian Arnold, der selber Mitglied im Verein ist.

Beim Traktandum Wahlen sind die beiden Co-Präsidenten Ruedi Fässler, Unteriberg, und Franz Püntener, Erstfeld, mit grossem Applaus für zwei weitere Jahre gewählt worden. Weiter gehören dem Vorstand an: Carolina Rüegg, Sörenberg, Felix Jauch, Seedorf, Theo Zurfluh, Isenthal, Alois Föhn, Bisisthal, Erwin Dahinden, Schüpfheim, Thomas Niederberger, Stans und Walter Bürgi, Luzern.

Grossraubtiere in den Griff bekommen

Im Jahresbericht erwähnte Co-Präsident Franz Püntener nochmals das deutliche Abstimmungsergebnis der Urnerinnen und Urner. «Wir wären bereit, die Problematik der Grossraubtiere in den Griff zu bekommen, denn 70,2 Prozent haben im Kanton Uri Ja gesagt zur Regulierung von Grossraubtieren. «Erfreulich war, dass unser Schweizer Parlament das revidierte Jagdgesetz deutlich angenommen hat», erinnerte Püntener. Aber damit seien die grünen Parteien nicht einverstanden gewesen und hätten umgehend das Referendum ergriffen – vor allem wegen des Wolfs. «Damit mussten wir rechnen und deshalb müssen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 17. Mai über das neue Jagdgesetz abstimmen», so Püntener. «Wir brauchen dieses Instrument, um die Grossraubtiere in den Griff zu bekommen und damit das Überleben der Bergbevölkerung zu ermöglichen», schildert Püntener und er wurde noch deutlicher: «Wir müssen schweizweit ein Zeichen setzen und unseren Lebensraum verteidigen, und zwar nicht nur vor Grossraubtieren, sondern auch gegen die städtische Bevölkerung, die uns Vorschriften machen wollen, wie wir hier zu leben haben».

92 Wölfe dank DNA-Analyse identifiziert

«Die Wölfe entwickeln sich erschreckend rasant, denn inzwischen sind uns neun Wolfsrudel und 92 Wölfe dank einer DNA-Analyse bekannt. Und das Gefährliche an der Geschichte ist, dass der Wolf inzwischen keine Angst mehr vor Ställen und Leuten hat und immer näher an die Wohngebiete kommt», erinnerte Franz Püntener. Im Kanton Uri riss im letzten August ein Wolf im Gebiet Holzli/Unteralp in Andermatt rund 15 Schafe und fast zur gleichen Zeit schlug das Raubtier im nahen Gotthardgebiet auf Tessiner Boden wieder zu und tötete etwa 40 Tiere.

Gesetz weist in die richtige Richtung

In den letzten Jahren hat der Wolf im Kanton Uri und in den Nachbarkantonen immer wieder zugeschlagen. «Deshalb wollten wir mit unserer erfolgreichen Initiative ein Zeichen setzen, obwohl sich der Regierungsrat dagegen sträubte», erinnerte Landrat Christian Arnold. «Und jetzt warten wir nur noch, dass das neue Jagdgesetz vom Schweizervolk angenommen wird, denn es ist ein Schritt in die richtige Richtung», betonte Arnold. Ein Nein würde auch die Land- und Alpwirtschaft massiv gefährden. «Dies ist ein fortschrittliches Gesetz sowohl für die Tiere, Natur und uns Menschen», so Arnold. Das neue Jagdgesetz will auch die Artenvielfalt fördern, die Kulturlandschaft schützen sowie Traditionen pflegen.

Für Co-Präsident Ruedi Fässler ist es an der Zeit, das 24-jährige Jagdgesetz zu revidieren, weil dies überholt ist, denn zu dieser Zeit kannte man noch keine Wolfsproblematik.

«Ihre Problematik liegt mir sehr am Herzen und ich bin deshalb gerne an die Generalversammlung gekommen», sagte die Engelbergerin Monika Rüegger, die im vergangnen Herbst zur ersten Obwaldner Nationalrätin gewählt wurde. «Ich selber bin in den Bergen und auf Alpgebieten aufgewachsen und ich kenne die Anliegen der Bergler sehr gut im Gegensatz zu den Leuten aus der Stadt, die oft keine Ahnung von unseren Problemen haben», meinte die frischgebackene Nationalrätin und sie verspricht: «Ich setzte mich voll für die Alpenregion ein, auch wenn dies ein harter Kampf ist und sie ist überzeugt, dass der beste Umweltschutz unsere Landwirtschaft macht.»