Gemeinde Altdorf rechnet 2020 mit Defizit

Altdorf geht wegen der Steuerreform von weniger Einnahmen bei den juristischen Personen aus. Zudem wird der Personalaufwand zunehmen.

Florian Arnold
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Altdorf nimmt bei den juristischen Personen kommendes Jahr wohl weniger Geld ein. (Bild: Manuela Jans-Koch)

Altdorf nimmt bei den juristischen Personen kommendes Jahr wohl weniger Geld ein. (Bild: Manuela Jans-Koch)

Der Anpassung des Steuergesetzes, über die am Wochenende vom 20. Oktober abgestimmt wird, blickt die Gemeinde Altdorf etwas skeptisch entgegen. Denn diese wird, sofern das Urner Volk Ja sagt, für weniger Steuereinnahmen bei den juristischen Personen führen. Die abgeschafften Privilegien für Holding- und Domizilgesellschaften für Firmen werden zwar für 500'000 Franken zusätzliche Einnahmen sorgen, gleichzeitig kommt es aber durch die Steuersenkung für die restlichen Unternehmen zu Ausfällen von rund 1,2 Millionen Franken.

Zur Abfederung dieser Steuerausfälle erhält die Gemeinde Altdorf im kommenden Jahr eine Ausgleichszahlung des Kantons von rund 340'000 Franken. Diese nimmt aber über die kommenden fünf Jahr kontinuierlich ab. Der Gemeinderat sieht aber auch ein Potenzial darin, neue Firmen ansiedeln zu können, die wiederum für Steuereinnahmen sorgen würden. «Wenn man die richtigen Rahmenbedingungen für Ansiedlungen schafft, kommt uns das zugute», so Gemeindepräsident Urs Kälin.

Das Gemeindebudget 2020 wurde unter der Annahme eines positiven Abstimmungsresultats erstellt. Sollte es zu einem Nein kommen, wird das Budget auf die Gemeindeversammlung hin angepasst. Insgesamt budgetiert die Gemeinde für das kommende Jahr ein Defizit von 472'500 Franken, dies bei einem Gesamtaufwand von 38,1 Millionen und einem Gesamtertrag von 37,6 Millionen Franken. Das bedeutet ein um 1,4 Millionen Franken schlechteres Resultat als im laufenden Jahr. Immerhin entwickeln sich die Steuereinnahmen der natürlichen Personen positiv. Aufgrund der aktuellen Hochrechnung wird für das kommende Jahr mit rund 400'000 Franken höheren Steuereinnahmen gerechnet als im Budget 2019.

Zwei zusätzliche Stellen geplant

Auf der Aufwandseite belasten 688'000 Franken höhere Abschreibungen für die Projekte Anbau Hagenschulhaus, Tiefgarage Gemeindehausplatz und die Ersatzbeschaffung des Tanklöschfahrzeuges das Budget. Beim Personalaufwand beträgt der Mehraufwand gegenüber dem Budget 2019 rund 495'000 Franken. Dies ist einerseits auf je eine zusätzliche Schulklasse im Kindergarten, der Primarschule und der Oberstufe und andererseits auf zusätzliche Stellen in der Verwaltung zurückzuführen.

Der Gemeinderat hat in Zusammenarbeit mit einer externen Beratungsfirma die Aufgaben und Ressourcen der Gemeindeverwaltung analysiert. Dabei sind erhebliche Defizite bei den bestehenden Kapazitäten in den Bereichen Bau, Personaladministration und Kommunikation festgestellt worden. Im Budget 2020 werden aufgrund dieser Erkenntnisse zwei zusätzliche Stellen in der Bauabteilung eingeplant. «Wir haben diese Stellen nicht erfunden», sagt Gemeindepräsident Urs Kälin. Man habe im vergangenen Jahr die Prozesse genau analysieren lassen und habe gewisse Defizite festgestellt.

Die übrigen Mehraufwendungen betreffen die wirtschaftliche Sozialhilfe (+ 275'000 Franken), Beiträge an die Tellspiele 2020 (105'000 Franken) sowie den allgemeinen baulichen Unterhalt (+ 120'000 Franken).

Gemeinde investiert wiederum viel

Die Investitionsrechnung weist Nettoausgaben von 6,9 Millionen Franken auf. Neben der Erweiterung des Schulhauses Hagen (2,7 Millionen Franken) fällt die erste Etappe der Personenunterführung beim Bahnhof Altdorf an (1,55 Millionen Franken). Ins Gewicht fallen die Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeuges (374'000 Franken), die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Schwimmbades (320'000 Franken) sowie verschiedene Instandsetzungen von Hoch- und Tiefbauten.

Die überdurchschnittlichen Investitionen sowie der Aufwandüberschuss führen zu einem Anstieg der Nettoschuld pro Kopf von 409 auf 1090 Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 29 Prozent. Aufgrund der nach wie vor ausserordentlich günstigen Situation am Kapitalmarkt wird die Zinsbelastung nur geringfügig zunehmen. Der Gemeinderat beantragt, den Steuerfuss für das Jahr 2020 unverändert auf 95 Prozent und den Kapitalsteuersatz der juristischen Personen auf 0.01 Promille festzusetzen.