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Seedorf: Gemeinderat beantragt Geld für Brücke und Altlastensanierung

An der Offenen Dorfgemeinde vom 9. Mai kommen zwei Kredite zur Abstimmung: 157'500 Franken für den Neubau der unteren Palanggenbrücke und 162'000 Franken für die Sanierung der Schiessanlage Talmätteli–Weid.
Bruno Arnold
Ein Ersatzneubau soll die untere Palanggenbrücke ersetzen. (Bild: PD)

Ein Ersatzneubau soll die untere Palanggenbrücke ersetzen. (Bild: PD)

Die Rechnung 2018 der Einwohnergemeinde Seedorf schliesst bei einem Ertrag von 5,62 Millionen Franken mit einem Plus von 8000 Franken respektive um rund 152'000 Franken besser ab als budgetiert. Dazu beigetragen haben vor allem Mehreinnahmen aus dem Bevölkerungslastenausgleich (+160'000 Franken) sowie höhere Steuereinnahmen bei den natürlichen und juristischen Personen (+68'000 Franken).

Weniger ausgegeben als budgetiert wurden bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe (-25'000 Franken), bei den Kesb-Massnahmen (-21'000 Franken) sowie bei der Restfinanzierung der Pflegeheimkosten (-8000 Franken).

Zusätzliche Arbeiten und Abschreibungen

Neben den geplanten Unterhaltsarbeiten an der Turnhalle wurden zusätzliche Arbeiten am Jugendlokal (20'000 Franken) und der Ersatz der defekten Heizung im Feuerwehrlokal (15'000 Franken) getätigt. Für die geplanten Schiessstand-Sanierungsarbeiten wurde eine nicht budgetierte Rückstellung von 160'000 Franken gebildet. Auch die Rechnung der Wasserversorgung ergab bei einem Ertrag von 324'000 Franken ein um rund 14'000 Franken besseres Ergebnis als budgetiert. Neben den ordentlichen Abschreibungen (22'000 Franken) wurden zusätzliche Abschreibungen von 191'000 Franken beim Wasserreservoir Bocktritt 2 vorgenommen. In der Investitionsrechnung fielen 130'000 Franken als erste Teilzahlung für die Beteiligung an der KW Palanggenbach an.

Traktandiert ist am 9. Mai auch eine Teilrevision der Bau- und Zonenordnung. Sie basiert auf einer Auflage der Regierung und betrifft die Parzelle der ehemaligen Gärtnerei Imhof beim Golfplatz. Mit der Änderung wird sichergestellt, dass in diesem Gebiet keine verbotene Nutzung erfolgt respektive dass keine Orte mit empfindlicher Nutzung entstehen können.

Kredit für neue Brücke über den Palanggenbach

Im Weiteren beantragt der Gemeinderat Seedorf zwei Kredite. 157'500 Franken sollen als Beteiligung der Gemeinde an den Ersatzneubau der unteren Palanggenbrücke zwischen Seedorf und Attinghausen gesprochen werden. Die aktuelle Verbindung stellt aus Sicht des Hochwasserschutzes wegen der ungenügenden Abflusskapazität und der Verstopfungsgefahr eine erhebliche Schwachstelle dar.

Die Brücke entspricht aber auch nicht mehr den Verkehrsstandards, gerade was die Erschliessung des Industriegebiets Eielen mit Schwerverkehr anbelangt. «Erhebungen haben ergeben, dass ein Ersatzneubau die beste und kostengünstigste Lösung ist», schreibt der Gemeinderat in seiner Botschaft. Die neue Brücke mit einer grösseren Spannweite ist unmittelbar oberhalb der bestehenden Brücke geplant. Der Langsamverkehr wird künftig neben der neuen Strasse auf einem separaten Übergang geführt. Damit die Strassenverbindung ohne grössere Einschränkungen immer gewährleistet ist, wird die alte Brücke erst nach der Inbetriebnahme des neuen Bauwerks abgebrochen.

Bund und Kanton beteiligen sich

Der Gemeinderat Seedorf geht von Bruttokosten von insgesamt 650'000 Franken aus. Bund und Kanton beteiligen sich daran mit total 200'000 Franken (Massnahmen zur Sicherstellung eines besseren Hochwasserschutzes). Sie übernehmen auch die Kosten für die neue Fussgänger- und Velobrücke. Die übrigen 450'000 Franken gehen aufgrund der Interessenlage zu Lasten der Gemeinden Attinghausen (65 Prozent) und Seedorf (35 Prozent). Die Attinghauser haben ihren Anteil von total 292'500 Franken bereits am 10. Februar an der Urne gesprochen.

Beim zweiten Kreditantrag geht es um 162'000 Franken für die Sanierung der 300-Meter-Schiessanlage. Die Bleigeschosse werden heute hinter den Scheiben von einem konventionellen Erdwall aufgefangen. Der dortige Boden ist deshalb hoch belastet und muss saniert werden. Zur Sanierung belasteter Standorte leistet der Bund Beiträge gemäss Verordnung über die Abgabe zur Sanierung von Altlasten. Für Schiessanlagen sind die Zahlungen an die Auflage gebunden, dass nach 2020 kein Bleieintrag in den Boden mehr stattfindet. Diese Auflage kann mit dem Einbau von sogenannten künstlichen Kugelfangsystemen (KKF) erfüllt werden. Dabei handelt es sich um Stahlkästen, welche die Geschosse auffangen.

Belasteter Boden wird saniert und nutzbar gemacht

Der belastete Boden im Bereich des Kugelfangs soll abgetragen und fachgerecht entsorgt werden. Danach ist vorgesehen, das Gelände zu rekultivieren und die Fläche wieder landwirtschaftlich zu nutzen. Für das KKF rechnet man mit einem Aufwand von rund 59'000 Franken, die Bodensanierung kostet 225'000 Franken.

Gleichzeitig will die Schützengesellschaft (SG) Seedorf auf eigene Kosten sechs neue elektronische Trefferanzeigen einbauen. Die Gemeinde hat dem Verein an die Kosten von 76'000 Franken ein in jährlichen Raten rückzahlbares Darlehen von insgesamt 40'000 Franken gewährt. An der Dorfgemeinde soll eine Baukommission gewählt werden. Vorgeschlagen werden Gemeinderat Christian Hofer als Präsident, die Gemeinderäte Toni Stadelmann und Daniel Gisler sowie Robert Wipfli und Bruno Gamma, die beiden Co-Präsidenten der SG Seedorf, als Mitglieder.

Die Offene Dorfgemeinde findet am Donnerstag, 9. Mai, 19.30 Uhr, in der Aula des Kreisschulhauses Seedorf statt.

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