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Gemeinden stopfen ihr Polster

Nur zwei von 20 Urner Gemeinden haben 2017 ein Defizit geschrieben. Aus dem langjährigen Vergleich geht hervor, dass das Steuerpotenzial immer mehr wächst.
Florian Arnold

Kennzahlen der Urner Gemeinden

Erträge und Abschreibungen (in Millionen)
ausgewiesener Ertragsüberschuss
Einlagen ins Eigenkapital
zusätzliche Abschreibungen
20132014201520162017Jahr05101520

Die Urner Gemeinden stehen finanziell sehr gut da. Dies zeigen die aktuellsten Zahlen der Finanzkontrolle, die nun bekannt gegeben wurden. 16 Gemeinden schliessen das Jahr 2017 deutlich im Plus ab, zwei weisen eine schwarze Null aus, nur zwei mussten ein leichtes Defizit verzeichnen: Isenthal mit 18000 und Sisikon mit 53000 Franken.

Der Ertragsüberschuss beträgt gesamthaft knapp 2 Millionen Franken – dies nach zusätzlichen Abschreibungen und Einlagen ins Eigenkapital. Ohne diese finanzpolitischen Korrekturen hätten die Gemeinden gar 7,6 Millionen im Plus abgeschlossen. Seit 2013 haben die Gemeinden damit kumuliert keine negativen Zahlen mehr geschrieben. Zugenommen hat allerdings auch der Aufwand. Ohne Abschreibungen, Einlagen in Fonds und Spezialfinanzierungen sowie Einlagen ins Eigenkapital betrug dieser 118,3 Millionen Franken (Vorjahr 116,2 Millionen). Verzeichnet wurde ein Gesamtertrag von 133,6 Millionen (Vorjahr 135,3), was einem Rückgang von 1,3 Prozent entspricht.

Die Steuereinnahmen wachsen stetig

Einen wesentlichen Teil zum guten Ergebnis hat der Steuerertrag der Gemeinden beigetragen, der in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Wurden 2013 noch 66,7 Millionen Fiskalerträge verzeichnet, wuchs die Zahl praktisch stetig an auf 74,0 Millionen. Auch der Kanton hat in dieser Zeit mehr Geld aus Steuern eingenommen, allerdings mit einem negativen Aspekt: Er hat dadurch auch weniger Anspruch auf Beiträge aus dem Nationalen Finanzausgleich (NFA): Bekanntlich erhält der Kanton Uri im Jahr 2019 5 Millionen weniger.

Grosser Unterschied bei Steuerpotenzial

Ein Blick auf die Steuerzahlen erklärt auch, weshalb es Isenthal finanziell weniger gut geht als anderen Gemeinden. So betragen die Steuern und Kantonseinnahmen heruntergerechnet pro Einwohner 1184 Franken, obwohl der Steuerfuss bei hohen 117 Prozent liegt. Will heissen: Die Isenthaler weisen ein geringes Steuerpotenzial auf. Der Kantonsschnitt beträgt 2136 Franken. Für Andermatt, wo sich viele zahlungskräftige Personen niedergelassen haben, beträgt der Wert 4062 Franken. Immerhin weisen die Zahlen der vergangenen Jahre darauf hin, dass Isenthal haushälterisch mit dem Geld umgeht.

Ebenfalls nicht auf Rosen gebetten sind die Gemeinden Gurtnellen und Göschenen, die zwar beide im Jahr 2017 ein operatives Ergebnis im Plus erzielt haben, aber im Rückblick auf die vergangenen fünf Rechnungsperioden eher im roten Bereich laufen. Sichtbar wird das an der Nettoschuld II, die 2017 für Gurtnellen 4275 Franken pro Kopf betrug und für Göschenen 3155 Franken. Der Bruttoverschuldungsanteil liegt in beide Gemeinden bei über 200 Prozent.

Investitionen sind gestiegen

2017 wurden in den Gemeinden netto 25,5 Millionen investiert. 2016 lag der Wert bei 22,1 Millionen und 2015 bei 15,3 Millionen. Am grössten waren die Investitionen 2017 in Schattdorf (13,0 Millionen), Flüelen (5,5 Millionen), Altdorf (2,3 Millionen) und Gurtnellen (1,1 Millionen).

Ein grosser Faktor bleibt für die Gemeindefinanzen die Bildung. Die Kosten pro Schüler liegen zwischen 8479 und 27155 Franken. Dies ergibt einen Durchschnitt pro Schüler von 11668 Franken (Vorjahr 11559 Franken). Die Schülerzahl ist gerade mal um einen einzigen Schüler gestiegen auf 3866. «Die Kennzahl wird stark beeinflusst von der Anzahl Schüler in den Gemeinden, den Klassengrössen, der Altersstruktur der Lehrpersonen, dem Aufwand für den Unterhalt der Schulliegenschaften, allfälligen zusätzlichen Abschreibungen und so weiter», schreibt die Finanzkontrolle in einem Begleitschreiben zu den Kennzahlen.

Daneben schlägt auch die Pflegefinanzierung zu Buche. 8,8 Millionen Franken gaben die Gemeinden dafür aus. Nach Abzug der Kantonsbeiträge und weiterer Erträge von 2,6 Millionen verblieben Nettoaufwendungen von 6,2 Millionen beziehungsweise 169 Franken pro Kopf. Die Werte der einzelnen Gemeinden liegen zwischen 41 und 707 Franken pro Kopf.

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