Gemeinde Sisikon steuert auf eine finanziell düstere Zukunft zu

Der Sisiger Gemeindepräsident ist sehr besorgt um die Finanzen. Gemäss Finanzplan könnte das Defizit im Jahr 2026 eine knappe Million Franken betragen. Einen Lichtblick gibt es aber beim Sanierungsprojekt Tellsplatte.

Philipp Zurfluh
Hören
Drucken
Teilen
Der Gemeinde Sisikon stehen finanziell schwierige Zeiten bevor.

Der Gemeinde Sisikon stehen finanziell schwierige Zeiten bevor.

Bild: Pius Amrein (5. November 2019)

Die Gemeinde Sisikon schreibt rote Zahlen. Bei einem Aufwand von 1'761'000 Franken wird im Budget 2020 ein Minus von 183 '700 Franken prognostiziert. Laut Gemeinderat ist das Defizit auf folgende Faktoren zurückzuführen: Mehrkosten beim Personal- und Sachaufwand sowie höhere Beiträge an die Restfinanzierung der Pflegeheime. Ebenfalls kann Sisikon mit weniger Ertrag aus dem Finanz- und Lastenausgleich rechnen. An der Gemeindeversammlung Anfang Woche wurde das Budget jedoch einstimmig genehmigt. Der Steuerfuss für natürliche Personen wird denn auch bei hohen 120 Prozent belassen, der Kapitalsteuersatz für juristische Personen bei 2,4 Promille.

Sisikon stehen über Jahre hinaus schwierige finanzielle Zeiten bevor. Gemäss Finanzplan wird das Defizit bis 2026 auf 961'000 Franken ansteigen. «Wir sind sehr besorgt», erklärt der Gemeindepräsident Timotheus Abegg. Die finanzielle Lage der kleinen Gemeinde sei von vielen Fremdeinwirkungen abhängig. «Wenn bei uns ein Sozialfall eintrifft, schlägt das massiv zu Buche», so Abegg. «Wir drehen jeden Franken zweimal um und suchen überall nach Einsparpotenzial.» In Zusammenarbeit mit Partner- und Nachbargemeinden versuche man, Synergien zu nutzen. «Mit guten Rahmenbedingungen, wie beispielsweise beim Baugesetz, versuchen wir, Leute nach Sisikon zu locken», ergänzt Abegg. Den Verpflichtungskredit in der Höhe von 50'000 Franken für die Sanierung der maroden Fenster im Schulhaus wurde ohne Gegenstimme genehmigt.

Weiter auf der Suche nach einem Gemeindeweibel

Das Traktandum Wahlen gab keinen Anlass für Diskussionen. Im Schulrat hat Angelo Forlaschi seine Demission per Ende Jahr eingereicht. Sarah Weber übernimmt sein Amt. Sebi Gisler nimmt neu als Mitglied im Schulrat Einsitz. Die Bürger bestätigten Daniela Ferrari (Präsidentin) und Helen Albert (Aktuarin) in ihren Ämtern im Schulrat. Auch die Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission wurden wiedergewählt. Henry Euler (Präsident) und Roman Gick (Mitglied) üben für eine weitere Amtszeit ihre Funktionen aus. Weil Angelo Forlaschi aus der Wasserkommission austritt, nimmt neu Tomo Gavric Einsitz. Präsident Beat Fischlin sowie die Mitglieder Stefan Bucheli, Samuel Arnold und Peter Stadler wurden wiedergewählt. Das Amt des Gemeindeweibels ist nach wie vor unbesetzt. Es wird derzeit von den Gemeinderatsmitgliedern ausgeübt. «Die Suche ist bisher leider erfolglos, wir haben diverse Gespräche geführt», so Abegg.

Karl Arnold aus dem Gemeinderat verabschiedet

An der Versammlung wurde Gemeindearbeiter Walter Muheim verabschiedet, der in Frühpension geht. Sebi Gisler tritt seine Nachfolge an. Verabschiedet wurde auch Gemeinderatsvizepräsident Karl Arnold. Er demissioniert auf Ende Jahr nach sechsjähriger Tätigkeit.
Erfreuliche Neuigkeiten hatte der Gemeindepräsident zur Schiffsstation Tellsplatte. Derzeit werden zwei verschiedene Varianten für eine Sanierung geprüft. Nach dem Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr soll das Bewilligungsverfahren möglichst rasch eingeleitet werden. Ab wann die Schiffsstation wieder eröffnet wird, könnte laut Timotheus Abegg noch nicht eingeschätzt werden.

«Neue Axenstrasse» währe wohl erst 2028 bereit

(pz) 2019 war für die Sisiger Bevölkerung ein bewegtes Jahr. Während sechs Wochen im Sommer und zehn Tagen im Oktober war die Axenstrasse gesperrt. Besonders die Gastronomie hat in der Seegemeinde gelitten, die finanziellen Einbussen waren gross. «Für den Gemeinderat war es eine Ausnahmesituation», sagt Gemeindepräsident Timotheus Abegg. Er lobt aber die stets gut funktionierende Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Ereignisse mit dem Astra und dem Kanton.
Baudirektor Roger Nager höchstpersönlich informierte über den Stand des Projekts Neue Axenstrasse. Diese soll die Sicherheit und Verfügbarkeit der Verbindung erhöhen und Sisikon vom Durchgangsverkehr entlasten. Ebenfalls an der Versammlung nahm Projektleiter Paul Gerber teil.

Kantone Uri und Schwyz prüfen Teilprojekt

Der Baudirektor wies darauf hin, dass ein Entscheid zum Plangenehmigungsverfahren im ersten Quartal 2020 erwartet werden könne. Wenn die Plangenehmigungsverfügung vorliegt, könne zeitnah mit den Bauarbeiten begonnen werden. Danach sollen die Lose möglichst rasch ausgeschrieben werden. Wann die neue Strasse am Axen in Betrieb genommen werden kann, ist laut Roger Nager schwierig abzuschätzen. An ein Eiltempo ist nicht zu denken. Nager rechnet frühestens 2028 mit der Eröffnung. Ständerat Josef Dittli hatte in Bern angeregt, das Teilprojekt Gumpisch dem Gesamtprojekt vorzuziehen. Die Kantone Uri und Schwyz werden nun prüfen, ob dieses Teilprojekt vorgezogen werden kann. «Die Bevölkerung hat es sehr begrüsst, dass sie aus erster Hand zum Stand der Dinge informiert wurde», so Gemeindepräsident Abegg.