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«Gegner werden nicht aufgeben»

Gemeindepräsidentin Yvonne Baumann tritt Ende 2018 zurück. Der Abgang erfolgt nicht ganz freiwillig. «Die dauernden Nadelstiche zeigen Wirkung», sagt sie.
Bruno Arnold
Da war die Welt noch in Ordnung: Der neue Landammann Roger Nager im Gespräch mit der Andermatter Gemeindepräsidentin Yvonne Baumann. (Bild: Urs Hanhart, Andermatt, 22. April 2018)

Da war die Welt noch in Ordnung: Der neue Landammann Roger Nager im Gespräch mit der Andermatter Gemeindepräsidentin Yvonne Baumann. (Bild: Urs Hanhart, Andermatt, 22. April 2018)

Die Ankündigung kam überraschend – für viele Einheimische und für Aussenstehende: «Gemeindepräsidentin Yvonne Baumann stellt sich für eine Wiederwahl bei den Gesamterneuerungswahlen des Gemeinderates vom 25. November 2018 nicht mehr zur Verfügung. Sie wird auf den 31. Dezember 2018 zurücktreten.» So lautete der Inhalt der Medienmitteilung der Gemeinde Andermatt vom 4. Oktober 2018.

Die 52-jährige Yvonne Baumann gehört dem Gemeinderat Andermatt seit dem 1. Januar 2007 an. Den 80-Prozent-Job als Gemeindepräsidentin hat sie am 1. August 2016 angetreten. Eigentlich wollte sie bis Ende 2020 bleiben. Doch nun hat sie genug. «Es gibt Andermatter, die nur Eigeninteressen verfolgen, ständig Kritik an der Arbeit der Behörden üben und in der Bevölkerung Stimmung gegen den Gemeinderat und insbesondere gegen meine Person machen», sagt sie. «Die dauernden Nadelstiche, die ich seit meiner Wahl zu spüren bekomme, zeigen definitiv Wirkung. Ich habe seit längerem mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen», so Baumann. «Und dass mittlerweile nicht nur ich selber, sondern auch meine Familie Anfeindungen und Verunglimpfungen in Kauf nehmen muss, geht definitiv zu weit. Ende 2018 ist Schluss.»

Verzicht auf erneute Kandidatur angeraten

Die CVP-Politikerin gibt sich aber durchaus selbstkritisch: «Meine Arbeitsqualität hat wegen der Stimmungsmache in jüngster Zeit sicher etwas nachgelassen, das haben auch die übrigen Gemeinderäte gespürt», glaubt Baumann. «Sie haben mir denn auch anlässlich einer Sitzung Ende September empfohlen, darüber nachzudenken, nicht mehr weiterzumachen», erklärt die gelernte Kauffrau. Die Idee, ihr diesen Verzicht auf eine erneute Kandidatur anzuraten, ist anlässlich einer Sitzung in Abwesenheit von Baumann entstanden. «Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht», schildert sie ihre Gemütslage, nachdem sie von dieser Zusammenkunft erfahren hatte.

«Der Infiltrierung Einhalt gebieten»

In einer vertraulichen E-Mail an nahestehende Personen schrieb sie sich den Frust vom Leib. «Dieses Vorgehen einiger Personen grenzt schon an Mobbing», hielt sie unter anderem fest. In der E-Mail nannte sie jene Leute namentlich, die sie als Drahtzieher vermutete. «Es muss eine andere Lösung gesucht werden, um einer Infiltrierung des Gemeinderats durch die Leute, die hinter dem Internetportal Bergstimme stehen, und durch weitere Andermatter Einhalt zu gebieten.»

Eigentlich wollte Baumann erst an der Gemeindeversammlung vom 25. Oktober über die Hintergründe ihres Verzichts auf eine erneute Kandidatur orientieren. «Dass eine vermeintliche Vertrauensperson meine vertrauliche E-Mail weiterleiten könnte, hätte ich wirklich nicht gedacht», sagte Baumann, als sie von unserer Zeitung mit dieser Tatsache konfrontiert wurde. «Meine Kurzschlussreaktion mit der E-Mail war sicher ein Fehler, aber ich war halt einfach gefrustet und auf 180», erklärt sie. «Dass es die meisten Ratskollegen eigentlich nur gut meinten und mir den Ratschlag tatsächlich aufgrund meiner angeschlagenen Gesundheit erteilen wollten, konnte und wollte ich damals nicht glauben.»

«Weitermachen kommt nicht mehr in Frage»

Mit etwas Abstand sieht Baumann die Situation etwas anders. «Ein Weitermachen kommt für mich aber trotzdem nicht mehr in Frage, auch wenn es Leute gibt, die das gerne hätten», betont sie. «Die ‹Bergstimme›-Gruppierung und weitere Leute, die mich weghaben wollen, werden nicht aufgeben», ist Baumann überzeugt. «Ich weiss inzwischen, dass bereits vor meiner Demission ‘konspirative Sitzungen’ mit dem Ziel stattgefunden haben, meine Abwahl aufzugleisen. Diese Kreise werden nicht locker lassen, bis sie ihr Ziel erreicht und Gleichgesinnte über die Mehrheit im Rat verfügen», erklärt sie. «Ich gehe mit einem guten Gewissen, denn ich habe mich immer mit Herzblut für Andermatt eingesetzt und nur das Beste gewollt. Aber meine Gesundheit geht vor», sagt Baumann zum Schluss.

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