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GEMEINDE: Der Post Flüelen droht die Schliessung

In Flüelen wird nach Alternativen für die Postversorgung gesucht. Für Gemeindepräsident Simon Arnold ist dies nicht erfreulich. Er glaubt aber an Chancen.
Florian Arnold
«Die Entwicklung ist sicher nicht erfreulich für uns.» Simon Arnold, Gemeindepräsident (Bild: Neue Urner Zeitung (Archiv))

«Die Entwicklung ist sicher nicht erfreulich für uns.» Simon Arnold, Gemeindepräsident (Bild: Neue Urner Zeitung (Archiv))

Dass in Flüelen Dorfgemeinschaft grossgeschrieben wird, konnte am Wochenende an der 750-Jahr-Feier der Gemeinde beobachtet werden. Allerdings könnte nun das Dorfleben be­einträchtigt werden. Denn der Poststelle droht das Ende. Entschieden sei zwar noch nichts, sagte Gemeindepräsident Simon Arnold auf Anfrage unserer Zeitung. Doch die Verantwortlichen hätten mit den Behörden bereits Gespräche geführt.

«Alles andere ist blauäugig»

«Momentan befinden wir uns in einer Abklärungsphase», sagt Simon Arnold. «Die Post ist daran, Alternativen zur Poststelle zu suchen.» Konkrete Vorschläge würden zwar nicht vorliegen. Doch Arnold räumt dem Überleben einer eigenen Post wenig Chancen ein. «Alles andere wäre blauäugig», sagt der Gemeindepräsident.

«Es ist für uns eine Daueraufgabe, die Entwicklung des Poststellennetzes und der einzelnen Filialen zu überprüfen», sagt Erich Schmid, Kommunikations­verantwortlicher für das Poststellennetz. «In der Gemeinde Flüelen haben wir Veränderungsbedarf festgestellt.» Schweizweit sind die Zahlen der Post rückläufig. Und gerade Filialen in kleinen Ortschaften könnten oft nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden.

«Eine Möglichkeit besteht jeweils darin, die Öffnungszeiten zu verkürzen», so Schmid. Doch erfahrungsgemäss führe dies dazu, dass die Nutzung noch mehr sinken würde. Deshalb suche die Post auch nach anderen Varianten, um die Postversorgung in den Gemeinden gewährleisten zu können.

Betrieb muss Fläche hergeben

So werden hauptsächlich zwei Alternativen zu einer Filiale in Betracht gezogen. Eine davon ist das Agentur-Modell, wie es in Seedorf oder Attinghausen bereits praktiziert wird. Dabei werden die Dienste der Post in einem Verkaufsgeschäft in einer Ecke angeboten. Dies ist auch für Flüelen denkbar. «Voraussetzung für eine Agenturlösung ist, dass wir einen geeigneten Partner finden. Es muss eine juristische Gesellschaft mit attraktiven Öffnungszeiten sein, bei der sich möglichst auch andere Geschäfte abwickeln lassen.» Ausserdem müsse der Partner ganzjährig geöffnet haben – er sollte also keine Betriebsferien einlegen. Des Weiteren sollte eine Fläche von wenigen Quadratmetern zur Verfügung gestellt werden.

Einen geeigneten Partner zu finden, wird deshalb für Flüelen nicht einfach. Der Seegemeinde fehlt es zurzeit nämlich an einem eigenen Dorfladen. Ein Verkaufsgeschäft wird von der Feinbäckerei Hauger betrieben. Zurzeit wurde mit dem Detailhändler aber noch nicht das Gespräch gesucht, wie unsere Zeitung weiss. Weiter könnte allenfalls die Gemeindekanzlei die Postagentur übernehmen. Grundsätzlich spreche nichts dagegen, so Schmid. «Doch eine solche Lösung bietet in der Regel weniger gute Öffnungszeiten als ein Laden.» Denn die Dienste der Post sollten auch am Samstag zur Verfügung stehen, und dann ist die Kanzlei jeweils geschlossen.

Nicht praktisch für Flüelen

Neben den Agenturen hat die Post in einigen Gemeinden auf den so genannten Hausservice umgestellt. In Sisikon etwa können die Postgeschäfte direkt an der eigenen Haustüre erledigt werden. Allerdings sind die Kunden an fixe Zeiten gebunden, an denen die Postangestellten vorbeikommen. Von dieser Variante wäre Gemeindepräsident Arnold nicht begeistert. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies eine praktikable Lösung für Flüelen ist», sagt er. Die Entscheidung, wie es in Flüelen weitergehen wird, fällt aber schliesslich die Post. «Für uns sind die Gemeindebehördenmitglieder als Vertreter der Einwohner wichtige Ansprechpartner», sagt der Kommunikationsbeauftragte Schmid. «Den Behörden liegen Informationen vor, die wir nicht haben. Deshalb sind wir sehr froh um den Erfahrungsaustausch.» An den Fakten allerdings änderten die Gespräche nichts, so Schmid.

Grosse Veränderungen

Das ist auch Simon Arnold bewusst. «Die Entwicklung ist sicher nicht er­freulich für uns», sagt der Gemeindepräsident. «Aber sie ist eine logische Folge davon, wie sich die Gesellschaft verändert hat.» Die Post bekomme am meisten zu spüren, dass heute lieber E-Mails statt Briefe verschickt und Zahlungen eher am Computer als am Postschalter getätigt würden.

«Jetzt bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als diese Situation als Chance für etwas Neues zu sehen.» Dass das Dorfleben auseinanderbröckeln wird, glaubt Simon Arnold nicht unbedingt. «Das Dorfleben konzentriert sich heute mehr auf einzelne Feste. Und ausserdem besitzen wir immer noch eine stattliche Anzahl Beizen.»

Florian Arnold

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